Geben Sie Ihren Knochen auf natürliche Weise Rückhalt
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 23.10.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
am vergangenen Samstag wurde der Welt-Osteoporose-Tag begangen. „Gegen den Knochenbruch: Das Osteoporose-Risiko erkennen und verringern“ lautete das Motto. Der jährliche Gesundheitstag ist von der Weltgesundheitsorganisation WHO ins Leben gerufen worden.
Die Osteoporose gilt heute als eine der Volkskrankheiten, die sich in der zweiten Lebenshälfte einstellen und zwar bei beiden Geschlechtern. Irrtümlicherweise wird immer so getan, als sei Osteoporose eine reine Frauenkrankheit. Insgesamt sind sechs bis acht Millionen Menschen von einem raschen Knochenabbau betroffen. Die Zahl der Osteoporose-Kranken nimmt mit der steigenden Lebenserwartung bei Frauen und Männern gleichermaßen zu . Beim langsamen Knochenabbau kommen mehrere Auslöser zusammen. Etwa vom 30. bis 35. Lebensjahr an lagern die Knochen immer weniger Kalzium ein. Das ist zunächst einmal ein natürlicher Vorgang. Doch bei vielen Menschen erreicht der Abbau der Knochen heute rasch Krankheitswert.
Vor allem Bewegungsmangel, zu wenige Aufenthalte an der frischen Luft und Fehlernährung wurden als Ursachen dafür dingfest gemacht. Ohne Bewegung läuft bei der Vorbeugung und Behandlung des Knochenabbaus gar nichts. Sie ist das zuverlässigste Mittel, mit dem Knochenmasse (wieder) aufgebaut wird.
Eine Unterversorgung mit Kalzium durch zu wenig Milch oder Milchprodukte, vor allem aber durch Diäten und andere Mangelernährungsformen wie Essstörungen kann bereits in jungen Jahren den Grundstein für eine Osteoporose legen. Bei Frauen spielt das Nachlassen der Östrogenbildung in den Wechseljahren eine Rolle – allerdings nicht so gravierend, wie es in der Vergangenheit von „Hormonpäpsten“ dargestellt wurde. Nachdem die Hormonersatztherapie aufgrund nachweisbarer gravierender Nebenwirkungen in Verruf geraten ist, wurde auch mit der Mär Osteoporose und Hormone gründlich aufgeräumt. Letztere sind zwar am Knochenstoffwechsel wesentlich beteiligt, doch die Osteoporose wurde mittlerweile als Indikation für die Hormonersatztherapie zu den Akten gelegt. Als Risikofaktoren für die Osteoporose gelten vor allem ein zu niedriges Körpergewicht und eine zu geringe Muskelmasse.
Eine organische Erkrankung liegt der Osteoporose nur sehr selten zugrunde
Der Knochen ist gewissermaßen ständig in Bewegung, er unterliegt laufenden Umbau- und Neubauprozessen. Innerhalb von fünf Jahren erneuert Ihr Körper beispielsweise die Hälfte seines Knochengewebes. Bei Kindern und Jugendlichen wird vor allem der Knochen aufgebaut, bei Erwachsenen im mittleren Lebensalter ist die Bilanz zwischen Knochenaufbau und –abbau ausgeglichen. In der dritten Lebenshälfte überwiegt dann oft der Knochenabbau. Doch dieser Verlust muss nicht sein, denn auch bei älteren Menschen lässt sich die Knochenmasse durch ausreichend Bewegung und die richtige Ernährung wieder aufbauen.
Der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose organisiert am 27. Oktober in München einen Patientenkrongress. Teil dieser Veranstaltung sind Vorträge, Diskussionsrunden, Workshops und eine Sprechstunde. Nähere Informationen auf den Internetseiten des Bundesselbsthilfeverbandes und das Kuratoriums Knochengesundheit.
Lesen Sie im nächsten Betrag, wie Sie den Abbau Ihrer Knochen in den Griff bekommen und Ihrem Skelett den Rücken stärken.