Freispruch für Nitrat in Roter Bete und Kohl
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 22. Dezember 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Kohl und Erdknollen haben derzeit Hochsaison. Und die sind besonders gesund! Das Nitrat im Wintergemüse kann erstaunlicherweise unter gewissen Umständen positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit entfalten. Bis vor kurzem hieß ja noch, man möge diesen Inhaltsstoff tunlichst meiden. Studien und Labore haben inzwischen die Beobachtung bestätigt, dass Nitrat den Blutdruck senken, das Herz stärken und Krankheitskeime abtöten kann. Erstmalig hatte die britische Pharmakologin von der Queen Mary Universität in London, Amrita Ahluwalia, einen direkten Zusammenhang zwischen Nitrat aus dem Gemüse und einer positiven Auswirkung auf den Blutdruck nachgewiesen. Nicht nur die Vielzahl der Vitamine, sondern vor allem auch das Nitrat sei ein großer Herzschutz. Außer der Roten Bete sind besonders Salat, Spinat und Kohl (auch Kohlrabi und Radieschen!) nitratreich.
Das natürliche Nitrat aus den Knollen und Grünzeugs wirkt weitaus effektiver als Medikamente, die Nitrat enthalten und einen erhöhten Blutdruck senken sollen. Dazu ist es noch völlig nebenwirkungsfrei und preiswert. So funktioniert es: Den größten Teil des mit den Nahrung aufgenommenen Nitrats scheidet Ihr Körper wieder aus. Ein Viertel reichert sich bereits im Speichel an und wird von Bakterien am Zungengrund in Nitrit umgewandelt. Dieses gelangt über den Magen ins Blut. Je größer die Nitritmenge, umso günstiger die Auswirkung auf den Blutdruck.
Ihr Körper wandelt das Nitrit in Stickmonoxid um, welches al eines der stärksten natürlichen Blutverdünner gilt. Es erweitert die Blutgefäße, senkt den Pulsschlag, blockiert das Stresshormon Cortisol und unterstützt die Bildung der körpereigenen Glückshormone. Grillen Sie dagegen gepökeltes Fleisch, verschweißt sich das Nitrit mit den Eiweißen des Fleisches zu Nitrosaminen. Und diese sind gefährlich, weil krebserregend. Aus diesem Grund kam das Nitrat zu seinem schlechten Ruf. Fazit: Gehen Sie sparsam mit Gepökeltem um, grillen Sie es nicht und greifen Sie lieber öfter zu den gesunden Knollen, Salaten und Kohl.