Jogging: Die Fettverbrennung ankurbeln
In meiner Sprechstunde werden mir immer wieder Fragen zu den Themen Sport und Ernährung gestellt, die auch für Sie wichtig sein könnten. Einige interessante Themen habe ich für Sie zusammengestellt.
Frage: Ich habe schon öfter gehört und gelesen, dass die meisten Menschen beim Laufen zu schnell sind und daher kein Fett verbrennen, sondern nur Kohlenhydrate. Auf welche Weise kann ich den optimalen Pulsbereich für mein Lauftraining ermitteln?
Dr. Spitzbart: Sie haben Recht. Wenn Sie zu schnell laufen, verbrennen Sie nur Kohlenhydrate, das heißt Zucker. Dies ist kein gesundes Ausgleichstraining mehr, da Sie dadurch Ihrem gefährlichen Feind, dem Cholesterin, nicht zu Leibe rücken können.
Zum zweiten Teil Ihrer Frage: Ich verwende in meiner Praxis die Spiroergometrie, um zu messen, ob der Patient überhaupt Fett verbrennen kann und wenn ja, bis zu welchem Maße. Anhand dieser Testergebnisse lassen sich nicht nur persönlich zugeschnittene Trainingspläne erstellen. Ich kann wie nebenbei auch das exakte biologische Alter messen – also wie alt Sie wirklich sind.
Mein genereller Tipp für das gesunde Ausgleichstraining lautet: Langsam, aber länger.
Frage: Ich habe neulich gehört, dass Brot dick macht. Was ist da dran?
Dr. Spitzbart: In gewisser Hinsicht stimmt das: Kohlenhydrate machen immer dann dick, wenn sie nicht in Energie umgesetzt werden. Dabei ist es ganz egal, ob es um Nudeln, Kartoffeln oder Brot geht. Wir Menschen können etwa 500 Gramm Kohlenhydrate als Glykogen in den Muskeln speichern. Wenn dieses Depot voll ist, zum Beispiel verursacht durch mangelnde Bewegung, werden die überflüssigen Kohlenhydrate sofort in Fett umgewandelt.
Besonders ungünstig sind Kohlenhydrate bei einem späten Abendessen. Die wandern sofort als Fett auf die Hüften oder in den Bauch, weil Sie nach dem Essen ja meistens relativ rasch ins Bett gehen und somit kaum eine Chance haben, die Kohlenhydrate in Energie umzuwandeln.
Frage: Ich möchte mir einen Sitzball anstelle meines Bürostuhls zulegen. Was halten Sie von solchen Bällen?
Dr. Spitzbart: Der Sitzball ist ein ideales Trainingsgerät, das Sie zum aufrechten Sitzen animiert. Seien Sie aber trotzdem vorsichtig: Oft fehlen die Rückenmuskeln, die für das aktive Sitzen gebraucht werden. Das hat zur Folge, dass Ungeübte schon nach 30 Minuten wie ein Häufchen Elend unmerklich in sich zusammensinken. Darum stellen Sie den alten Chefsessel nicht sofort in den Keller oder auf den Dachboden. Trainieren Sie lieber immer mal wieder am Tag das aktive Sitzen auf dem Ball.
Frage: Ich möchte meine Ernährung umstellen - was halten Sie von Rohkost?
Dr. Spitzbart: Vier Millionen Jahre lang haben die Menschen nichts anderes gegessen als Rohkost - und haben sich damit immer gut ernährt; sonst gäbe es uns heute ja nicht. Gekocht wird dagegen erst seit ca. 6000 Jahren, im Vergleich zur Evolution ist das ein Wimpernschlag.
Gekochtes Essen ist der Hauptgrund für das heute so oft vorkommende chronische Müdigkeitssyndrom. Es macht zwar satt, aber eben auch müde. Frisches, lebendiges Essen dagegen macht auch satt, aber gleichzeitig auch vital. Mindestens die Hälfte aller Kalorien sollten Sie daher in der natürlichen, ungekochten Form zu sich nehmen. Das gilt für Obst und Gemüse, aber auch für Carpaccio, Tartar, Sushi und Sashimi.