Flohsamen mildert sowohl Durchfall als auch Verstopfung
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 29. November 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Die kleinen Körner des Flohsamenkrauts helfen Ihrem Darm dank Ihrer enormen Quellfähigkeit sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung. Sie verursachen nicht wie andere Mittel Blähungen und sind außerordentlich gut verträglich. Zudem heilen sie Entzündungen im Darm.
Das Flohsamenkraut (Plantago psyllium) zählt zu den Wegerich-Gewächsen und besteht aus verschiedenen Familienmitgliedern. Beispielsweise dem rötlich bis dunkelbraune Flohsamenkraut mit dem botanischen Namen Plantago afra. Diese einjährige, bis zu einem halben Meter hohe Pflanze ist am Mittelmeer beheimatet. In den afrikanischen Mittelmeerländern, auf der arabischen Halbinsel, von Vorderasien bis Indien ist hingegen der blassrosa bis gelbbraune Indische Flohsamen (Plantago ovata) zu Hause. Die Samenkörner vollbringen sowohl bei Verstopfung all auch bei Durchfall kleine Wunder, denn sie sind außerordentlich quellfähig. Die Flohsamen, die Sie bei uns in der Apotheke kaufen können, stammen meist aus französischen Kulturen.
Die Samen von Plantago afra sind dabei noch etwas quellfähiger als die des Plantago ovata. Sie können das Zehnfache an Wasser aufnehmen. Sie quellen zu einer gallertartigen, schleimigen Masse auf. Ihre Haut enthält eine trockene Schleimsubstanz, die sich mit Feuchtigkeit so voll saugt, dass die Zellen platzen und die glibberige Masse austritt. Sie besteht vor allem aus unverdaulichen Kohlenhydraten, die der Körper nicht aufnehmen kann. Sie wandern so wie sie sind durch den Darm. Bei Verstopfung erhöht das Ballaststoffgel das Volumen des Stuhls und macht diesen gleitfähiger. Das vergrößerte Stuhlvolumen löst einen Dehnungsreiz an der Darmwand aus, was zu einem Entleerungsreflex führt.
Bei Durchfall legt sich die Gelmasse schützend auf die gereizte Darmschleimhaut. Das ist auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sehr hilfreich und erleichtert den Betroffenen das Leben, denn die löslichen Ballaststoffe binden entzündungsauslösende Substanzen im Darm. Die Flohsamen wirken, ohne Blähungen auszulösen. Deshalb entfalten sie auch bei Menschen mit einem Reizdarm günstige Auswirkungen. Die hilfreichen Körner sind für den Dauereinsatz geeignet. Bei einem Darmverschluss sind Flohsamenzubereitungen allerdings tabu.
So sollten Sie Flohsamen anwenden:
Als Tagesdosis werden 10 bis 30 Gramm empfohlen. Das entspricht zwei bis sechs Teelöffel voll. Lassen Sie dafür jeweils morgens und abends 5 bis 15 g mit ein wenig Wasser leicht vorquellen und nehmen Sie die gelartige Masse dann mit reichlich Wasser ein. Auf 10 Gramm sollten Sie mindestens 200 Milliliter Flüssigkeit zu sich nehmen. Sie können das Gel auch in Joghurt, Müsli oder Obstsalat einrühren. Trinken Sie noch ein bis zwei Gläser Wasser dazu. Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten. Flohsamen werden im Allgemeinen sehr gut vertragen. Schützen Sie die Samen vor Licht und Feuchtigkeit.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dominic Schnettler (29.11. 2011 17:03 Uhr):
Sehr geehrte Frau Schneider, vielen Dank für diese wie schon viele andere Infos. Eine Frage zum Thema aber noch: Verhält es sich mit Leinsamen vergleichbar/genauso wie bei Flohsamen? Hinsichtlich der Anwendung ist mir bekannt, dass sie sehr ähnlich angewandt werden, was mich jedoch interessiert, ob Leinsamen wie Flohsamen ganz unverdaut 'durchgeschleust' werden ob jene im Gegensatz zu diesen ggf. doch Flatulens verursachen können und somit diesbzgl. weniger verträglich sind. Mit bestem Gruß, Dominic Schnettler
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