Fieber bei Kindern: Nicht zu früh senken
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 6. Februar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
Wenn Kinder krank sind und Fieber haben, möchten Eltern dies am liebsten so schnell wie möglich senken. Dann wird schnell zu Zäpfchen, Saft und Co gegriffen - aber viele Eltern übersehen, dass Fieber wichtig ist und senken es zu früh.
Denn Fieber ist eine sehr wichtige Reaktion des Körpers. Es unterstützt das Immunsystem. Gerade bei Temperaturen zwischen 39 und 40 Grad laufen Prozesse im Körper ab, bei denen die Krankheitserreger besonders effektiv bekämpft werden. In dieser Situation arbeiten die Fresszellen auf Hochtouren und vernichten die Erreger. Geben Sie aber Fiebersenker, wenn das Fieber erst beginnt zu steigen, dann machen Sie diese Reaktion des Immunsystems unmöglich. Die Selbstheilungskräfte des Körpers können dann nicht aktiv werden.
Natürlich macht ein fieberndes Kind Eltern schnell Angst. Schon das Äußere sorgt für Mitleid, wenn der Kopf und der Körper heiß, die Augen glasig sind. Dennoch sollten Sie als Eltern erst einmal den Verlauf des Fiebers abwarten und dabei daran denken, dass gerade Kinder die hohen Fiebertemperaturen besser vertragen als Jugendliche oder Erwachsene.
Hält hohes Fieber länger als einen Tag an, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen - mit diesem sollten Sie auch in jedem Fall die Gabe von fiebersenkenden Medikamenten absprechen. Denn auch in kindgerechter Dosierung bleiben es Medikamente, die Nebenwirkungen haben können.
Statt dieser Medikamente können Sie auch mit dem Arzt absprechen, ob zunächst einmal andere fiebersenkende Maßnahmen sinnvoll sind. Hierzu gehören zum Beispiel Wadenwickel oder Abreibungen mit feuchtkühlen Tüchern. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Kind viel trinkt - denn durch das Schwitzen bei Fieber verliert es viel Flüssigkeit.
Es gibt übrigens Momente, in denen sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Bei Babys sollten Sie nicht zögern, nachzufragen, ob Sie noch warten oder doch Medikamente geben sollten. Darüber hinaus gibt es Begleitsymptome, die Sie ärztlich abklären sollten. Hierzu gehören Bauch- oder Ohrenschmerzen, Atemprobleme oder Hautausschläge. Will der kleine Patient nicht mehr trinken, aber nur noch schlafen, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen. Achten Sie auch darauf, ob Ihr Kind austrocknet - dann sollten Sie ebenfalls zum Arzt. Dies erkennen Sie am besten daran, wenn Sie etwas Haut zwischen die Finger nehmen. Bleibt die so entstehende „Falte" stehen, ist dies ein erstes Zeichen für eine Unterversorgung mit Wasser.