Für verlorene Urlaubstage gibt´s Schadenersatz

in Verbraucherschutz Vertraulich
vom


Die Familie war erwartungsvoll am Flughafen angekommen und freute sich schon auf den bevorstehenden Türkei-Urlaub, als sie erfuhr, dass keine Plätze im Flieger mehr frei waren. Der Veranstalter hatte schlicht vergessen, die Sitze zu reservieren. Als Ersatz bot dieser andere Reiseziele an, die der Familie jedoch nicht zusagten. Sie beschließt, den Reisepreis zurückzuverlangen und zu Hause zu bleiben. Für die verpassten Urlaubsfreuden verlangte sie vom Veranstalter zusätzlich die Hälfte des Reisepreises als Schadenersatz. Dieser weigerte sich, man traf sich vor dem Amtsgericht München. Die Richter befanden, dass sich ein Schadenersatzanspruch stets auch am hohen immateriellen Wert der Freizeit bemessen müsse. Der gebuchte Zeitraum sei von der Familie zwingend als Freizeit vorgesehen gewesen und könne nicht nachgeholt werden. Auch die Enttäuschung über den missglückten Urlaub sowie das nutzlose Packen und die vergebliche Anreise zum Flughafen müssten berücksichtigt werden. Die Familie bekommt den Reisepreis sowie noch einmal 50 % als Schadenersatz vom Veranstalter zurück. Aktenzeichen 262 C 20444/10


von
Dr. Dietmar Kowertz

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