Erst der Glaube an eine Therapie lässt diese wirken
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 6. April 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
„Glaube kann Bäume versetzen" - so sagt der Volksmund. Wie groß die Macht des Glaubens ist, das hat jetzt erst wieder eine neue Studie gezeigt: Menschen, die an Heilwirkungen ihrer Therapien glauben, leiden weniger. Diejenigen aber, die einer Behandlung kritisch gegenüberstehen, können den ganzen Therapie-Erfolg zunichte machen.
Die Forscher aus Hamburg hatten Freiwillige einem Schmerzreiz ausgesetzt, den die Studienteilnehmer auf einer Skala zwischen 0 und 100 durchschnittlich im Bereich 70 einordneten, also mittlerer bis starker Schmerz. Danach erhielten sie eine Infusion mit opiodhaltigem Schmerzmittel.
Im ersten Teil des Versuchs war ihnen unbekannt, dass sie dieses Mittel erhielten - die Schmerzen sanken auf rund 55. Danach bekamen die Teilnehmer gesagt, dass sie nun ein Mittel bekämen, obwohl sie es schon die ganze Zeit durch den Schlauch erhielten. Das Schmerzempfinden sank auf rund 39.
Dann - so wurde den Teilnehmern gesagt, würde das Schmerzmittel der Infusion nicht mehr beigemischt. In Wirklichkeit wurde es natürlich weiter durch den Schlauch gegeben. Schnell stiegen die empfundenen Schmerzen wieder auf 64 - fast auf die Ausgangswerte.
Allein der Glaube, dass es keine Schmerzmittel mehr gäbe, haben die vorherige Wirkung zunichte gemacht - obwohl das Mittel weiterhin in den Körper gelangte. Die Forscher gehen davon aus, dass ähnliche Mechanismen z.B. bei Menschen mit chronischen Schmerzen ablaufen, die kein Vertrauen mehr in die Medizin haben und bei denen daher keine Wirkung der Medikamente mehr eintritt.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hanni (06.04. 2011 17:21 Uhr):
Darf ich Sie höflich darauf aufmerksam machen, dass es heißt: Glaube kann B e r g e versetzen. So ein Fehler dürfte nicht passieren. Stammt glaube ich aus der Bibel.
Antworten - Kommentar von Harald Straub (06.04. 2011 17:26 Uhr):
bei meiner Tochter ist das genauso sie leidet unter Depression und hat Probleme mit dem Fuss und desshalb ist die Wirkung der Schmerzen erheblich mehr als wir glauben
Antworten - Kommentar von Josef (14.04. 2011 19:18 Uhr):
Das ist richtig. Ich habe vor längerer Zeit meiner Frau, die Kopfschmerzen hatte, -da wir kein Schmerzmittel hatten und es war gegen 24 Uhr- hatte ich anstatt einem Schmerzmittel etwas Mehl gesalzen und ihr das als Schmerzmittel gegeben. Die Kopfschmerzen wurden tatsächlich leichtert bis sie verschwanden. Wie ist das, wenn jemand von Haus aus permanenter Negativdenker ist ? Wenn diese Person keinen Arzt vertraut ? Hier glaube ich, daß diese Person durch Hypnose zum positivdenker gemacht werden müsste. Doch wenn der Patient auch den Hypnosearzt nicht vertraaut, wird auch diese nicht funktionieren. Wass dann ?
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