Experten
Radfahren bei Minusgraden

In meiner Sprechstunde werden mir immer wieder Fragen zu den Themen Sport und Ernährung gestellt, die auch für Sie wichtig sein könnten. Einige interessante Themen habe ich für Sie zusammengestellt.

Bei 10 °C unter Null hat Ihr Fahrrad Pause

Frage: Sie haben schon einmal geschrieben, dass man bei Minusgraden besser nicht laufen sollte. Meine Frage nun: Wie sieht es eigentlich mit dem Radfahren aus? Kann ich das ganze Jahr fahren – vorausgesetzt, es liegt kein Schnee, sondern es ist einfach „nur“ kalt?

Dr. Spitzbart: Auch beim Radfahren gibt es eine Temperatur-Untergrenze. Diese liegt bei minus 10 °C, dann gehört Ihr Fahrrad in den Keller oder die Garage.

Beim Radfahren kann es nämlich zum so genannten Windchill-Effekt kommen. Hierunter versteht man, dass es durch den Fahrtwind gerade im Gesicht zu Erfrierungen kommen kann.

Bis minus 10 °C können Sie sich mit einem Tuch, das Sie sich vors Gesicht binden, schützen. Zusätzlich sollten Sie Hosen und Oberteile tragen, in die Windstopper eingenäht sind. Diese Kleidungsstücke erhalten Sie im Fachgeschäft.

Vorsicht, wenn Sie Asthmatiker sind! Sie sollten schon bei rund 0 °C eine Radfahr-Pause einlegen. Denn dann reagieren Ihre Bronchien sehr empfindlich auf Anstrengung bei Kälte.

Krämpfe deuten auf Magnesium-Mangel in den Muskeln

Frage: Ich nehme mir Ihre Anleitungen zu Herzen und treibe neuerdings Sport. Leider machen mir Wadenkrämpfe das Training zur Qual, die immer wieder auftreten. Es ist auch egal, ob ich laufe, schwimme oder zum Beispiel Nordic Walking mache. Was kann ich gegen diese Krämpfe tun?

Dr. Spitzbart: Krämpfe in den Waden sind immer ein Zeichen von Magnesium-Mangel. Findige Unternehmer haben dagegen Elektrolyt-Getränke entwickelt, die Sie während des Sports zu sich nehmen können. Aber Achtung: Sie helfen nicht, es kann sogar zu Durchfall kommen. Im Akutfall empfehle ich Ihnen daher simples Gegendehnen.

Zur Vorbeugung sollten Sie pro Tag zwischen 1,5 und 2 Liter Mineralwasser trinken. Achten Sie darauf, dass dieses Wasser ausreichend Magnesium, aber auch Natrium und Kalium enthält. So können Sie den Mineralstoffmangel in Ihren Muskelzellen ausgleichen, die für die Krämpfe sorgt.

Zusätzlich können Sie sich mit einem guten Magnesium-Präparat versorgen – aber auch das dürfen Sie nicht kurz vor dem Sport einnehmen.