Fotos von Lebensmitteln regen durch Hormonausschüttung Appetit an
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 17. Januar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
Sicher haben Sie das schon einmal erlebt: Sie sehen ein Bild von einem bestimmten Lebensmittel - und schon bekommen Sie Appetit genau darauf. Wie funktioniert das? Der Mechanismus ist ein ähnlicher, wie wenn Sie leckere Speisen sehen direkt vor Ihnen stehen sehen oder riechen können. Im Körper wird Ghrelin ausgeschüttet. Dieses Hormon ist verantwortlich für Essverhalten, Verdauung und Nahrungsverwertung.
Bisher war nicht bekannt, dass das Hormon auch durch äußere Reize aktiviert wird. Wissenschaftler wussten nur, dass es ausgeschüttet wird, wenn Ihr Körper einen Nährstoffmangel aufweist. Die Folge der Hormonausschüttung: Sie bekommen Hunger.
Forscher haben nun in einer kleinen Untersuchung nachgewiesen, dass tatsächlich auch äußere Reize wie Bilder Ihren Appetit durch diese Hormonausschüttung anregen. Dazu zeigten sie jungen Männern genau zwischen Frühstück und Mittagessen 50 Bilder. Am ersten Tag mussten sich die Teilnehmer Bilder von Dingen ansehen, die nicht essbar waren. Am zweiten Tag waren es dann Bilder von Pizza, Schnitzel, Kuchen und Co. Zeitgleich wurde den Männern fünf Stunden lang im viertelstündlichen Abstand Blut abgenommen, um den Hormonstatus zu bestimmen.
Dieser war eindeutig: Nach dem Frühstück sank der Ghrelin-Gehalt im Blut, stieg dann bis zum Mittagessen langsam wieder an. Bekamen die Kandidaten Lebensmittel-Bilder vorgelegt, erhöhte sich der Hormongehalt im Blut deutlich stärker als wenn die Männer auf Bilder mit nicht-essbaren Gegenständen blickten.
Dieser Effekt, so die Wissenschaftler, kann dazu beitragen, dass die Zahl der Menschen, die unter Übergewicht leiden, in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat. Denn erst in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Anzahl der Lebensmittel-Werbespots stark angestiegen. Egal ob in Zeitschriften oder im Fernsehen, ständig werden wir von Lebensmittelwerbung verführt - und damit werden unweigerlich die Hormonproduktion und auch der Appetit gesteigert. So ist auch zu erklären, dass Sie schon kurz nach dem Frühstück Schokolade oder Kuchen verzehren können, wenn Sie entsprechende Lebensmittel - und sei es nur auf Werbung in der Zeitung - appetitlich präsentiert sehen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dennis (17.01. 2012 16:31 Uhr):
Interessanter Beitrag, noch interessanter wäre es zu erfahren in welcher wissenschaftlichen Zeitschrijft und vom wem dieses Experiement ausgeführt wurde. Fakt ist, dass die Hormone eine Schlüßelrolle spielen auf der biologischen Basis und hierbei dann auf das "Hungerhormon" Ghrelin eingegangen ist - zugleich will ich die Andacht und Augen öffnen, dass Essverhalten weitaus mehr Komponenten beinhaltet; so ist aus dem Bereich des Konsumenten-Verhaltens (Consumer Behavior) bekannt, dass durch das Sehen von echtem Essen der subjectiv wahrgenommen Wert des Essens verändert wird (neben anderen Prozessen) und dies dazu führen kann, dass Konsumenten mehr einkaufen, mehr konsumieren und dies alles unabhängig von den Hormonen (biologischen Wirkmechanismen). Hiermit will ich nur kurz illustrieren, dass Essen und Konsumentenverhalten komplexer ist als wir manchmal annehmen. Persönlich glaube ich, dass die Psychologischen Aspekte weitaus wichtiger sind als nur die rein biologischen aber das sei in den Raum gestellt. Grüße, Dennis (B.Sc. Health Sciences)
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