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Heilwasser: Mineralische Konstellationen für Ihre Gesundheit

Ob beim Kochen, dem Anrühren von Soßen, Saftschorlen oder einem Brei: Wasser ist bei der Zubereitung von Speisen nicht wegzudenken. Der Begriff „Heilwasser“ ist geschützt. Nur Wässer, die ihre gesundheitliche Wirkung auch wissenschaftlich belegen können und vom Bundesinstitut für Arzneimittel offiziell zugelassen sind, dürfen sich mit diesem Prädikat schmücken.

Jedes der zurzeit rund 45 auf dem Markt befindlichen Heilwässer entstammt tiefen natürlichen Quellen und ist ein amtlich zugelassenes Arzneimittel, das laufend überwacht wird. Jedes hat seine ganz eigene Zusammensetzung an Mineralien, was in der Zusammensetzung der Gesteinsschichten des Quellorts begründet ist. Alle Mineralien und Spurenelemente liegen in den Heilwässern in natürlicher Form vor und sind bereits gelöst. Dadurch kann der Organismus die Vitalstoffe besonders leicht aufnehmen und verwerten.

Wasser in Händen haltend© Dmitry-Naumov - adobe

Magnesiumhaltige Heilwässer: Gut für Herz und Muskeln

Heilwässer mit einem Magnesiumgehalt von mindestens 100 mg pro Liter (z. B. Römerbrunnen, St. Gero) entspannen die gesamte Muskulatur, vor allem die Muskulatur in den Gefäßwänden und den Herzmuskel. Magnesiumhaltiges Wasser kann hilfreich sein bei:

  • Stress
  • Bluthochdruck
  • Herzschwäche
  • Sport
  • schwere körperliche Arbeit

Auch wenn Sie zu Nierensteinen neigen, ist Magnesium ein wirkungsvoller Schutz, vor allem gegen Kalziumsteine. Die ausschwemmende und schleimhautabschwellende Wirkung eines Magnesium-Heilwassers tut auch den ableitenden Harnwegen gut.

Kalzium sorgt für starke Knochen

1.000 mg Kalzium sollte ein gesunder Erwachsener pro Tag zu sich nehmen, Frauen in und nach den Wechseljahren sogar 1.200 mg. Mit einem Heilwasser, das pro Liter 250 mg Kalzium oder mehr enthält ((z. B. Naturella Heilquelle, Römerbrunnen), können Sie einen Großteil Ihres Tagesbedarfs decken. Damit stabilisieren Sie Ihre Knochen und leisten einen wertvollen Beitrag in der Vorbeugung einer Osteoporose.

Wenn dem Körper zu wenig Kalzium zur Verfügung steht, können auch Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen die Folge sein. Mit einem kalziumhaltigen Heilwasser steuern Sie hier wirkungsvoll entgegen.

Sulfat ist eine gute Verdauungshilfe

Sulfat ist eine Schwefelverbindung, die den Gallefluss anregt und im unteren Dickdarm Flüssigkeit bindet. Dadurch wird der Transport des Darminhalts beschleunigt und Verstopfungen natürlich vorgebeugt. Heilwässer mit einem Sulfatgehalt von 1.200 mg oder mehr pro Liter (z. B. St. Margareten Heilwasser, Bad Mergentheimer Karlsquelle) regen die Darmtätigkeit an und fördern die Produktion der Verdauungssäfte von Leber und Bauchspeicheldrüse.

Wenn Sie unter einer Verdauungsschwäche leiden, kann eine Trinkkur mit einem Sulfat-Heilwasser Ihre Verdauung wieder in Schwung bringen.

Ein Kohlensäure-Wasser kann mehr als Sprudel

Eine weitere Heilwasser-Spezialität sind Wässer, die einen besonders hohen Kohlensäureanteil haben (z. B. Adelholzener Primus-Quelle, Dunaris). Diesen Begriff könnten Sie leicht missverstehen und denken, dass doch jeder Sprudel Kohlensäure enthält. Doch kohlensäurehaltige Heilwässer enthalten mit etwa 1.000 bis 3.000 mg/l erheblich weniger von dem gelösten Gas als ein herkömmliches Sprudelwasser, das zwischen 7.000 und 8.000 mg/l enthält.

Durch das im Heilwasser gelöste Kohlendioxid wird die Durchblutung der Schleimhäute angeregt und die Magensaftproduktion angeregt. Heilwässer mit einem quelleigenen hohen Gehalt an Kohlensäure werden auch „Säuerlinge“ genannt.

Trinkwasser im Glas© Eisenhans - adobe

Die Wirkung von Kohlensäure-Heilwasser

  • regt die Magen-Darm-Funktion an
  • verbessert die Harnausscheidung
  • steigert die Magensaftproduktion
  • beschleunigt die Magenentleerung

Diese Heilwässer entfalten ihre Wirkungen am besten, wenn sie gleich morgens auf nüchternen Magen getrunken werden.

So gelingt Ihre Trinkkur zu Hause

Mit einer Heilwasser-Trinkkur versorgen Sie Ihren Körper reichlich mit Flüssigkeit sowie mit Mineralstoffen. Gleichzeitig profitieren Sie von den vorbeugenden, lindernden und heilenden Wirkungen des am besten zu Ihren Beschwerden passenden Wassers.

Für den optimalen Kur-Erfolg sollten Sie so vorgehen:

  • Wählen Sie Ihr Wasser für die Kur nach Ihrem persönlichen Bedarf aus.
  • Trinken Sie über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen täglich ein bis zwei Flaschen davon.
  • Trinken Sie Ihr Wasser zimmerwarm, da es bei diesen Temperaturen am verträglichsten ist.
  • Bei den meisten Heilwässern erzielen Sie die beste Wirkung, wenn Sie die Tagesration über den Tag verteilt in kleinen Schlucken zu sich nehmen, da so die Inhaltsstoffe am besten aufgenommen werden.

Leitungswasser: Darauf sollten Sie achten

Die meisten Menschen greifen in der Küche ganz unkompliziert zu Leitungswasser. Das ist in den deutschsprachigen Ländern in der Regel auch kein Problem. Es gelten hohe Qualitätsanforderungen: Trinkwasser wird von den Behörden regelmäßig auf seine gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft.

Dennoch hat das Kontrollsystem hin und wieder Lücken. Stoffe, die sich aus Wasserleitungen ablösen oder Keime können insbesondere immungeschwächten Menschen oder kleinen Kindern zu schaffen machen.

Diese Gefahr geht von Bleirohren aus

So sollte etwa der Bleigehalt im Trinkwasser 10 µg/l nicht übersteigen. Untersuchungen, unter anderem der Stiftung Warentest, haben in den letzten Jahren allerdings immer wieder zeigen können, dass die Blei-Belastung in einigen Haushalten deutlich darüber liegt und sogar Werte von bis zu 25 µg/l erreicht. Betroffen sind vor allem ältere Gebäude, die bis Anfang der 1970er Jahre erbaut wurden. Denn bis dahin waren Bleirohre der Standard.

Bereits geringe Mengen Blei im Trinkwasser wirken, sind Sie ihnen dauerhaft ausgesetzt, schädlich auf Darm, Nieren und Nervensystem. Ist Ihnen also aus unerklärlichen Gründen häufig übel oder leiden Sie unter Darmkrämpfen, dann könnte dies an alten Wasserleitungen liegen. Sorgen Sie dafür, dass möglicherweise noch vorhandene Bleirohre aus Ihrem Haus entfernt werden. Als Mieter haben Sie ein Recht auf Sanierung der betroffenen Leitungen.

In Neubauten: Kindernahrung nicht aus Leitungswasser zubereiten

Bei Neubauten wird heutzutage hauptsächlich zu Kupferrohren gegriffen. Aber auch diese sind unter bestimmten Umständen riskant: Hat das Trinkwasser einen pH-Wert von unter 7, dann kann Kupfer aus den Leitungen austreten.

Darüber hinaus kann sich aus neuen Leitungen in den ersten Monaten des Gebrauchs ebenfalls Kupfer lösen. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern kann diese Verunreinigung für Leberschäden verantwortlich sein. Nutzen Sie in Neubauten also kein Wasser aus der Leitung, um Säuglingsnahrung oder Essen für kleine Kinder zuzubereiten. Kaufen Sie sich dafür am besten abgepacktes Wasser aus dem Supermarkt.

Sauberes Trinkwasser: Das können Sie tun

  • Lassen Sie Bleileitungen auswechseln.
  • Nutzen Sie kein Wasser, das länger gestanden hat.
  • Kochen Sie Leitungswasser im Zweifelsfall ab.
  • Achten Sie auf eine regelmäßige Legionellen-Überprüfung.

Wasser fließt aus Flasche in Glas© Andreas Berheide - Fotolia

Eine weitere Gefahr geht von Wasser aus, das in der Leitung längere Zeit steht. Denn darin vermehren sich Keime, unter anderem Bakterien der Gattung Pseudomonas, die beispielsweise Hautentzündungen oder Infektionen der Harnwege hervorrufen können. Krankheitsgefährdet sind auch hier hauptsächlich kleine Kinder und immungeschwächte Menschen. Ist Ihr Immunsystem geschwächt oder leiden Sie unter einer akuten oder chronischen Erkrankung, dann sollten Sie auf Nummer sicher gehen: Kochen Sie Leitungswasser vor dem Gebrauch in der Küche am besten ab. So töten Sie mögliche Keime. Lassen Sie das Wasser dabei für mindestens fünf Minuten kochen.

Für alle anderen gilt: Haben Sie eine Wasserleitung einige Tage nicht genutzt, weil Sie beispielsweise im Urlaub waren, dann drehen Sie den Wasserhahn auf und lassen Sie das Wasser erst einmal für mindestens fünf Minuten laufen. So werden Sie einen Großteil der Bakterien, die sich möglicherweise angesammelt haben, schnell wieder los. Drehen Sie auch das Warmwasser auf. Denn im Warmwasserspeicher vermehren sich ebenfalls Keime.

Wassertank bei jedem Gebrauch neu auffüllen

Übrigens: Nicht nur in Wasserleitungen kann stehendes Wasser zu einer „Keimschleuder“ werden: Verwenden Sie in der Küche grundsätzlich kein Wasser, das mehrere Stunden gestanden hat. Beim Wasserkocher und Tab- oder Kapsel-Kaffeemaschine sollten Sie vor jeder Nutzung den Wassertank neu auffüllen. Denn lediglich ein kurzes Aufbrühen von gestandenem Wasser hilft nicht, alle Keime abzutöten.

Sonderfall Legionellen: Das sollten Sie wissen

Anders als Schwermetalle oder andere Krankheitserreger geraten Legionellen nicht über die Nahrung in Ihren Organismus. Sie werden vielmehr inhaliert, beispielsweise beim Duschen über den Wasserdampf. In Wasserrohren vermehren sich die Erreger vor allem bei Wassertemperaturen von etwa 20 bis 50 °C.

Die Keime können insbesondere bei Kleinkindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem die Legionärskrankheit hervorrufen: Grippeähnliche Beschwerden und hohes Fieber sind die typischen Symptome. Schätzungsweise 15.000 bis 30.000 Fälle von Legionärskrankheit in Deutschland gibt es jährlich. Seit 2011 muss hierzulande das Leitungswasser in Mehrfamilienhäusern und öffentlichen Gebäuden regelmäßig alle drei Jahre auf Legionellen überprüft werden. Ein- und Zweifamilienhäuser sind von dieser Regelung zwar ausgenommen. Dennoch sollte den Bewohnern eine Legionellenbelastung nicht egal sein: Für etwa 40 Euro können Sie eine Überprüfung Ihres Trinkwassers durchführen lassen. Wenden Sie sich dazu an ein mikrobiologisches Labor.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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