Fitness für jedermann – ein neuer alter Trend
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 21. Oktober 2010, 05:00 Uhr
GNL5356
In den vergangenen 70er Jahren kamen die Fitness-Parcours namens Trimm-dich-Pfade in Mode. Trimm dich wurde zu einer Massenbewegung und war gewissermaßen der Startschuss der Fitnesswelle. Idee und Ausführung stammten vom Deutschen Sportbund (DSB), der vor allem die stark angestiegene Zahl der Herzkrankheiten und insbesondere des Herzinfarkts damit verringern wollte. Mit Bocksprüngen, Hüftkreisen und Standweitsprüngen zum Beispiel sollten die deutschen Herzen fit gemacht werden und zwar fernab von Leistungsdenken und Wettbewerben. Denn das ist Stress, der einem gefährdeten Herzen nicht wohl tut.
Heute verbinden viele mit dem Begriff verfallene Holzbänke und vereinsamte Trimm-dich-Strecken. Vielerorts sind Balken und Klimmzugstangen zu morsch, um sie noch benutzen zu können. Doch die Trimm-dich-Idee wird derzeit nach neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen wiederbelebt, denn hier werden in idealer Weise Kraft. Ausdauer und Beweglichkeit trainiert. Auch motorische Geschicklichkeit und Gleichgewichtssinn kommen nicht zu kurz.
Einige der Übungen aus den 70er Jahren sind inzwischen nach aktuellen sportmedizinischen Erkenntnissen überholt. Drei Beispiele:
- Sprünge über Holzböcke beugen bei jüngeren Menschen der Entstehung einer Osteoporose vor. Von etwa 35 Jahren an sind die Übungen wegen der plötzlichen Druckbelastungen eher schädlich.
- Kniebeugen wurden früher recht schwungvoll ausgeführt. Heute achtet man eher darauf, dass der Winkel zwischen Oberschenkel und Wade nicht weniger als 90 Grad beträgt, weil das die Gelenke schont.
- Zudem waren einige der Übungen insbesondere für Anfänger einfach zu schwer. Das gilt beispielsweise für Klimmzüge, die auch für Geübtere eine schwierige Angelegenheit sind.