Erst Lachs, nun Hähnchenfleisch schon wieder belastet
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 12. Januar 2012, 06:00 Uhr
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Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hat gerade 20 Proben Geflügelfleisch im Labor testen lassen. Die Teststücke stammen aus Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg und Stuttgart. Das eklige Ergebnis: Die Hälfte der Fleischstücke war mit Keimen belastet, die resistent gegen Antibiotika sind. Auf zehn Proben fanden sich so genannte Extended Spectrum Beta-Lactamase, das sind bestimmte Darmkeime. Zwei Proben enthielten Methicillin-resistenten Staphylococcus ausreus. Bekannt sind diese Krankheitserreger unter dem Namen MRSA geworden - als furchterregender und oft todbringender Krankenhauskeim bekannt. Beide Erreger können bei Menschen mit schwachem Immunsystem zu schweren Erkrankungen und zum Tod führen.
Die Mitglieder des BUND nannten in ihrer Stellungnahme Ross und Reiter. So stammten drei belastete Proben von der Firma „Wiesenhof". Diese waren bei Edeka, Lidl und Netto gekauft worden. Betroffen war zudem Fleisch von „Sprehe" von Rewe und Edeka. Auch vier Fleischstücke von „Stolle", die bei Penny und Netto gekauft wurden, waren mit den Keimen verseucht. Bei den Tests, die vor Weihnachten an Lachs mit ebefalls bedenklichem Ergebnise´ durchführt wurden, stammt der beanstandete und verkeimte Lachs meist ebenfalls vom Discounter.
Grund für die Belastung ist, so der BUND, der vielmals kritisierte Einsatz von Antibiotika in der Mast der Massentierhaltung. Einmal mehr decken die Keime auf, wie schlecht es um die Tierhaltung bestimmt ist. Die Keimbesiedlung weist auf die schlechten Lebensbedingungen hin. Bekämen die Tiere keine Antibiotika, würde ein Teil von ihnen erkranken und die Schlachtreife nicht erlangen. Die gesunden Tiere werden fast immer mitbehandelt. Der BUND fordert die Supermärkte und Discounter dazu auf, die Hersteller, deren Fleisch mit Keimen belastet war, zu boykottieren. Denn nur auf diesem Weg lasse sich überhaupt ein Umdenken in Landwirtschaft und Tierzucht erreichen.
Für Sie als Verbraucher ist es das sicherste, wenn Sie auf Fleisch aus dem Supermarkt und generell aus nicht-artgerechter Haltung verzichten. Biologisch erzeugtes Fleisch ist zwar teurer, aber hier haben Sie die Sicherheit, dass in der Aufzucht der Tiere keine Antibiotika eingesetzt wurden. Außerdem profitiert Ihre Gesundheit doppelt von diesem teureren Biofleisch. Denn erstens nehmen Sie keine überflüssigen Antibiotika, dafür aber eine Menge gesunde Stoffe auf. Zweitens können Sie ohne schlechtes Gewissen genießen - zumal das Fleisch besser schmeckt. Für Sie stirbt kein Tier umsonst, und auch wegen der Nachhaltigkeit brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Und drittens werden Sie wegen des Preises weniger Fleisch zu sich nehmen, und auch das ist ein Plus für Ihre Gesundheit.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hanni (12.01. 2012 06:23 Uhr):
Das ist schon schlimm, denn Hähnchenfleisch war bisher das einzige Fleisch, das ich esse. Als Rentnerin mit einem Minieinkommen ist mir das Bio-Fleisch wirklich zu teuer. Und noch weniger Fleisch (höchstens einmal in der Woche oder noch weniger) kann ich wirklich nicht essen.
Antworten- Antwort von Renate Stolle (15.01. 2012 11:15 Uhr):
Hallo Hanni, wenn Sie das Fleisch richtig gut durchgaren, werden die Keime abgetötet. Dann können Sie es auch essen.
- Antwort von Renate Stolle (15.01. 2012 11:15 Uhr):
- Kommentar von Ludwig (12.01. 2012 09:34 Uhr):
Alte Weisheit: Entweder bringt man sein Geld zum Lebensmittelhändler oder in die Apotheke. Man hat das Gefühl dass der BUND vor den Discountern einknickt. Statt zu sagen man soll diese Lieferanten meiden, hätte er empfehlen sollen, nicht so auf die Preise zu drücken, um den Tierhaltern eine tiergemäße Haltung zu ermöglichen.
Antworten - Kommentar von Muller (12.01. 2012 11:25 Uhr):
Endlich wieder neue Hiobsbotschaften über verdorbene bzw. verkeimte Lebensmittel! Im Endeffekt dienen solche Meldungen doch nur um endlich die schon lange geplanten Preiserhohungen durchzusetzen
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