Fernsehen steigert Asthma-Risiko bei Kleinkindern
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Asthma bronchiale
vom 4. März 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Fernsehen für kleine Kinder ist ein umstrittenes Thema. Meine Eltern haben das so gehandhabt, dass sie mich als Baby schon nie vom Fernsehen ferngehalten haben. Der Effekt: Fernsehen war nie etwas Besonderes für mich und ich gucke heute noch sehr selten.
Gefährlich für die Kindergesundheit dagegen kann es werden, wenn der Fernseher als Babysitter missbraucht wird. Denn bei kleinen Kindern, die täglich mehr als zwei Stunden vor der Glotze sitzen, steigt das Asthma-Risiko deutlich an. Das haben britische Forscher herausgefunden, die 3.000 Kinder von der Geburt bis zum 12 Lebensjahr hin untersucht haben. Dabei wurde auch der Fernsehkonsum betrachtet.
6 % der teilnehmenden Kinder waren mit 11 Jahren an Asthma erkrankt. Bei denjenigen, die pro Tag mehr als zwei Stunden vor der Flimmerkiste saßen, war der Anteil doppelt so hoch wie bei Kindern, die kaum fernsahen. 44 % der erkrankten Kinder schauten täglich über zwei Stunden, nur 2 % waren betroffen, die selten oder fast nie fern sahen.
Die Forscher gehen davon aus, dass der Bewegungsmangel vom Fernseher der Auslöser für die Erkrankung ist. So müssen Kinder bei Bewegung tiefer atmen, das fördert die Lungenentwicklung. Kinder, die viel sitzen, trainieren die Muskeln ihrer Bronchien kaum. So kommt es zur Atemwegsüberempfindlichkeit und schließlich zu Asthma.