Gewährleistung oder Garantie – kennen Sie sich aus?

in Verbraucherschutz Vertraulich
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Die Schuhe passen doch nicht zum Kleid? Zum Glück kann man ja die Treter umtauschen und man bekommt sein Geld zurück. Viele Geschäfte handhaben das so - müssen es aber nicht. Denn sofern eine Ware fehlerfrei  ist, besteht kein grundsätzliches Recht auf Umtausch - es sei denn, Sie haben beim Kauf ausdrücklich vereinbart, dass die Ware umgetauscht werden kann.


Gesetzlich geregelt ist jedoch die Reklamation von Produkten, die beim Gebrauch Mängel aufweisen. Wichtig: Es muss sich um einen sog. Sachmangel handeln, d.h. technischer Defekt, Verarbeitungsfehler, falsche Farbe, Beschädigungen etc.

Hier greift die sog. Gewährleistung, die besagt, dass der Verkäufer zwei Jahre nach dem Verkauf der Ware gewährleisten muss, dass die verkaufte Ware fehlerfrei ist. Ist sie es nicht, hat der Kunde Anspruch auf „Nacherfüllung", d.h. Reparatur oder Austausch gegen ein neues Produkt. Innerhalb von 6 Monaten nach dem Kauf wird angenommen, dass der Mangel bereits beim Kauf vorhanden gewesen ist. Nach 6 Monaten kehrt sich allerdings die Beweislast um: Sie als Kunde müssen nun nachweisen, dass der Artikel von Anfang an defekt war. Hier gibt es oft Auseinandersetzungen zwischen Händler und Kunde. Hilfreiche Anlaufstellen für Probleme dieser Art sind die Verbraucherzentralen. Dort erhalten Sie Tipps und Unterstützung.

Im Gegensatz zur Gewährleistung durch den Händler kommt die Garantie immer vom Hersteller einer Ware. Die ist grundsätzlich freiwillig und liegt im Ermessen des Herstellers selbst. Die in den Garantiebedingungen zugesagte Garantiedauer muss er jedoch einhalten. Die Garantie erstreckt sich oft nur auf bestimmte Bauteile, und schließt z.B. Verschleißschäden aus. Wie wenig eine solche Garantie wert sein kann, erfuhr ich selbst neulich mit einem Produkt der Fa. Pioneer. Diese schlich sich mit einem üblen Trick aus der zugesagten Garantie davon: Sie behauptete einfach, der Kunde habe die Ware bei einem vom Hersteller nicht zertifizierten Händler erworben, daher sei die Garantie generell hinfällig. Woher soll der Kunde aber vor dem Kauf wissen, welche der vielen tausend Händler nun zertifiziert sind und welche nicht? Zudem bekommt er die Garantiebedingungen meist erst nach dem Erwerb des Produkts zu Gesicht, weiß also vorher gar nicht, worauf er sich einlässt. Die großspurige Garantierklärung des Herstellers verkommt so zu einem reinen Marketing-Instrument - ohne wirklichen Nutzen für den Käufer. Im Gegenteil: Der Kunde wird durch sie unverhältnismäßig benachteiligt.


von
Dr. Dietmar Kowertz

Erfahren Sie hier mehr zu Dr. Dietmar Kowertz - Chefredakteur von Benefit.

 
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