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Was Körpergeruch über Ihre Gesundheit verrät

Körpergeruch hat jeder von uns schon mal – sei es durch Tätigkeiten, bei denen wir stark schwitzen, oder aber durch bestimmtes Essen. Diesem Geruch ist eines gemeinsam: In der Regel verschwindet er auch rasch wieder – eventuell nach der Körperpflege oder aber, wie bei Knoblauchgeruch, von selbst. Doch was, wenn es sich um extrem unangenehmen Geruch handelt und dieser lange anhält? Auf welche ­Erkrankungen er hinweisen kann, lesen Sie im Folgenden.

Mann hält sich die Nase zu© Klaus Eppele - Fotolia

Riechender Achselschweiß, Mundgeruch oder müffelnde Socken – normalerweise ist das alles kein Grund zur Sorge. Es handelt sich dabei um Gerüche, die jeder Mensch immer wieder absondert, die schnell entstehen und die Sie mit normaler Hygiene auch in den Griff bekommen. Doch ab und zu entsteht Körpergeruch als Hinweis Ihres Körpers auf bestimmte Beschwerden oder Erkrankungen. Solcher Geruch wird dann neu für Sie sein, Sie haben ihn in dieser Intensität noch nicht wahrgenommen. Häufig ist es ein recht unangenehmer Geruch, fast schon möchte man ihn als „Gestank“ bezeichnen. Doch was sagt er aus?

Auf diese gesundheitlichen Probleme kann veränderter Körpergeruch hinweisen

  1. Problem: Ihr Schweiß riecht extrem stark, obwohl Sie ganz normale Körperpflege betreiben. Diese Ursachen können zugrunde liegen: Normalerweise riecht Schweiß erst mal nicht. Das kann er auch gar nicht, denn er besteht zu 99 Prozent aus Wasser – und das ist ja bekanntlich geruchlos. Das restliche Prozent setzt sich nicht etwa aus Giftstoffen zusammen, wie gerne fälschlicherweise behauptet wird. Vielmehr besteht es aus Mineralien, Eiweißstoffen und Fett. Diese Stoffe riechen in frischem Schweiß ebenfalls nicht. Allerdings können sie sich im Laufe der Zeit auf der Haut zersetzen und zusammen mit Bakterien, die unsere Haut besiedeln, kommt es dann zu dem ­typischen „Das-Deo-hat-versagt-Schweißgeruch“. Andere Gerüche können aber durch Krankheiten bedingt sein. Wenn der Schweiß ranzig riecht, besteht bei Ihnen eventuell ein Fettverdauungsproblem. Müffeliger Schweiß, der an alte Kleidung erinnert, ist oft auf einen Magnesiummangel zurückzuführen. Handelt es sich eher um einen sehr süßlichen Geruch, häufig in Richtung Hefe, steckt vielfach eine Pilzinfektion oder eine Infektion mit Bakterien hinter dem „Duft“. Und ein Ammoniak-Geruch kann durch eine Fehlfunktion von Leber oder Niere verursacht werden.

    Mein Tipp

    Grundsätzlich sollten Sie Ihre Ernährung umstellen, wenn Sie einen ungewöhnlichen Schweißgeruch bei sich feststellen. Eine ausgewogene Ernährungsweise mit vielen Ballaststoffen, Obst und Gemüse kann helfen, überschüssiges, unverdauliches Fett aufzunehmen und durch den Verdauungstrakt Ihres Körpers auszuscheiden. Wenn Sie darauf achten, reichlich grünes Gemüse auf Ihren Speiseplan zu setzen, verbessern Sie zudem Ihre Magnesiumversorgung. Dagegen sollten Sie auf Zucker und Alkohol verzichten. Beides raubt nicht nur Magnesium, sondern kann auch eine Besiedelung mit Hefepilzen fördern. Sollten diese Maßnahmen aber innerhalb von einer Woche keinen Erfolg zeigen, suchen Sie einen Arzt auf.

  2. Problem: starker Fußgeruch. Diese Ursachen können zugrunde liegen: Oft sind Infektionen mit Pilzen oder Bakterien der Grund für stark riechende Füße. Merken Sie, dass die Haut an Ihren Füßen rissig ist, sich schuppt oder ständig gerötet ist, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Diese Hautdefekte können sonst zu Wundinfektionen führen. Auch können sie ein Hinweis auf Diabetes sein.

    Mein Tipp

    Um eine Infektion mit Pilzen oder Bakterien zu vermeiden, sollten Sie Ihre Füße nach dem Baden bzw. nach einem Schwimmbadbesuch gründlich trocknen. Am bes­ten funktioniert das, wenn Sie sie kurz trockenföhnen. Auch ein tägliches Fußbad in einer Mischung aus lauwarmem Wasser und einem Ess­löffel Essig hat sich bewährt. Es sollte rund 30 Minuten dauern. Wenn eine Pilzinfektion vorliegt, können Sie im Grunde ein verschreibungsfreies Medikament anwenden. Aber Vorsicht: Es verlangt Konsequenz in der Anwendung. Zudem verträgt nicht jeder Mensch jedes Präparat. Bei einer bakteriellen Infektion an den Füßen muss Ihnen Ihr Hautarzt auf jeden Fall ein Präparat verschreiben.

  3. Problem: schlechter Atem. Diese Ursachen können zugrunde liegen: Der Klassiker für schlechten Mundgeruch sind auf jeden Fall bestimmte Speisen, zum Beispiel Knoblauch, Zwiebeln, aber auch Getränke wie Bier. Dieser Mundgeruch vergeht nach einiger Zeit von selbst. Aber Mundgeruch kann auch durch Mangelerscheinungen ausgelöst werden: Er ist eine häufige Begleiterscheinung von Zink- und Vitamin-B1-Mangel. Genauso kann er bei Stress durch den Anstieg des Stress­hormons Cortisol ausgelöst werden. Eine weitere Ursache von Mundgeruch, der eher als fauliger Gestank auftritt, können übrigens Medikamente sein, die die Magensäure regulieren sollen und als Wirkstoff zum Beispiel Omeprazol enthalten. Der Grund ­hierfür: Die Magensäure wird verdünnt bzw. verringert und der Speisebrei zu langsam zersetzt. Es kommt zur Fäulnis, die sich eben durch den Geruch äußert.

    Mein Tipp

    Bei Mundgeruch sollten Sie zunächst einmal Ihre Mundhygiene überprüfen. Putzen Sie sich zweimal am Tag die Zähne, und nutzen Sie Zahnseide bzw. eine Interdentalbürste, um auch die Zahnzwischenräume gründlich zu säubern. Bei geschwollenem oder stark dunkelrotem Zahnfleisch, das auf Druck zu bluten beginnt , suchen Sie Ihren Zahnarzt auf. Grundsätzlich sollten Sie viel trinken, eventuell sogar grünen Tee. Denn der ist reich an sogenannten Polyphenolen. Die Pflanzenstoffe können die Gründe von Mundgeruch bekämpfen. Gut geeignet gegen Mundgeruch ist auch Apfelessig. Geben Sie hiervon einen Esslöffel in 100 ml Wasser, und trinken Sie diese Mischung zu den Mahlzeiten. Aber Vorsicht: Nehmen Sie Säurehemmer, sprechen Sie das vorher mit Ihrem Arzt ab. Grundsätzlich gilt auch bei sehr starkem Mundgeruch, dass Sie Ihren Arzt aufsuchen sollten, falls die Mittel innerhalb von einer Woche nicht anschlagen.

  4. Problem: strenger Uringeruch. Diese Ursachen können zugrunde liegen: Haben Sie viel Knoblauch oder Spargel gegessen, kann es durchaus vorkommen, dass Ihr Urin seinen Geruch verändert. Grund sind bestimmte Inhaltsstoffe im Gemüse. Das ist allerdings kein Grund zur Sorge – und der Geruch verschwindet nach einigen Stunden auch wieder. Aufmerksam sollten Sie dagegen werden, wenn Ihr Urin einen modrigen Geruch anzunehmen beginnt. In diesem Fall kann durchaus eine noch nicht entdeckte Diabetes-Erkrankung dahinterstecken.

    Mein Tipp

    Grundsätzlich sollten Sie einen deutlich veränderten Uringeruch, der länger als zwei Tage anhält, immer vom Arzt untersuchen lassen. Ein Diabetes sollte so schnell wie möglich diagnostiziert werden, und auch eine unerkannte Harnwegserkrankung ist nicht harmlos. Die Bakterien können aufsteigen und dann andere Organe, zum Beispiel die Blase oder die Nieren, befallen. Aus diesem Grund gehört eine Harnwegsinfektion immer in die Hände eines Arztes. Er wird Ihnen entsprechende Medikamente verschreiben – eventuell reichen naturheilkundliche Präparate, es kann aber auch sein, dass es ein Antibiotikum sein muss. Wenn Sie häufiger unter Harnwegsinfekten leiden, sollten Sie versuchen vorzubeugen. Das können Sie zum Beispiel mit Cranberry-Extrakt-Kapseln, die Sie im Reformhaus oder in der Apotheke erhalten.

  5. Problem: stark riechende Blähungen. Diese Ursachen können zugrunde liegen: Dass Blähungen riechen, ist normal. Anders sieht es aus, wenn sie einen Geruch erzeugen, dass Ihnen (und anderen Menschen) übel wird, und wenn Blähungen keine Ausnahme, sondern schon fast ein Dauerzustand sind. Oft ist der Grund dann eine gestörte Tätigkeit von Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase. Das führt dazu, dass das Fett aus der Nahrung nicht richtig aufgenommen wird. Zudem können Medikamente gegen Reflux bzw. Übersäuerung des Magens zu einer Verdauungsstörung führen, die dann wiederum Gärungs­prozesse im Darm auslöst. Diese Gärung sorgt für zu viel Gas im Darm, was dann wiederum Blähungen verursacht. Und nicht zuletzt kann eine gestörte Magen-Darm-Flora die übelriechenden Blähungen auslösen.

    Mein Tipp

    Häufig kommt es nach Antibiotika-Einnahme zu den stark riechenden Blähungen, weil durch die Medikamente die Magen-Darm-Flora ­geschädigt oder zum Großteil vernichtet wurde. Daher sollte sich an eine Antibiotika-Einnahme grundsätzlich ein Wiederaufbau der Magen-Darm-Flora anschlie­ßen. Oft reicht es, wenn Sie verstärkt Milchprodukte auf Ihren Speiseplan setzen. Bei längerer Einnahme sollten Sie sich aber von Ihrem Arzt ein entsprechendes Präparat verordnen lassen. Wenn keine Antibiotika-Einnahme erfolgt ist, wird in den meisten Fällen eine Stuhlprobe nötig sein, die genauer ­untersucht wird, um eventuelle Infektionen auszu­schließen.

 

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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