Fieber: Eine weise Masche der Natur
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 12. September 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Fieber gehört zu den bekanntesten Krankheitserscheinungen. Es gibt wohl keinen Menschen, der noch nie in seinem Leben Fieber hatte. Immer wieder wurden Erklärungen für das Phänomen der erhöhten Körpertemperatur gesucht. Nicht immer lag man richtig damit: Im 17. Jahrhundert beispielsweise befanden Forscher, dass Fieber den Zustand der Seele widerspiegele. Darauf sind auch die heute noch geläufigen Begriffe wie Spielfieber, Kauffieber, Lampenfieber oder Discofieber zurückzuführen, die ja in der Tat auf eine psychische Erregung schließen lassen.
Dann wieder wurde das Fieber für eine in sich abgeschlossene und behandlungsbedürftige Krankheit gehalten. Heute wissen wir es besser: Eine höhere Temperatur des Körpers ist ähnlich wie der Schmerz ein Warnsignal, dass dort irgendwelche Krankheitsprozesse ablaufen. Gleichzeitig ist Fieber ein meist gut funktionierender Selbstheilungsprozess des Körpers. Eine erhöhte Körpertemperatur ist eine Begleiterscheinung verschiedenster Krankheiten. Fieberverursacher sind in den häufigsten Fällen Bakterien, Viren, Pilze oder deren Gifte, die von außen in den Körper gelangt sind. Aber auch abgestorbenes Gewebe - zum Beispiel bei größeren Verletzungen, Blutergüssen oder Tumorerkrankungen - lassen die Temperatur in die Höhe schnellen.
Für viele ist der schnelle Griff zu fiebersenkenden Medikamenten zur Selbstverständlichkeit geworden. Das ist aber falsch, wie man inzwischen weiß. Denn Fieber ist eine der sinnvollsten Maßnahmen Ihres Körpers. Er mobilisiert so seine Abwehrkräfte gegen die Eindringlinge, die bestimmte Körpertemperaturen oft nicht überstehen.
Lesen Sie in der nächsten Ausgabe, warum Sie im Normalfall Fieber nicht mit Medikamenten bekämpfen sollten.