Fuchsbandwurm: Wie groß ist die Gefahr für Beerensammler?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 7. August 2008, 06:00 Uhr
GNL5223
Liebe Leserin,
lieber Leser,
viele von Ihnen sind derzeit unterwegs, um draußen am Wegesrand Beeren zu sammeln. Wer Waldfrüchte isst, kann sich jedoch mit dem Fuchsbandwurm anstecken. Wie groß ist die Gefahr für Sie? Das wollte Leser Egon R. von mir wissen.
Die Zahl der Menschen, bei denen nachgewiesenermaßen eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm vorliegt, klingt zunächst relativ gering. In den 90er Jahren wurden gerade mal acht Fälle verzeichnet. Doch es gab es damals keine Meldepflicht. Genauere Daten werden jetzt durch die neu eingeführte Meldepflicht erwartet. Experten warnen jedoch vor Panikmache, denn die Ansteckungsgefahr werde überschätzt, sagen sie.
Der Fuchsbandwurm ist von Haus aus auf Füchse, Hunde, Katzen und kleine Nager spezialisiert. Der Mensch gehört nicht zu seinen natürlichen Wirten. Nicht jeder, der sich einen Fuchsbandwurm einverleibt, wird auch krank. Möglicherweise erkrankt ein Mensch nur unter bestimmten Voraussetzungen:
- etwa nach der Aufnahme einer großen Menge mit Eiern des Fuchsbandwurmes
- nach jahrelangem Kontakt mit dem Fuchsbandwurm
- bei krankheitsbedingter Immunschwäche
- bei einer genetischen Veranlagung.
Die Inkubationszeit der Echinokokkose - wie die Erkrankung in der Medizin heißt - ist noch unbekannt. Man weiß immer noch nicht, wie lange es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit dauert. Die meisten Betroffenen sind um die 50 Jahre alt, wenn bei ihnen die Krankheit ausbricht. Es ist also durchaus möglich, dass sie sich bereits in ihrer Kindheit angesteckt haben.
Der Fuchsbandwurm lebt im Darm von Füchsen. Seine Eier werden mit dem Kot ausgeschieden. Kleine Nagetiere, fressen diese und werden dadurch zum Zwischenwirt. In ihrem Darm entwickeln sich die Eier zu Larven. Frisst der Fuchs so einen Nager, wird aus den Larven ein Bandwurm. Die Eier des Fuchsbandwurms können auf Beeren „zwischengelagert" werden.
Der Mensch steckt sich über den Mund an. In seinem Darm entwickeln sich die Eier zu Larven und dringen dann meist in die Leber ein. Ob die Ansteckung aber wirklich über Beeren, Früchte und Gemüse aus der freien Natur passiert, ist letztlich auch noch nicht geklärt. Auffällig ist jedoch, dass unter den Infizierten relativ viele Landwirte zu finden sind. Man nimmt an, dass sie sich durch aufgewirbelte Erde mit Bandwurmeiern infizieren.
Lassen Sie sich auf keinen Fall verunsichern und genießen Sie auch weiter die guten Gaben der Natur, sagt Matthias Frosch vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg, der sich eingehend mit dem Fuchbandwurm befasst hat.
Lesen Sie im nächsten Beitrag, was Sie vorbeugend tun können.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
ähnliche Beiträge
weitere Ausgaben von
Naturmedizin aktuell
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Donnerstag, 09. Februar 2012
Mittwoch, 08. Februar 2012
Dienstag, 07. Februar 2012
alle AusgabenWarum Frauen eine andere Medizin brauchen
Gehen Sie nicht länger das Risiko ein, falsch behandelt zu werden
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Warum Frauen eine andere Medizin brauchen