Erste Länder erheben Zuschlag auf ungesunde Lebensmittel
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 12. Oktober 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
in Dänemark ist eine so genannte Fettsteuer in Kraft getreten. Hier muss für Lebensmittel, die Fett enthalten, ein bestimmter Aufschlag gezahlt werden. Auch Ungarn erhebt seit 1. September eine Sondersteuer. Diese betrifft aber nicht nur fetthaltige Lebensmittel, sondern alles, was künstlich gesüßt wurde sowie salzige Lebensmittel, zum Beispiel Chips.
Der Grund dafür: Die ungarischen und dänischen Politiker wollen Übergewicht und Fettsucht eindämmen, beides wurde mittlerweile von Wissenschaftlern zur Pandemie erklärt. Während in Ungarn zwischen zwei und 92 Cent für ungesunde Lebensmittel fällig werden, wird in Dänemark ein Aufschlag für Lebensmittel erhoben, die über 2,3 Prozent Fett enthalten.
Der Protest ist laut - vor allem von der Lebensmittelindustrie. Deren Vertreter behaupten, Süßes und fettige Lebensmittel würden so mit Alkohol und Tabak gleichgesetzt. Sie würden als „ungesund" gekennzeichnet.
Aber wenn wir einmal ehrlich überlegen, entspricht das nicht den Tatsachen? Betroffen von der Steuer sind Lebensmittel wie Margarine, Schokolade, Chips... gesund sind diese Nährmittel nicht. Ganz im Gegenteil.
Natürlich kann man argumentieren, dass der Staat uns Bürger immer mehr entmündigt. Oder versucht, Geld einzunehmen, wo es eben nur geht. Andererseits: Jeder weiß, wie gesundheitsgefährlich, teilweise sogar lebensgefährlich starkes Übergewicht ist. Und dennoch kommen viele Menschen nicht zur Vernunft. Und so lange eine Tüte Chips billiger ist als eine Tüte Äpfel, wird sich das auch nicht ändern.
Wenn also sich die Anzahl der übergewichtigen Menschen aufgrund so einer Zusatzsteuer verringert - und damit die Anzahl der gesunden Menschen steigt - dann ist doch viel gewonnen.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ducatista (12.10. 2011 16:14 Uhr):
Tja, da stellt sich mir die Frage, weshalb den betroffenen Firmen nicht ganz einfach die Produktion dieser "Lebensmittel" verboten wird. Gibt es sie nicht, kann man sie nicht kaufen, dies sollte ja im Interesse des Gesundheitswesen sein.
Antworten - Kommentar von TomWingo (12.10. 2011 16:22 Uhr):
Danke für den Artikel, danke für den Versuch, hier ausgewogen zu berichten. Ich sehe sie schon, die "Genießer", wie sie argumentieren, dass es nunmal "schmecken" muss. Dass sich die Lebensmittel-Industrie wehrt ist verständlich, aber sie kommt an einer Tatsache nicht vorbei: sie erzielen Gewinne damit, dass das Gesundheitssystem unnötige Kosten hat. Aber dennoch ist die "Fett-Steuer" ein Feigenblatt, ein Stück verlogener Politik. So habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, bei jeder noch so gut gemeinten Diskussion über Gesundheit und Ernährung die gleiche Eingangsfrage zu stellen: "Rauchst Du?" Und wenn die mit "Ja" beantwortet wird, dann macht kein Gespräch Sinn, denn wer nicht begreift, wie sehr er sich selbst und der Gesellschaft damit schadet, der begreift schon gar nicht, was Fette (insbesondere Transfette) und Salz und Zucker in ihm auslösen. Aber der Staat fördert nach wie vor den Zigarettenkonsum, indem er Steuererhöhungen reduziert - aus Angst, die Raucher würden sonst das Rauchen aufgeben. Und dieses Geld wird dringend gebraucht, aber es fließt nicht ins Gesundheitssystem. Und ob die "Fett-Steuer" dem Gesundheitssystem zugute kommt oder eher der Subvention mancher Eliten, das ist noch nicht ausgemacht ...
Antworten- Antwort von Nachdenklicher (12.10. 2011 17:40 Uhr):
Was erlaubt sich der "Staat". Wo ist der Wissenschaftliche Beweis für sog. Ungesunde Lebensmittel! Wenn ich schon höre Fett ist ungesund wird mir schlecht! Ich lebe als Diabetiker mit jeder Menge Fett u. Eiweiss! Kohlenhydrate höchstens 70g pro Tag- die sind aus Gemüse oder anderem "Grünzeug" .Wegen der Fruktose kaum Obst. Gewicht bei 173cm konstant 68/69 kg! Meine zwingend zu behandelnden Cholesterinwerte sind normalisiert. Wenn man den willkürlich festgesetzten Grenzwerten glaubt! Der Insulinbedarf ist nur noch knapp ein drittel! Und das bei täglichem Frühstück- bestehend aus Spiegeleier und Speck!! Millionen Diabetiker hätte man z.B. vor ihrem Diabetes bewahren können, wenn rechtzeitig die Calziumwerte angepasst worden wäre! Dann wäre die Bauchspeichdrüse in vielen Fällen nicht "untergegangen"! Aber damit lässt sich kein Reibach machen!! Diabetiker erfüllen heute ja schon einen bestimmenden Wirtschaftsfaktor! Das ist ein Mega-Milliardenmarkt. Deshalb ist Diabetes "unheilbar"! Blutzuckermessgeräte bekommt man geschenkt- die dazugehörigen Teststreifen sind bei allen Herstellen gleich (sehr)teuer. Und jetzt sind die angeblichen Volksvertreter auch noch so dreist und kassieren die eigentlich kranken dicke Menschen auch noch ab. Höchst perfide! Die meisten Dicken fressen sich am Zucker dick! Einer Steuer auf Zucker ist wohl die Zuckerlobby vor!!! Das da auch Mediziner mitspielen erkläre ich für äusserst infam! Ach,ja, wohin fliesst denn die eingenommene Steuer? In die Bankenrettung?!
- Antwort von Catherine Zilla (12.10. 2011 20:17 Uhr):
Alles quatsch,ich wuerde liebend gerne mich nur noch gesund ernaehren wenn der apfel auch noch schmecken wuerde,leider schmeckt das ganze wie ne faehle einheitspampe,und dann noch was es haengt nicht von der ernaehrung ab ob jemand gesund ist oder nicht es gibt fitte gesunde dicke und magere elende kranke!und es ist ja noch immer die eigene entscheidung was mann gerne ist ,noch ne frage ist wieso es ueberhaupt kranke kinder gibt die koennen doch noch keine folgeschaeden haben ?
- Antwort von TomWingo (12.10. 2011 21:29 Uhr):
Catherine Zilla schreibt treffend, dass ein Apfel nicht schmeckt. Das stimmt und zugleich ist es auch falsch. Ich erinnere mich noch an die Zeit, wo Cola trinken mein Standard war. Und keine Frage: Wasser trinken hat überhaupt nicht geschmeckt. Heute kann ich bei Cola nur noch den Kopf schütteln, es ist widerlich süß. Was ich damit sagen will: Geschmack will gebildet sein und die FastFood-Ernährung voller Geschmacksverstärker schafft die Illusion, dass normales Essen nicht schmecken würde, weil alle körpereigenen Rezeptoren verbogen sind. Und wenn Nachdenklicher mal nachdenken würde, dann wüsste er, welchen Unsinn er schreibt. Zweifellos ist zwar der Zucker ein großes Problem, aber das Fett eben auch, insbesondere die Transfette, weil die sich 1:1 am Gesäß absetzen. Man muss doch wirklich kein Experte sein, um festzustellen, was die Nahrung mit uns Menschen gemacht hat. Die Amerikaner gehen uns da um einige Kilogramm voraus, aber wir Europäer folgen mit Riesenschritten. Und was ist mit China? Bis zum wirtschaftlichen Durchbruch in den letzten 10, 15 Jahren waren dort die Zivilisationskrankheiten vollkommen unbekannt, jetzt aber, wo es auch viele dicke Chinesen gibt, passen die sich auch da an. Natürlich ist so eine Steuer auch nur eine Utopie, ein Feigenblatt. Die Politik hätte mit einem Instrument wie der "Lebensmittelampel" viel Gutes tun können. Das aber ist nicht wirklich gewollt. Wenn wir wirklich gesünder leben wollen, dann müssen wir einen Mehrklang erleben aus dem Verzicht auf Fette, auf Zucker, auf Salz, dem Verzicht auf industriell gefertigte Nahrung (Fertiggerichte und Fast Food), kombiniert mit deutlich mehr Bewegung. Aber Entschuldigung: ich weiß, dass das nicht ganz einfach ist ...
- Antwort von Nachdenklicher (12.10. 2011 17:40 Uhr):
- Kommentar von Shivani Allgaier (12.10. 2011 16:25 Uhr):
Es bleibt immer noch die Frage, ob es wirklich das Fett ist, das dick macht. Manche sagen ja, wenn wir mehr auf den Säure-Basen-Haushalt achten würden, dann wäre die Gesellschaft nicht so "fett".
Antworten - Kommentar von Kritikus (12.10. 2011 16:43 Uhr):
Ja glaubt man denn wirklich, dass sich jemand durch diese Steuer von seinen Ess- bzw. Naschgewöhnheiten abbringen lässt? Eine schöne Utopie!
Antworten - Kommentar von ursula s (12.10. 2011 17:55 Uhr):
Diktatur lässt grüssen und auch die Ketzerverfolgung!! Gesundheit als Religionsersatz! wer bestimmt denn, was gesund ist? im Laufe schon nur meines Lebens wurde manches einmal als gesund (MARGArine wurde lange als gesund empfohlen) dann wieder als ungesund bezeichnet! Praktisch alle Erkentnisse werden irgendwann widerlegt, man kann praktisch alles wissenschaftlich beweisen und das Gegenteil davon gleich auch! Aber nur schnell Andersdenkende und -empfindende strafen! Wir sind ja so fortschrittlich! immer werden neue Feindbilder erschaffen, früher warens Ehebrecher Schwule, heute Dicke, Raucher, Umweltverschmutzer usw. und man selbst gehört ja nie dazu! es sind immer die Anderen Wir sollten uns wirklich Sorgen machen aber nicht um gesund oder ungesund. Stress ist auch ungesund, arbeiten sowieso! Wir sollten uns Sorgen machen um unsere Freiheit, oder was davon noch übrig ist.. Aber wenn ich so herumhöre scheint die verblödung schon so überhand genommen zu haben, gerade bei sogenannt intelligenten, gebildeten Leuten dass da wohl alles zu spät ist.. zum punkt "der Gesellschaft schaden": wenn man ungesund isst stirbt man früher, das kostet dann doch weniger, der etwa doch nicht? am wenigsten schadet man wohl, wenn man erst gar nicht lebt, oder etwa nicht? wo fängts an, wo hörts auf.
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- Kommentar von Bruni (12.10. 2011 20:08 Uhr):
Endlich passiert mal etwas auf diesem Gebiet - hoffentlich auch recht bald in Deutschland! Denn die Wohlstandskrankheiten, wie Diabetes, verschiedene Herz-Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose, nicht zuletzt Krebs ... finden ihre Ursache weitestgehend in ungesunder Ernährung. Die Lebensmittelindustrie hat die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt oder sie will es absichtlich nicht, um ihre Millionengewinne nicht zu schmälern. Im Supermarkt werden uns Verbrauchern billige Massenprodukte präsentiert, die mit gesunder Ernährung oft nichts zu tun haben. Möchte man Qualität (wie z.B. Bio-Produkte) kaufen, muss man schon tiefer in die Tasche greifen. Aber solange sich die Verbraucher von einer schönen Aufmachung, toller Werbung und billigen Preisen locken lassen und nicht den Hebel im Kopf auf "gesunde Ernährung" umgestellt haben, wird sich an diesem Zustand nicht viel ändern. Deshalb wäre es schon gut, wenn die Lebensmittelindustrie von außen Druck bekäme, Gesundes zu produzieren.
Antworten - Kommentar von ATHINA (12.10. 2011 21:50 Uhr):
Ihren Beitrag hätte ich mir besser recherchiert gewünscht, denn durch das Wort "Fettsteuer" bekommt der Verbraucher tatsächlich den Eindruck, dass Fett dick und krank macht, was nicht stimmt. Wenn diese Steuer so zu verstehen ist, dann kann man das nicht gut heißen, denn dahinter stecken dann wohl ganz andere Interessen. Es kann nicht sein, dass man z.B. Olivenöl und Chips durch einen Steuerzuschlag in einen Topf wirft. Auch haben Chips und Schokolade die Bezeichnung "Nährmittel" nicht verdient - es sind Genussmittel, wobei die Schokolade nicht durch das Fett ungesund wird, sondern durch den Zucker und die vielen chemischen Zusatzstoffe. Das sollte man als Journalist hervorheben. Fett ist nicht gleich Fett. In erster Linie ist der viele Zucker in unserer Ernährungsgewohnheit und in den vielen verarbeiteten Lebensmitteln, von denen die Supermärkte nur so überquellen, unser Erzfeind. Nirgendwo auf der Welt sind Süßwaren so spottbillig wie in Deutschland, nicht einmal in den USA. Gefolgt wird der Zucker von industriell hergestelltenTransfetten und den Fetten von massenhaft ungesund und nicht artgerecht ernährten Tieren, da sich die Chemikalien aus den Futtermitteln im Fett der Tiere speichern und wir das alles sozusagen mitessen. Das heißt nicht, dass tierische Fette ungesund sind - im Gegenteil. Könnten wir sicher sein, dass die Tiere das gefressen haben, was sie in freier Natur auch fressen würden, und könnten wir weiterhin sicher sein, dass unsere Natur noch freie Natur ist, dann gehörten die tierischen Fette wohl zu den gesunden Lebensmitteln, eher als tonnenweise Produkte aus Weizenauszugsmehl und Zucker. Eine Steuer auf Fette macht also überhaupt keinen Sinn, will man die Bevölkerung vor Krankheiten bewahren. Man sollte eher die Hersteller verpflichten, ihre vielen Transfette und sonstige Zusatzmittel sauber zu deklarieren, damit der Verbraucher wirklich weiß, was er da kauft. Den Zucker, den könnte man kräftig mit einer Steuer belegen und dieses Geld in Aufklärungsarbeit über Ernährung und Zubereitung gesunder Malzeiten stecken. Eine differenziertere Darstellung des Sachverhaltes hätte ich mir von Ihnen erwartet.
Antworten - Kommentar von Herbert Weiß (12.10. 2011 22:27 Uhr):
Der Grundansatz ist sicher nicht verkehrt. Eine Besteuerung in der Höhe der allgemeinen Mehrwertsteuer (also wie für den Non-Food-Bereich wäre akzeptabel. Mehr muss nicht sein! Denn davon sind hauptsächlich die Verbraucher betroffen, die ohnehin schon jeden Cent umdrehen müssen. Das eigentliche Problem liegt wohl hauptsächlich an einer einseitigen Ernährung und daran, dass es diesen kalorienhaltigen Lebensmitteln an bestimmten Vitalstoffen mangelt, die in vielen Schlankmachern um so reichlicher enthalten sind. Was ist eigentlich mit der bei Haßleben geplanten großen Schweinemastanlage? Die Anwohner befürchten eine erhebliche Umweltbelastung. Und auch das Argument, man schaffe dort Arbeitsplätze, vermag nicht so recht zu überzeugen. Denn es gibt ja kaum einen Mangel an Schweinefleisch. Im Gegenteil! Es ist vielmehr zu befürchten, dass viele kleine und mittelständische Betriebe darunter leiden müssen.
Antworten - Kommentar von Mandibula (13.10. 2011 13:24 Uhr):
Die dänische "Fettsteuer" wird nicht generell auf Fett eingehoben, sondern nur auf GESÄTTIGTE FETTSÄUREN,
Antworten- Antwort von ATHINA (13.10. 2011 16:51 Uhr):
...was die Sache nicht besser macht. Hier fehlen die Fakten, damit der Verbraucher nicht weiter in die Irre geführt wird.
- Antwort von ATHINA (13.10. 2011 16:51 Uhr):
- Kommentar von Dr Eckehard A Hilf (15.10. 2011 06:51 Uhr):
Es gäbe noch mehr Risiken, auf die der Staat Steuern festsetzen sollte, z.B. Lärm produzierende Maschinen, Landschaft verbrauchende Bauten, Entlassungen (aus Gewinngründen wie Nokia) verursachende Unternehmen, durch Streik agierende Gewerkschaften. Doch gleichzeitig müsste die Einkommenssteuer verschwinden, die den Staat legal zum Spion und jeden Bürger zum Verdächtigen.
Antworten
- Kommentar von Norbert Jestram (15.10. 2011 11:37 Uhr):
Die Zusatzsteuer für die genannten Lebensmittel sind eine lukrative Einnahme für den Staat die im Endeffekt von den Verbrauchern bezahlt wird,da die Produzenten diese Steuer auf die Verkaufspreise schlagen werden.
Antworten