Getrocknete Feigen: Vorsicht Schimmelpilze!
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 12.12.2007 06:00 Uhr
GNL5223
Liebe Leserin, lieber Leser,
zum bunten Weihnachtsteller gehören nicht nur Apfel, Nuss und Mandelkern, sondern meist auch getrocknete Feigen. Doch diese können riskant werden. Die Stiftung Warentest untersuchte unlängst mehr als zwanzig Feigen-Marken. Davon war ein Drittel mit Schimmelpilzgiften (Aflatoxine) verseucht, drei davon so stark, dass sie die zulässigen Höchstgrenzen überschritten.
Dieses Ergebnis erstaunte auch die Tester. Eigentlich waren sie davon ausgegangen, dass sie gar nichts finden. Denn Schimmelpilze bilden Nester und verbreiten sich nur peu à peu. Das ist im übrigen auch typisch für Nüsse, bei denen ebenfalls Aflatoxine gefunden werden. Das bedeutet: Ganze Säcke von Feigen und Nüssen können bei den Proben völlig okay sein und trotzdem schlummert ein Schimmelnest darin. Dass die Tester so schnell fündig wurden, spricht folglich für einen massiven Befall der Ware.
Von außen jedoch sahen viele der getesteten Feigen völlig in Ordnung aus
Aflatoxine gehören zu den stärksten natürlichen Giften. Im Tierversuch erwiesen sie sich als Krebs erzeugend. Man geht davon aus, dass dies auch für den Menschen zutrifft. Sie kommen hauptsächlich durch unhygienische Ernte-, Transport- und Lagermethoden in die Früchte. Backen und Kochen machen ihnen dummerweise überhaupt nichts aus. Vor allem schwarze Stellen im Inneren sind riskant. Deswegen können auch noch so engmaschige Kontrollen keine volle Sicherheit bieten.
Den Feigenliebhabern unter Ihnen rate ich:
- Kaufen Sie nur runde, helle und locker verpackte Feigen.
- Hände weg von dunklen, verletzten oder zerquetschten Früchten.
- Essen Sie die Früchte nicht im Halbdunkel bei Kerzenschein, sondern betrachten Sie diese erst einmal bei Licht.
- Am besten schneiden Sie jede Frucht erst einmal durch und halten Ausschau nach schwarzen Stellen. Im Zweifelsfall: Weg damit.
- Sie können die Aflotoxine meist nicht schmecken, aber riechen. Wenn die Feigen bitter oder gammelig riechen: Wegwerfen. Wenn sie irgendwie komisch schmecken: Ebenso weg damit.
- Bevorzugen Sie biologisch kontrollierte Ware, selbst wenn sie teurer ist. Das gilt auch für die Nüsse, die Sie jetzt für Ihre Weihnachtsbäckerei oder zum Naschen brauchen.
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