Fisch erfreut sich bei genießenden Gesundheitsfans großer Beliebtheit
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Fisch
vom 31. Januar 2012, 05:00 Uhr
GNL5356
Fisch erfreut sich bei Genießern und Gesundheitsfans gleichermaßen großer Beliebtheit. Denn er ist lecker, meist kalorienarm, bekömmlich und zieht selbst gemäßigte Vegetarier in seinen Bann. Etwa 15 Kilo Fisch verzehrt jeder von uns Bundesbürgern jährlich. Trotz der betrüblichen Situation wird weiterhin empfohlen, zweimal in der Woche frischen Fisch zu essen.
Denn Fisch hat es in sich. Er enthält außer den Omega-3-Fettsäuren - je nach Herkunft und Nahrung:
- 12 bis 20 Prozent Eiweiß von hoher biologischer Wertigkeit
- keine Kohlenhydrate (Fischfleisch hat wenig Bindegewebe - das macht sein Fleisch besonders zart und leicht verdaulich)
- wenig Kalorien (magere Arten)
- besonders viel Jod
- reichlich Mineralstoffe wie Eisen, Jod, Selen und Kalium
- Vitamin A, D und B 12
Auch fetterer Fisch hat seine gesundheitlichen Qualitäten, denn hauptsächlich er verfügt über die wertvollen ungesättigten Fettsäuren - wie die Omega-3-Fettsäuren. Die wünschenswerte tägliche Aufnahme der besonders wichtigen Omega-3-Fettsäuren wird mit 0,3 bis 0,4 Gramm angegeben, der tatsächliche Verzehr liegt meist unter 0,1 Gramm.
- Zu den mageren Fischen zählen Flunder, Kabeljau, Flussbarsch, Hecht und Zander. Sie haben einen Fettgehalt von unter einem Prozent pro 100 Gramm.
- Mittelfette Fische sind beispielsweise Rotbarsch, Sardine, Seehecht, Forelle oder Karpfen.
- Fettfische haben einen Fettgehalt von mindestens zehn Prozent auf 100 Gramm: Dazu zählen Aal, Heilbutt, Hering, Lachs, Makrele, Sprotte oder Thunfisch.
- Lachs, Sardellen und Sardinen sind mit 1,5 bis 2 Gramm auf 100 Gramm besonders reich an Omega-3-Fettsäuren.
Omega-3-Fettsäuren: Das non plus ultra für Ihre Gesundheitsvorsorge
Omega-3-Fettsäuren aus fetten Fischen gelten derzeit als das Non-plus-Ultra der Gesundheitsvorsorge. Die gesunden Fischöle stecken vor allem in Fischen wie Thunfisch, Hering oder Makrele. Ihr Organismus ist darauf angewiesen, dass Sie die sogenannten essentiellen Fettsäuren mit der Nahrung aufnehmen. Dazu gehören die Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken sich in vielfältigerweise günstig auf Ihre Gesundheit aus. Die Fettsäuren sind außer in fettem Seefisch in Fleisch und Milchprodukten von Weide- und Wildtieren zu finden. In Öl finden sie sich nur in geringen Mengen - etwa in Oliven-, Walnuss- oder Leinöl.
Vor allem den Omega-3-Fettsäuren EPA (Eisosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) wurden vielfältigen positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachgewiesen: Sie hemmen Entzündungen, erhöhen sowohl die Durchblutung im Gehirn wie auch den Serotoninspiegel, verringern die allgemeine Stressanfälligkeit und wirken der Makula-Degeneration (einer Erkrankung der Netzhaut) entgegen. Zwei Portionen Fisch pro Woche verringern nach wissenschaftlichen Studien das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck deutlich und normalisieren die Blutfettwerte.
Das sind die wichtigsten Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren:
- Herzschutz
- Verbesserung der Blutfettwerte
- Gerinnungshemmung
- Schutz vor Arteriosklerose
- Baustein für gesunde Zellen (vor allem Hirn- und Nervenzellen)
- Entzündungshemmung
- Krebsschutz
- Schutz vor Augenerkrankungen
- Linderung von rheumatischen Beschwerden
Eine offiziell empfohlene Verzehrmenge gibt es derzeit nicht. Experten geben an, dass Sie täglich 50 bis 200 g Lachs oder 100 bis 400 g Makrele essen sollten. Doch bei aller Einsicht: Wer will oder kann schon jeden Tag Fisch essen - außer vielleicht demnächst in der Fastenzeit?
Die auch medizinisch anerkannte Alternative sind Fischöl-Kapseln aus der Apotheke (z. B. Eumea®). Hiervon werden zwischen 300 und 1.200 mg EPA und 200 und 800 mg DHA pro Tag empfohlen. Essen Sie am besten frischen Fisch, wann immer Sie können und mögen. Nehmen Sie dazu zusätzlich ein Fischöl-Präparat.
Kann man Fisch überhaupt noch bedenkenlos essen?
Immer mehr Leser haben mich in den vergangenen Wochen gefragt, ob es ökologisch überhaupt noch vertretbar sei, so viel Fisch zu sich zu nehmen. Denn die Gewässer sind überfischt und etliche Fischarten im Aussterben begriffen. Es wird mehr gefischt, als nachwachsen kann. Zudem gelten einige Fischarten als extrem umweltbelastet.
Wegen der Überfischung der Meere wird beispielsweise heute vom Verzehr von Kabeljau und Aal abgeraten: Der Kabeljau ist inzwischen eine Rarität. Auch Aale sind vom Aussterben bedroht. Die Bestände von Alaska-Seelachs (Fischstäbchen), Thunfisch, Schellfisch, Scholle und Flunder gehen stark zurück.
Durch die Verschmutzung der Gewässer sind manche Fische mit Schwermetallen belastet - etwa mit Quecksilber, den hochgiftigen Organo-Zinn-Verbindungen, chlorierten Kohlenwasserstoffen und Pflanzenschutzmitteln. Davon sind besonders die Bestände in Nord- und Ostsee sowie dem Mittelmeer betroffen. Fetter Fisch enthält mehr Schadstoffe als magerer Fisch, Fisch aus Küstennähe und Binnengewässern mehr als Hochseefisch. Fische aus Fischzuchten, die heute in industriellem Ausmaß betrieben werden, sind zusätzlich mit Wachstumsförderern, Antibiotika, Antiparasitika und anderen Tiermedikamenten belastet. Sie werden den Tieren verabreicht, um eine massenhafte Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
Doch wenn Sie gern Fisch essen, sollten Sie das ruhig weiterhin tun. Denn die Lage auf dem Fisch-Markt verbessert sich langsam wieder. Als Verbraucher können Sie beim Einkauf selbst entscheiden, welchen Fisch Sie essen. Damit bestimmen Sie letztlich darüber, ob Bestände und Umwelt geschont werden oder nicht.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gabriele Wess (31.01. 2012 09:20 Uhr):
Sehr geehrte Damen und Herren, es wäre toll gewesen, wenn Sie Fischarten angegeben hätten, welche nicht mit Schadstoffen belastet sind: Thunfisch "war" einmal gut, ist sehr mit Schadstoffen belastet, nicht zum Verzehr geeignet genauso "Pangasius" ein sehr, sehr minderwertiger Fisch. Vielleicht könnten Sie in Ihrer nächsten Ausgabe "Fische anführen, welche kein Umweltgift bzw. Antibiotika von heimischer Zucht" enthalten. Vielen Dank. Mfg
Antworten - Kommentar von Gerhard (31.01. 2012 14:36 Uhr):
Lieber Herr Erb, Ihre „Fischbeiträge“ fordern mich geradezu heraus. Sie sagen: „Omega-3-Fettsäuren aus fetten Fischen gelten derzeit als das Non-plus-Ultra der Gesundheitsvorsorge“ Ich frage: Warum? Antwort: Weil ein riesiger, skrupelloser Industriezweig sich daran maßlos und gewissenlos bereichert. Diesem Moloch ist es gelungen die Tatsachen zu verschleiern und die natürlichen Ressourcen der Meere zu dezimieren und teilweise bereits zu vernichten. Tatsache ist es, daß viele pflanzliche Lebensmittel die essenziellen Fettsäuren nicht nur in ausreichender Menge, sondern auch in bekömmlicherer Form beinalten. Ich nenne nur: Leinsamen, Chia-Samen, Nüsse, Avocados, Perilla-Samen, Algen u.v.m – hier darf man keineswegs von geringen Mengen reden, denn nachweislich sind in diesen Pflanzen mehr als für den menschlichen Bedarf notwendig. Der Widerspruch zwischen Empfehlungen von Medizinern „Esst mehr Fisch“ und Umweltschutzorganisationen „Schont die Bestände.“ Ist klar und deutlich zu erkennen. In dem Zusammenhang sei die Frage erlaubt: wer bitte die von Ihnen erwähnten wissenschaftlichen Studien in Auftrag gegeben hat, wer sie finanziert und wer von den, meist im Voraus feststehenden, Ergebnissen nutzen hat? Was die Fischölkapseln betrifft so gibt es seriöse Untersuchungen die belegen, daß auch in diesen Präparaten die Umweltgifte vorhanden sind. Außerdem tragen sie zusätzlich zum Überfischen bei. Ihre Behauptung „ Denn die Lage auf dem Fisch-Markt verbessert sich langsam wieder“. ist meines Erachtens erklärungsbedürftig. Die Meere werden mit immer mehr Schadstoffen in immer größer werdenden Größenordnungen verschmutzt. Die Weltbevölkerung, vor allem die hungernde, wird immer größer, die Fischbestände immer kleiner, der Chemie-Einsatz bei Aquakultur immer komplizierter… - wo bitteschön, Herr Erb, haben Sie den Optimismus zu einer solchen Aussage her? Ich selbst gehöre zu der Spezies die Sie gemäßigte Vegetarier nennen. Das heißt, daß ich gelegentlich auch Fisch esse (frisch geräucherter Lachs, von einem befreundeten Hobby-Züchter) hmmm – fein, geschmackvoll und gesund! Aber meinen Omega 3 Bedarf decke ich mit pflanzlichen ungesättigten Fetten. Ich habe vor fünf Jahren das letztemal einen grippalen Infekt gehabt – bin immer noch als Gesundheits- und Ernährungsberater im eigenen Betrieb tätig, laufe fast jeden Tag 45 bis 60 Minuten, bin begeisterter Eisschwimmer… soll ich noch einige Beweise für Gesundheit ohne Fisch anführen? L.G. Gerhard
Antworten- Antwort von Hannelore Winkler (31.01. 2012 21:47 Uhr):
Toll Gerhard, Sie sind ein richtiger Naturbursche - und Sie haben Recht. Freundlicher Gruß H. Winkler
- Antwort von Almut (31.01. 2012 22:07 Uhr):
Auch ich decke meinen Omega 3 Bedarf überwiegend pflanzlich: Kaltgepresstes Leinöl schmeckt lecker zu Pellkartoffeln und passt auch gut zu Quark und in Joghurt. L.G. Almut
- Antwort von Hannelore Winkler (31.01. 2012 21:47 Uhr):
- Kommentar von Hannelore Winkler (31.01. 2012 15:30 Uhr):
Ich bin Jahrgang 1946. Nach dem Krieg bekamen wir Kinder jeden Tag einen Löffel Lebertran, den wir meist widerwillig hinunter schluckten. Heute denke ich, wäre es nicht schlecht, diese Gewohnheit wieder aufzunehmen. Herr Erb, können Sie mir sagen, wieviel Omega-3 im Lebertran enthalten ist? Ich denke, ich sollte wieder damit anfangen. Es wäre eine Alternative zmu belasteten Fisch.
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