Zusatzstoffe: Sind sie riskant?
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Nun sind die Zusatzstoffe dennoch heftig umstritten und „Besseresser“ versuchen, sie zu vermeiden, wo es geht. Vom einzelnen Zusatzstoff geht zwar keine Gefahr für Ihre Gesundheit aus. Denn die Zusatzstoffe gehören zu den meistgeprüften Zutaten von Lebensmitteln. Ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit bezieht sich jedoch nur auf eine bestimmte Verzehrmenge pro Tag. Da die Mengen auf der Verpackung nicht angegeben sind, können Sie sich am Ende keine Vorstellung davon machen, wie viel Sie nun tatsächlich zu sich genommen haben. Das Risiko liegt also in der Summierung solcher Stoffe. Das heißt: Je mehr industriell gefertigte Nahrung Sie zu sich nehmen, desto mehr solcher Zusatzstoffe essen Sie und desto weniger natürliche Nahrungsmittel nehmen Sie zu sich. Vor allem deren Inhaltsstoffe fehlen Ihnen dann in Ihrer Gesundheitsbilanz.
Sie nehmen mit industriell gefertigten Lebensmitteln obendrein meist zu viele Kalorien und zu viel Kochsalz auf. Zu viel Zucker und Fett sorgen für unerwünschte Speckpolster. Zusatzstoffe wie künstliche Farbstoffe, naturidentische Aromen, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Appetit anregende chemische Stoffe und technische Verarbeitungshilfen regen nicht nur Ihren Appetit an, sie betäuben auch Ihre Geschmacksknospen. Sie verändern die Geschmackswahrnehmung. Ihre Geschmacksknopsen verlieren mit der Zeit ihre Fähigkeit, natürliche Aromen richtig zu schmecken. Viele Kinder und Jugendliche sind nicht einmal mehr in der Lage, salzig von sauer oder bitter von scharf zu unterscheiden. Natürliche Nahrungsmittel schmecken ihnen einfach nicht mehr, weil sie die ständige Geschmacksüberreizung durch Zusatzstoffe gewöhnt sind.
Wissenschaftlich werden die Zusatzstoffe als ungefährlich eingestuft. Industrie und Behörden verweisen immer wieder auf die umfangreichen gesundheitlichen Prüfungen und strengen Zulassungsbestimmungen, die sicherstellen, dass kein Stoff zugelassen wird, der nachweislich gefährlich oder Krebs erregend ist. Dennoch kann es bei zu häufigem Verzehr zu Problemen kommen wie:
- Zitronensäure kann bei zu häufigem Konsum zu Zahnschäden führen.
- Schwefelverbindungen können Magen und Darm angreifen. Sie beeinträchtigen die gesunde Darmflora und schädigen die Darmwände.
- Bei Zuckerersatzstoffen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem sind sie eine Ursache für Übergewicht.
- Säuerungsmittel wirken bei reichlichem Genuss abführend.
- Konservierungsstoffe lösen Sodbrennen und Magenbeschwerden aus.
- Problematisch können Zusatzstoffe vor allem für Allergiker werden.
Nicht jedes Gesundheitsrisiko kann ausgeschlossen werden. So erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg:
- Es ist nur begrenzt möglich, Wechselwirkungen unterschiedlicher Stoffe zu testen, etwa Zusatzstoffe in der Wechselwirkung mit Umweltgiften, Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Arzneimitteln.
- Individuelle Empfindlichkeiten können zu Allergien oder anderen Krankheitserscheinungen führen. Die angegebenen Wirkungen treten häufig erst bei höheren Dosierungen auf oder stellen sich bei speziellen körperlichen und seelischen Belastungen ein.
- Bei einseitiger Ernährung kann der ADI-Wert (das ist die akzeptable tägliche Aufnahme) für bestimmte Zusatzstoffe erreicht oder sogar überschritten werden (Beispiel: Kinder trinken große Mengen Limonade mit Süßstoffen).
- Bei der gesundheitlichen Bewertung kommen Gutachter manchmal zu unterschiedlichen Ergebnissen. Viele Gutachten sind nicht neutral, weil sie von der Industrie bezahlt werden.
Die Devise lautet daher: So wenig Zusatzstoffe wie möglich!
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