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Vollkornprodukte - gesund und lecker!

Vollkornprodukte wirken sich erstaunlich auf die Sterblichkeitsrate aus. Das ergab eine Studie des Department of Food Science der University of Manitoba. Über zehn Jahre hinweg beobachteten die Forscher 38.000 Frauen.

Diejenigen, die am meisten Vollkorn aßen, wiesen deutlich weniger gefährliche Krankheiten auf, die unter Umständen tödlich verlaufen.

Die gesundheitlichen Vorteile

Die Untersuchung wies nach, dass Vollkornprodukte sich mildernd auf Herzkreislauf- und Krebserkrankungen auswirken und dass Diabetes bei Menschen, die viel Vollkorn essen, kaum auftritt. Dadurch bekämpft man die häufigsten Todesursachen.

Die Wissenschaftler können noch nicht sagen, welche Mechanismen hierfür genau verantwortlich sind. Viele Studien zeigen, dass Vollkornprodukte die Verdauung verlangsamen und so den Darm gesund halten. Darüber hinaus enthält Vollkorn viele Nährstoffe, die lediglich in Kombination wirken.

Das Zusammenspiel von Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen erhält die Gesundheit. Einzeln sind all diese Stoffe nur schwer dazu in der Lage. Achten Sie darauf, dass Sie Produkte mit besonders hohem Vollkornanteil essen, am besten Brot mit 100 Prozent Vollkorngetreide.

Herzschutz durch Vollkorn

Vollkornkost ist gut für Ihr Herz. Sie hält koronare Herzerkrankungen in Schach. Das folgern amerikanische Ernährungswissenschaftler aus einer Studie an über 42.000 Männern im Alter zwischen 40 und 75 Jahren. Wer viel Vollkorn und Kleie aß, erkrankte seltener an koronaren Herzkrankheiten.

Exkurs: Gesundheitliche Vorteile von Weizengras

  • Es beschleunigt die Heilung der Schleimhäute im Verdauungstrakt.
  • Es reguliert eine übersteigerte Immunabwehr (z. B. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen).
  • Es neutralisiert freie Sauerstoffradikale.
  • Es regt die Verdauung an und hilft daher gegen Verstopfung.
  • Es fördert die Entgiftung des Organismus.
  • Es verbessert die Konzentration.

Essen Sie mehr Vollkornnudeln

Vollkornnudeln und andere Lebensmittel aus Vollkorn, die noch Kleie und Keime und somit sowohl alle Faserstoffe als auch viele Nährstoffe enthalten, sind besonders gesund. Sie senken das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten sowie Diabetes.

Der Fasergehalt von Vollkorn hält Sie außerdem länger satt. Das kann beim Abnehmen eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Raffiniertes Getreide dagegen verliert während des Weiterverarbeitungsprozesses einen Großteil seines Gehalts an Fasern und Nährstoffen.

Daher empfehlen wir Ihnen, dass mindestens die Hälfte Ihrer täglichen Kornprodukte aus Vollkorn sein sollte. Bei einer durchschnittlichen Ernährung mit rund 2.000 Kalorien wären das drei Portionen Vollkorn pro Tag.

Holen Sie sich das Vollkorn mit Nudeln auf den Teller

Eine gute Möglichkeit, mehr Vollkorn zu essen, sind Vollkornnudeln. „Normale“ Nudeln werden aus Hartweizenmehl und damit immer aus weiterverarbeitetem Mehl hergestellt. Bis vor kurzem gab es Vollkorn-Nudelprodukte nur in Spezial-Läden zu kaufen.

Jetzt sind sie fast in jedem Lebensmittelmarkt zu finden. Auch große Hersteller wie Barilla und Birkel haben Vollkornnudeln im Programm. Dank einer verbesserten Technologie sind Vollkornnudeln auch nicht mehr so gummiartig wie früher.

Vollkornnudeln gibt es außer mit Vollkornweizen auch aus anderen Körnern und sind somit besonders für Menschen geeignet, die unter einer Weizenallergie oder Glutensensitivität leiden. Manche Nudeln bestehen auch aus einer Kombination unterschiedlicher Getreidearten. Einige enthalten ein wenig Leinsamen, eine gute Quelle für Omega-3-Fette (Alpha-Linolensäure oder ALA).

Prüfen Sie die Zutatenliste der Vollkornnudeln

Das Wort „Vollkorn“ sollte ganz oben auf der Zutatenliste stehen. Nur wenn alle aufgeführten Getreidearten aus Vollkorn sind, handelt es sich um 100 % Vollkornnudeln. Einige Hersteller bezeichnen ihre Ware als Vollkorn, obwohl sie nur ein Gemisch aus Vollkorn und weiterverarbeitetem Mehl ist.

Manchmal wird Hafer- oder Weizenkleie zugefügt, um den Faseranteil zu erhöhen. Barilla z. B. gibt eindeutig an, dass seine Vollkornnudeln nur zu 51 % aus Vollweizen bestehen. Ein Hinweis dafür, dass Weizenmehl raffiniert ist, ist die Formulierung „angereichertes Mehl“.

Vergleichen Sie den Faseranteil

Vollkornnudeln haben meist zwei- bis dreimal so viel Fasern wie herkömmliche Nudeln. Dinkel-, Quinoa- und Naturreisnudeln haben zwar nur zwei bis drei Gramm Fasern, sind aber trotzdem nahrhafter als normale Nudeln.

Fallen Sie nicht auf „bio“ rein

Produkte aus Bioläden oder mit „Bio“ gekennzeichnete Nudeln sind nicht immer Vollkorn. Bio-Nudeln mit der Kennzeichnung 100 % Hartweizen oder einer anderen Art von Weizen sind aus weiterverarbeitetem Mehl hergestellt.

Auch Spinat- oder Tomatennudeln sind nicht automatisch Vollkornnudeln. Meist enthalten sie nur Spuren von Gemüse zur Farbgebung. Wenn sie nicht aus Vollkorn bestehen, unterscheiden sie sich im Nährwert nicht von herkömmlichen Nudeln.

Probieren Sie verschiedene Marken aus. Sie variieren durchaus in Geschmack und Textur. Auch die Form kann einen Unterschied im Geschmack ausmachen. Nudeln sollten immer bissfest sein, kontrollieren Sie die Konsistenz daher regelmäßig beim Kochen. Vollkornnudeln schmecken gut zu herzhaften Soßen und Gemüsegerichten.

Dinkel

Dinkel (Triticum spelta) ist eine alte Weizenart, um nicht zu sagen der Urweizen. Er hat ein feines nussartiges Aroma. Besonders zu erwähnen sind der große Anteil an Vitaminen der B-Gruppe, Magnesium und Phosphor.

Sein hoher Klebergehalt verleiht Dinkel sehr gute Backeigenschaften: Er bindet viel Wasser und hält so Backwaren lange frisch. Er gilt als Mittel der Wahl, wenn auf natürliche Weise die Ernährung ins Lot gebracht werden soll.

Früher baute man Dinkel besonders in Süddeutschland häufig an. Städtenamen wie Dinkelsbühl erinnern daran. Seinen anderen Beinamen „Spelz“ oder „Spelt“ erhielt der Dinkel von einer Besonderheit: Eine schützende Hülle (Spelzen) umschließt das eigentliche Korn.

Dies erklärt die bessere Widerstandsfähigkeit des Dinkels gegenüber Umwelteinflüssen, Pilzerkrankungen und Verletzungen. Allerdings benötigt es immer einen zweiten Arbeitsgang, nämlich das Ablösen der Spelzen. Er eignet sich erst im Anschluss zum Verzehr.

Dieser Arbeitsaufwand und das geringere Ertragsniveau erklären die fast vollständige Verdrängung des Dinkels von „modernen“ Weizenarten. Heute bewirtschaftet man nur ca. 40.000 Hektar Land mit Dinkel.

Dinkel kommt zurück!

Dem Trend, dass Weizen den Dinkel verdrängte, da er leichter zu bearbeiten ist und höhere Erträge bringt, schiebt sich langsam ein Riegel vor. Schön für den Verbraucher, dass Bauern sich auf diese alte Getreideart besonnen und biologisch Dinkel anbauen. Zum einen ist ein biologisch angebautes Nahrungsmittel gesund.

Zweitens „wehrt“ sich Dinkel gegen alle chemischen Dünge- und Wachstumsstoffe ebenso wie Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel) und Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel). Er verträgt sie nicht. Unproduktive Ernten wären die Folge.

Dies ist positiv für uns Verbraucher, denn wir bekommen von den Bauern ein garantiert biologisch angebautes Produkt. Für den Gaumen bietet Dinkel als „Grünkern“ eine willkommene Abwechslung.

Grünkerne heißen die noch grünen Dinkelkörner, wenn man sie im halb reifen Zustand erntet und bei ca. 120 °C einige Stunden über Buchenholzfeuer röstet. Sie schmecken besonders in pikanten Getreidegerichten wie Bratlingen, Aufläufen und Suppen besonders würzig.

Nutzung der Heilwirkung

Schon in frühesten Zeiten setzten die Menschen Dinkel als Nahrungs- und Heilmittel ein. Wie oben erwähnt ist Dinkel ein reines Lebensmittel, da er ausschließlich ohne Chemie wächst. Aufgrund seiner Robustheit bietet er starke ökologische Vorteile. Die Spelzhülle schützt den Dinkel vor radioaktivem Fall-out und Luftverseuchungen.

In vielen Klöstern gehörte Dinkel zur Hauptnahrungsquelle. Das Getreide, das in den meisten bürgerlichen Küchen wenn überhaupt nur selten auf den Tisch kommt, birgt gewaltige Heilkräfte in sich.

Hildegard von Bingen: „Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem Esser ein rechtes Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht es froh und voll Heiterkeit.“

Wertvolle Inhaltsstoffe

Dinkel enthält alle basischen Mittel, die der menschliche Körper zur Gesunderhaltung benötigt: Er beinhaltet über 13 Prozent pflanzliches Eiweiß. Dies sorgt für den geregelten Ablauf der Stoffwechselreaktionen und trägt zum Aufbau von Organen und Gewebe bei.

Darüber hinaus enthält das Getreide über 70 Prozent Kohlenhydrate, lebensnotwendige Mineralien (z. B. Kalium, Eisen und Phosphor), die zu einem gesunden Aufbau der Leber-, Hirn- und Muskelzellen beitragen. Des Weiteren sind darin gesund erhaltende Vitamine, vor allem die Vitamine der B-Gruppe.

Diese spielen eine wichtige Rolle für die Stoffwechselfunktionen des Körpers, die Atemvorgänge, den Aufbau der roten Blutkörperchen und die Vorgänge im Nervensystem.

Im Dinkel befindet sich darüber hinaus Thiocyanat, das das Immunsystem stimuliert und die Gesundheit erhält. Des Weiteren enthält der Dinkel Viridine (Grünstoffe) sowie Assimilationsfaktoren, die für seine gute Wasserlöslichkeit verantwortlich sind.

Anwendung in der Wärmetherapie

Dinkelkissen, die Sie unter Umständen in Naturkostläden liegen sahen, sind mit Dinkelspelz gefüllt. Man erhitzt sie im Backofen (besser in der Mikrowelle) und sie geben eine wohltuende feuchte Wärme ab. Sie können Sie als Wärmflaschenersatz für Verspannungen im Hals- und Nackenbereich nutzen.

Durch ihre flexible Form passen sie sich der Körperform an. Auch bei Bauch- oder Menstruationsbeschwerden leisten sie gute Dienste. Darüber hinaus können Sie die Kissen körperwarm nutzen. Sie speichern die Körperwärme und verteilen sie wohlig auf der Haut.

Das führt zu einer wohltuenden Entspannung an schmerzenden Stellen, verstärkt durch die gute Materialausstattung des Dinkelspelzes mit seinem hohen Kieselsäureanteil. Möchten Sie sich so ein Dinkelkissen selber machen, nähen Sie sich eine kleine viereckige Kissenhülle.

Diese füllen Sie mit dem Spelz, den Sie zum Beispiel in einer Mühle oder in Naturkostläden bekommen. Wie viel Sie brauchen ist abhängig von ihrer Kissengröße. Grundsätzlich gilt: Füllen Sie das Kissen nicht prall, damit es sich an Ihren Körper anschmiegt.

Volles Korn: Der beste Brei für Ihr Baby

Im zweiten Lebenshalbjahr wird es Zeit für den ersten Getreidebrei. Lesen Sie hier, welches Getreide Ihrem Baby am besten bekommt und worauf Sie bei der Zubereitung achten sollten: Der Vollmilch-Getreidebrei (ab dem 6.Monat) sorgt vor allem für ausreichend Kalzium, andere Mineralstoffe und BVitamine.

Der milchfreie Getreide-Obst-Brei (ab dem 7. Monat) liefert Vitamine und Nährstoffe, ohne den kindlichen Stoffwechsel durch zu viel Eiweiß zu belasten.

Nährstoffreich und bekömmlich: Hafer

ls erstes Getreide eignet sich vor allem Hafer, weil Babys ihn gut vertragen und er einen hohen Gehalt an Nährstoffen wie Vitamin B1, Eisen und Kalzium hat.Wenn Sie Ihr Kind vegetarisch ernähren wollen, greifen Sie zu eisenreichen Getreidesorten wie Hirse, auch Hafer und Roggen sind geeignet.

Neigt Ihr Kind zu Allergien, sollten Sie mit Reisund Dinkelbrei beginnen. In den ersten sechs Lebensmonaten sollten Sie prinzipiell auf glutenhaltiges Getreide verzichten. Leidet jemand in der Familie unter insulinpflichtiger Zuckerkrankheit (Typ-1-Diabetes) oder Zöliakie, sollte Ihr Baby im gesamten ersten Lebensjahr nur glutenfreies Getreide wie Reis oder Mais bekommen.

Meiden Sie im ersten Lebensjahr exotische Getreidesorten wie Buchweizen, Quinoa oder Amaranth! Diese alternativen Körnerfrüchte enthalten teils Gerbstoffe, die die Verwertung von Nährstoffen,Vitaminen und Mineralstoffen beeinträchtigen.

Substanzen wie Saponine können dem empfindlichen Babydarm Probleme bereiten. Die Fruchtschalen des Buchweizens enthalten Fagopyrin, einen roten Farbstoff, der die Haut gegenüber Sonnenlicht empfindlicher macht und Hautentzündungen auslösen kann.

Die Fruchtschalen werden beim Schälen des Buchweizens zwar entfernt, doch ist auf der Packung nicht immer ersichtlich, ob es sich um geschälten oder ungeschälten Buchweizen handelt.

Wichtig: Verzichten Sie in den ersten 12 Monaten auf rohes Getreide. Frischkornbrei ist z. B. für den kindlichen Magen-Darm-Trakt noch zu schwer verdaulich und kann zudem mit Keimen belastet sein.

Viel Überflüssiges im Fertigbrei

Fertigbreie, die Sie nur mit Wasser anrühren müssen, enthalten meist unnötige Zusätze wie gefriergetrocknetes Obstpulver, Emulgatoren oder Vitaminmischungen. Oft enthalten sie kein Vollkorngetreide, dafür aber Zuckerzusätze. Selbst der Aufdruck „kristallzuckerfrei“ besagt nur, dass kein Haushaltszucker (Saccharose) zugegeben wurde.

Andere Süßungsmittel wie Maltose, Fruktose, Honig, Apfel- oder Birnendicksaft dürfen durchaus enthalten sein! Die große Auswahl an Geschmacksrichtungen von Stracciatella- bis Apfelstrudel-Geschmack ist nur durch Zugabe von Aromen, Kakao, Nüssen oder Gewürzen möglich, die das Allergierisiko erhöhen.

Gut zu wissen

Getreidepulver oder -flocken für Babynahrung (z. B. von Holle aus dem Reformhaus, aber auch die konventionellen Produkte) sind in der Regel thermisch aufgeschlossen, damit die Stärke verdaulich wird. Das heißt, dass das Getreide gemahlen, zum Brei angerührt, über beheizte Walzen geführt sowie anschließend getrocknet und zerkleinert wird.

Das Getreide muss dann nur mit heißer Milch angerührt, aber nicht aufgekocht werden. Bereiten Sie den Milch-Getreide-Brei immer mit Vollmilch zu, auch wenn auf der Getreideflocken-Packung etwas anderes steht! Aufgrund einer EU-Richtlinie darf der verzehrfertige Getreidebrei nicht mehr als 3,3 Gramm Fett je 100 Kilokalorien enthalten.

Deshalb werden meist 160 Milliliter Vollmilch und 40 Milliliter Wasser zur Breizubereitung empfohlen. Mit dieser verdünnten Milch ist Ihr Kind auf Dauer jedoch nicht ausreichend versorgt.