Genmutation erhöht Risiko für bestimmte Krebsarten beim Mann
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 11. März 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Herr Patrick J. möchte Folgendes wissen:
Ist das Prostatakrebs-Risiko erhöht, wenn in der Familie schon Prostatakrebs aufgetreten wird? Und gibt es bei dieser Krebsart auch bestimmte Gene, die mutieren können und so das Risiko für eine Erkrankung erhöhen?
Lieber Patrick,
Forschungen haben tatsächlich ergeben, dass die Männer häufiger an Prostatakrebs erkranken, bei denen auch männliche Verwandte betroffen waren.
Neu dagegen ist die Erkenntnis, dass ein bestimmtes Gen, das bei Frauen das Brustkrebsrisiko steigen lässt, auch das Krebsrisiko für Männer erhöht. Es handelt sich dabei um das BRCA2-Gen. Wenn dieses in seiner Struktur verändert ist, dann steigt das Risiko, dass der betroffene Mann an Krebs erkrankt.
Allerdings erhöht dieses Gen nicht nur das Risiko für Prostatakrebs, sondern auch für Knochen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auch können betroffene Männer eher an Brustkrebs erkranken.
Bezüglich des Prostatakrebs-Risikos wird dieses durch eine solche Gen-Veränderung um das 2,5-fache erhöht. Allerdings hat es hierzu erst wenige Forschungen gegeben, so dass diese Gen-Veränderung noch genauer untersucht werden muss, um in der ärztlichen Praxis Berücksichtigung zu finden.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner