Erste Hilfe bei kleinen Wunden
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 20. Mai 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Wenn beim Gemüseschnippeln die Finger mal wieder im Weg sind, der Junior mit aufgeschrammten Knien nach Hause kommt oder Ihre Katze Sie mal wieder mit dem Kratzbaum verwechselt hat, gilt es, den Hautschaden zu begrenzen und die entstandene Wunde vor einer Infektion zu schützen.So geht's:
Schnittwunden: Lassen Sie diese zunächst bluten, um Keime und Schmutz auszuspülen. Anschließend bedecken Sie sie mit einer sterilen Kompresse. Für einen Druckverband legen Sie einen kleinen, festen Gegenstand auf die abgedeckte Wunde und umwickeln ihn straff mit einer Mullbinde.
Schürfwunden: Meist genügt es, wenn Sie diese antiseptisch reinigen und offen heilen lassen. Wundsalben optimieren bei trockenen Wunden das Milieu, desinfizieren und schützen vor Keimen. Bei schon infizierten Wunden sind sie jedoch unwirksam, weil sie Erreger nicht gezielt angreifen. Hier empfehlen sich antiseptische Gele oder - bei nässenden Wunden - Puder.
Brandwunden: Sie werden so lange unter fließendes, nicht zu kaltes Wasser (am besten Leitungswasser) gehalten, bis der Schmerz verschwindet. Dann trägt man bei nässenden Brandwunden ein Lokalantibiotikum in Puderform auf, bei entzündeten Brandblasen ein entsprechendes Gel. Wegen der Infektionsgefahr sollten Brandblasen niemals abgehoben oder aufgestochen werden!
Hier ist der Arzt gefragt:
- bei tiefen, stark blutenden oder stark verschmutzten Wunden
- bei größeren, infizierten Wunden
- bei Verletzungen am Kopf oder im Gesicht
- bei Bisswunden, wenn kein Tetanus-Impfschutz mehr besteht
- bei größeren Verbrennungen und Nekrosen
- wenn Sie an Diabetes oder Durchblutungsstörungen leiden, sollten Sie auch mit kleineren Verletzungen zum Arzt gehen, um einer Chronifizierung der Wunde vorzubeugen.