Fructose: Keine gesunde Süße!
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 25. Januar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
„Mit der gesunden Süße aus Früchten" - das ist im Moment ein Argument, welches viele Hersteller für ihre Werbung nutzen. Fructose, die Süße, um die es geht, ist tatsächlich der Zucker, der in Obst von Natur aus enthalten ist. Wenn Sie ihn über Obst zu sich nehmen, ist er nicht schädlich, denn es sind keine Unmengen Fructose in den Mengen Obst enthalten, die Sie jeden Tag essen.
Aber Fructose ist eines nicht: eine gesunde Alternative zu Zucker. Leider aber hält sich dieser Irrglaube verstärkt und wird natürlich von den Herstellern eigentlich ungesunder Produkte gerne und häufig ausgenutzt. Dabei kann sich Fructose, im Übermaß genossen, tatsächlich schädlich auf Ihre Gesundheit auswirken.
Gezeigt hat dies eine Untersuchung der Georgia Health Sciences University/USA. Die Forscher hier hatten fast 560 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren untersucht und festgestellt, wie gravierend sich ein übergroßer Konsum von Fructose auf die Gesundheit auswirkt.
Denn die Teenager, die viel Fructose zu sich nahmen (wohlgemerkt nicht aus Obst, sondern durch Lebensmittel, bei denen dieser Zucker als Süßungsmittel verwendet wurde), hatten nicht nur einen deutlich erhöhten Blutdruck. Ihre Insulinresistenz war größer, in ihrem Blut fand sich deutlich weniger HDL-Cholesterin. Diese Cholesterinsorte schützt die Gefäße. Dafür war die Menge der Entzündungsfaktoren im Blut deutlich angestiegen.
Der Grund für diese gesundheitsschädlichen Folgen der Fructose, wenn sie übermäßig aufgenommen wird: Sie wird deutlich anders verstoffwechselt als zum Beispiel Glucose oder andere Zuckerarten. So kommt es zu speziellen Abbauprodukten, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken.
Aber wie erkennen Sie Fructose? Denn es gibt nicht nur Hersteller, die offen damit werben, die vermeintlich gute Süße einzusetzen. Vielmehr ist Fructose auch in Lebensmitteln enthalten, bei denen Sie auf den ersten Blick gar nicht erkennen, dass hier der ungesunde Zucker verwendet wurde. Sie sollten sich daher immer die Zutatenliste der Lebensmittel genau anschauen. Lesen Sie hier das Wort Maissirup - dann Vorsicht: Hierin steckt viel Fruchtzucker. Achten Sie einmal darauf, wie häufig dieser verwendet wird. Sie werden erstaunt sein, wo er sich überall verbirgt: Maiszucker finden Sie nicht nur in süßen Lebensmitteln. Auch Lebensmittel, die alles andere als süß sind, werden hiermit angereichert - zum Beispiel fertige Pizzen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gina (25.01. 2012 16:26 Uhr):
Danke für diesen äußerst interessanten Beitrag. Ich habe die darin angeführten Gesundheitsrisiken in Bezug auf Fructosekonsum noch nie bewusst wahrgenommen.
Antworten - Kommentar von Dr Horst Göring (25.01. 2012 18:44 Uhr):
Im Prinzip stimme ich Ihren Darlegungen zu. Doch glaube ich, dass Sie leider nur zu allgemein auf die wichtigsten Fructose-Quellen in unseren Lebensmitteln hingewiesen haben. Eine der Hauptquellen sind die bei Jugendlichen nur all zu beliebten Getränke, die in den meisten Fällen einen erheblichen Süßigkeitsgrad auf weisen. Sogar in den unverdächtig klingenden "Obstgetränken" wird heftig mit Fructose gesüßt. Suchen Sie einmal in den Regalen nach Obstsäften. Es gibt fast nur Obst-Getränke oder -Nektare. Das hört sich doch gut an. Es sind aber keine Obstsäfte für die es "Reinheitsgebote" gibt. Nicht nur, dass der Obstgehalt in den Getränken bzw. Nektaren häufig relativ gering ist, gesüßt wir meist mit Fructose. Die Hersteller sind erfinderisch. Da wird häufig geschrieben "gesüßt mit Fruktose-Sirup, mit Glucose- und Fructose-Sirup". Keine Angaben über das Verhältnis von Glucose zu Fructose in diesen Gemischen. Es könnte ja auch 1:99 sein! Offensichtlich wird sehr viel Aufwand betrieben, um nicht die Wahrheit zu sagen. Ähnlich sieht es auch bei allen anderen "süßen" Lebensmitteln aus. Die Folgen des hohen Fructose-Verzehrs sind in der Anfangsphase meist nicht so gravierend: mehr oder minder starke Veränderungen im Stuhlgang bis hin zum "Reizdarm"-Syndrom. Schaun Sie ins Internet, was es auf diesem Gebiet für Probleme gibt. Für die meisten Menschen sind Auslöser bzw. Ursachen ihrer Leiden unbekannt. Wer kommt denn auch schon auf die Idee, dass es beispielsweise an einem zu starken Genuss von Obst-Nektar liegen könnte? Obst-Nektar - das hört sich doch sooo biologisch und gut an. Und das sind nicht die einzig möglichen Folgen eines zu großen Fructose-Verzehrs..
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