Gelbwurz: Neue Hoffnung bei Krebs und Alzheimer
Dr. Ulrich Fricke in Täglich Gesund zum Thema Gelbwurz
vom 15. Oktober 2008, 16:00 Uhr
GNL5223
Die Pflanzenheilkunde wird mehr und mehr an den Rand der Medizin gedrängt. Wie töricht und kurzsichtig diese Verbannung ist, zeigt sich immer dann, wenn plötzlich lange vergessene Heilpflanzen in den Fokus der modernen Forschung geraten, weil in ihnen wieder einmal ein viel versprechender Wirkstoff entdeckt wurde.
Eine der aufregendsten Substanzen, die derzeit gerade ihren Siegeszug von den Kräutergärten in die Forschungslabors feiert, ist das Curcumin. Das ist der gelbe Farbstoff des asiatischen Gewürzes Curcuma (Gelbwurz). Lesen Sie hier, wie Forscher diesem Stoff seine Geheimnisse entlocken und welche Erfolge schon bei Krebs und Alzheimer erzielt werden konnten. Sie können das Gewürz aber auch ganz traditionell" anwenden: Es ist ein bewährter Helfer gegen Verdauungsbeschwerden.
Gelbwurz regt die Gallenproduktion an
Curcuma (Curcuma longa) darf in keiner Currymischung fehlen und ist in Indien in fast allen Gerichten mit Linsen, Gemüse, Fisch oder Huhn enthalten. Doch in Asien ist Curcuma weit mehr als nur ein Gewürz. Seit mehr als 3000 Jahren dient es dort als medizinisches Allheilmittel gegen Rheuma, Entzündungen oder Hautkrankheiten. In der westlichen Medizin wird jedoch vor allem seine anregende Wirkung auf die Produktion und Ausschüttung von Gallensäure in Leber und Gallenblase genutzt. Das macht die Gelbwurz zu einem idealen Mittel gegen Verdauungsbeschwerden.
Bei diesen Verdauungsbeschwerden hilft Ihnen Gelbwurz:
- Völlegefühl
- Blähungen
- Darmkrämpfe
- Sodbrennen
Um diese Wirkungen zu nutzen, müssen Sie nicht unbedingt mit Gelbwurz würzen. Denn die Heilpflanze erfüllt alle Anforderungen der modernen Pflanzenmedizin und ist als Extrakt in Kapselform oder Tropfen in der Apotheke erhältlich.
Krebsforscher sind von der Heilwirkung überzeugt
Derzeit laufen weltweit etwa zehn Studien, die an Patienten prüfen, wie der wichtigste Inhaltsstoff der Gelbwurz, das Curcumin, gegen Krebszellen wirkt. Aus Tier- und Zellkulturversuchen wissen die Wissenschaftler ganz genau, wo Curcumin in das Krebsgeschehen eingreift. Es blockiert z. B. wichtige Signalmoleküle, die das ungebremste Wachstum von Krebszellen anheizen. Erste Zwischenergebnisse der Studien zeigen, dass diese Wirkung auch bei Patienten (zum Einsatz kommen Dosierungen zwischen 0,5 und 2 g Curcumin täglich) zu beobachten ist. Es fehlen jedoch noch Langzeitdaten darüber, ob das Krebswachstum nur kurzzeitig gebremst oder tatsächlich über einen längeren Zeitraum gestoppt werden kann.
Auch die Alzheimer-Forschung ist auf Curcumin aufmerksam geworden. Nicht zuletzt deshalb, weil in Indien, dem Heimatland der Gelbwurz, überraschend wenig Menschen an Alzheimer erkranken. An der Universität von Kalifornien in Los Angeles/ USA ist es im Jahr 2004 gelungen, mit Curcumin im Gehirn von Mäusen Ablagerungen (Plaques) aufzulösen, die für die Alzheimer-Krankheit typisch sind. Jetzt planen die Wissenschaftler die erste Curcumin-Studie an Alzheimer-Patienten.
Wir möchten mit diesen Hinweisen auf positive Zwischenergebnisse keine falschen Hoffnungen bei Krebs- oder Alzheimer-Patienten wecken. Noch steckt die Curcumin-Forschung in den Kinderschuhen. Aber viele Patienten wollen und können verständlicherweise nicht warten, bis eindeutige Ergebnisse vorliegen. Da Curcumin in der Regel gut vertragen wird, spricht jedenfalls nichts gegen einen - mit dem Arzt abgestimmten - Versuch mit diesem viel versprechenden Mittel aus dem Pflanzenreich.
ähnliche Beiträge
- Gelbwurz: Neue Hoffnung bei Krebs und Alzheimer
- Grüner Tee schützt Sie vor Krebs und macht schlank
- Alzheimer-Medikamente halten oft nicht, was sie versprechen
- So beugen Sie der Alzheimer-Erkrankung wirksam vor
- Obst und Gemüse: Anti-Krebs-Hoffnung leider nicht erfüllt
- Senken Sie Ihr Alzheimer-Risiko um phantastische 50 % – oder gar 76 %
- Salbei kann Alzheimer-Symptome lindern
- Diabetiker: Keine Hoffnung mehr auf Zimt