Fingerlänge weist auf Prostatakrebsrisiko hin
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Prostatakrebs
vom 6. Dezember 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Es klingt nach einer unsinnigen Aussage, nach Blödsinn: Der Ringfinger des Mannes soll Auskunft über sein Prostatarisiko geben. Immer dann, wenn der Ringfinger länger ist als der Zeigefinger, soll das Risiko für diese Krebsart höher liegen.
Aber was sich im ersten Moment so anhört wie „an der Nase des Mannes..." hat tatsächlich einen ernsten Hintergrund: Die Fingerlänge steht vor der Geburt schon fest. Wie lang die einzelnen Finger werden, hängt damit zusammen, wie hoch die einzelnen Hormone dosiert sind, denen ein ungeborenes Kind im Mutterleib ausgesetzt ist.
Ein geringer Testosteronspiegel im Mutterleib sorgt dafür, dass die Zeigefinger länger werden. Darüber hinaus bietet er aber auch einen gewissen Schutz vor Prostatakrebs in späteren Lebensjahren.
Forscher gehen davon aus, dass die männliche Fingerlänge in Zukunft als Risikofaktor bewertet werden sollte. In Kombination mit anderen Risikofaktoren wie genetischer Vorbelastung und Erkrankungen in der Familie sollte diesen Männer dann früher Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden.