Freundschaften: Wichtiger für Gesundheit als Ernährung und Bewegung?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 18. September 2009, 06:00 Uhr
GNL5223
Ein befriedigendes Sozialleben könnte für das Wohlbefinden und die Gesundheit eines Menschen noch wichtiger sein als die richtige Ernährung oder ausreichender Sport. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus England, den USA und Australien aufgrund mehrerer Studien. Menschen, die regelmäßigen Kontakt zu Familie und Freunden pflegen, erkranken beispielsweise weniger oft an Herzinfarkt, Demenz oder sogar an der gewöhnlichen Grippe.
"Der Mensch ist ein soziales Wesen, das in Gruppen lebt und sich auch in Gruppen entwickelt hat. Sportteams, Leseclubs oder ehrenamtliche Vereine geben uns das Gefühl sozialer Identität, die wichtig für Erfüllung im Leben ist. Gruppen sind daher zentral für Gehirnfunktionen, Gesundheit und Wohlergehen", erklärt der Studienleiter Alex Haslam von der Universität von Exeter.
Deutliche Hinweise für die wichtige Rolle sozialer Zugehörigkeiten sehen Wissenschaftler in mehreren aktuellen Studien. Schlaganfall-Patienten kommen etwa umso besser mit kognitiven Problemen wie Gedächtnis- oder Sprachverlust zurecht und sind umso zufriedener im Leben, je mehr Gruppen sie weiterhin angehören. Auch bei alten Menschen mit Demenz zeigt sich, dass die Gruppenzugehörigkeit weit mehr über das Wohlbefinden aussagt als der Schweregrad der Demenz. Zudem steigert die Verbindung zu anderen Menschen die Gedächtnisleistung deutlich mehr als Einzeltherapien. Die Medizin sollte das stärker berücksichtigen, da der Kontakt zu anderen Menschen weitaus billiger ist als Medikamente und weniger Nebeneffekte aufweisen. Indem sie das Wohlbefinden stärken, fördern Sozialkontakte die Immunabwehr und machen den Körper resistenter gegen Krankheiten.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Michael Schäfer (18.09. 2009 16:08 Uhr):
Man sollte aufhören, verschiedene Lebensbereiche untereinander zu vergleichen, um sie in ihrer Bedeutung zu relativieren. Selbstverständlich ist ein gutes soziales Umfeld besser als ein schlechtes, ein gutes Familienleben besser als ein schlechtes, ein befriedigendes Berufsleben besser als ein stressiges, ein gutes Sexualleben besser als ein schlechtes u.v.m. Alle diese Lebensbereiche haben ihre Bedeutung und tragen in ihrer Gesamtheit dazu bei wie der einzelne am Ende konfiguriert ist. Aber bitte unterlasse man abwegige Ausspielungen der einzelnen Bereiche wie Sozialleben gegen Ernährung u. ä. Das ist unwissenschaftlich und bar jeder Vernunft.
Antworten - Kommentar von Hedi (18.09. 2009 19:46 Uhr):
Diesem Beitrag kann ich voll beipflichten!
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