Experten
Ermüdungsbruch: Stress als Ursache

In meiner Sprechstunde werden mir immer wieder Fragen zu den Themen Sport und Ernährung gestellt, die auch für Sie wichtig sein könnten. Einige interessante Themen habe ich für Sie zusammengestellt.

Ermüdungsbruch: Auch Stress kann die Ursache sein

Frage: Ich mache nun schon seit einigen Jahren Sport, und zwar Radfahren und Schwimmen. Vom Trainingsumfang her bin ich immer noch ein Freizeitsportler, dennoch habe ich mir nun schon zum 2. Mal in nur 3 Jahren einen Ermüdungsbruch im Schienbein zugezogen. Was kann die Ursache für einen solchen Bruch sein?

Dr. Spitzbart: Ein Ermüdungsbruch ist eine so genannte Stressfraktur. Es ist nicht so einfach herauszufinden, was hierfür die Ursache ist. Es kann ein Unfall sein, veränderte Trainingsgewohnheiten können ebenso dazu beitragen wie zum Beispiel ständig der falsche Gang beim Radfahren. Bei Läufern kann ein Ermüdungsbruch auch durch eine asymmetrische Belastungsverteilung zu Stande kommen, z. B. wenn sie immer auf der gleichen Straßenseite laufen. Ist das eine Landstraße, die zum Rand hin abfällt, kann dies zur Störung in Knochenaufund -abbau führen. Schon ist der Grundstein für den Bruch gelegt.

Zudem können auch scheinbar harmlose Erkrankungen, z. B. ein Schnupfen oder psychischer Stress, ausreichen, um einen solchen Bruch zu verursachen.

Sie sollten jetzt erst einmal die Heilungsphase abwarten. Das kann bis zu 3 Monate dauern. Danach können Sie ganz vorsichtig wieder anfangen, Sport zu treiben. Eine Trainingszeit von 10 bis 15 Minuten sollten Sie dabei nicht überschreiten. Zudem sollten Sie Ihre Trainingsgewohnheiten und Ihre Ausrüstung kritisch überprüfen, ob hier nicht doch die Ursache für die Brüche zu suchen ist.

Laufen löst keine Gebärmuttersenkung aus

Frage: Ich habe eine Senkung der Gebärmutter. Auch nachdem ich vor 2 Jahren ein Kind bekommen habe, laufe ich. Darauf führt mein Arzt zurück, dass sich die Gebärmutter gesenkt hat. Stimmt das?

Dr. Spitzbart: Zunächst einmal ist die Gebärmuttersenkung auf die Schwangerschaft zurückzuführen. Bei der Geburt lockern sich die Beckenbodenmuskeln und verlieren ihre Kraft. Aber gerade der Beckenboden ist wichtig dafür, dass die Organe alle an ihrem Platz bleiben. Das ist wichtig für alle Belastungen, bei denen das Körpergewicht Druck auf die Beckenbodenorgane ausübt — das ist nicht nur beim Trampolinspringen der Fall, sondern auch beim Laufen. Dadurch ist es gerade nach einer Schwangerschaft empfehlenswert, zunächst Beckenbodengymnastik zu machen — und zwar konsequent. Erst danach ist Sport generell wieder möglich. Aber auch hier muss der Wiedereinstieg ganz vorsichtig erfolgen. So sollten die ersten Trainingseinheiten aus Walken bestehen; Bergablaufen ist dabei jedoch zunächst einmal nicht empfehlenswert.