Vegetarisch: Fleischlos glücklich?
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Die Skandale um das Nahrungsmittel Fleisch reißen nicht ab. Berichte über Tiertransporte und die Gefahr von BSE veranlassen immer mehr Menschen zum Verzicht auf Fleisch. Doch wie gesund ist die fleischlose Kost?
Neu ist die Hinwendung zur fleischlosen Ernährung nicht. Bereits in der Antike trat der Philosoph und Mathemathiker Pythagoras für eine vegetarische Ernährung ein. Auch der berühmteste Arzt des Altertums, Hippokrates, wies bereits auf die gesundheitlichen Risiken eines überreichlichen Fleischkonsums hin. Auch religiöse Motive können hinter einer vegetarischen Lebensweise stehen: In östlichen Religionen der Glaube an die Seelenwanderung und eine tiefe Achtung vor allem Lebenden; die Fastenzeit und die fleischlosen Freitage des katholischen Christentums. Für viele Menschen ist der Gedanke an das Töten von Tieren und der Anblick toter Tiere belastend, und sie lehnen aus ethisch-moralischen Gründen den Verzehr von Fleisch ab.
| DIE VIER GROSSEN GRUPPEN VON VEGETARIERN | |
|---|---|
| Bezeichnung | Nicht verzehrte Nahrungsmittel |
| Lakto-Vegetarier | Fleisch, Fisch, Eier |
| Ovo-Vegetarier | Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte |
| Ovo-Lakto-Vegetarier | Fleisch, Fisch |
| Veganer | Alle vom Tier stammenden Nahrungsmittel, manchmal auch Honig |
Für viele stehen gesundheitliche Bedenken im Vordergrund. Wir sollen sparsam mit tierischem Fett umgehen, um den Cholesterinspiegel nicht hoch zu treiben. Hinzu kommt jetzt vor allem die Angst vor BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie, eine schwammartige Gehirnerkrankung des Rinds, die offenbar auf den Menschen übertragbar ist und bei ihm als neue Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit auftritt). Immer mehr Frauen denken über vegetarische Ernährung nach. Aber fehlt Vegetarierinnen wirklich nichts?
Leben Vegetarierinnen gesünder?
Abgesehen von der möglichen BSE-Gefahr lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Denn hier wirken viele Faktoren zusammen.
Wichtig ist die Zusammensetzung der Nahrung und auch ihre Zubereitung. Vegetarierinnen achten sehr auf hochwertige Nahrungsmittel wie frisches Obst und Gemüse, roh oder gekocht, und auf Abwechslung: Pfannengerichte, Salate, Aufläufe, Eintöpfe und Rohkostplatten werden phantasievoll aus den Produkten der jeweiligen Jahreszeit zusammengestellt und durch Nüsse und Samen ergänzt. Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte sind wertvolle Grundnahrungsmittel. Sie runden ab mit geringen Mengen an Milch, Käse und gelegentlich Eiern und sorgen für eine ausgewogene Nährstoffversorgung.
Wenn Sie also jetzt bis auf weiteres auf Fleisch verzichten, brauchen Sie sich um ein ausreichendes Eiweißangebot keine Sorgen zu machen. Bedenken, dass Sie als Vegetarierin (auf Zeit) nicht ausreichend mit Eiweiß versorgt sein könnten, sind unbegründet. Eine Kombination aus Kartoffeln und Ei gilt in Bezug auf die Eiweißversorgung sogar als dem Fleisch überlegen. Ähnliches gilt auch für Pellkartoffeln mit Quark, Getreideerzeugnisse und Milch, Ei oder Hefe, zum Beispiel Brot mit Käse oder Quark, Grießbrei mit Milch, Hefebrot oder -kuchen. Hülsenfrüchte sind schon an sich gute Eiweißlieferanten. Werden sie mit Getreide, Milch oder Ei ergänzt, sind sie besonders wertvoll, beispielsweise als Grünkernsalat mit Erbsen oder als Bohnensalat mit Brot.
Eine Kost, die nur Fleisch und Fisch auslässt, aber Milch, Milchprodukte und Eier enthält, kann Ihren Nährstoffbedarf also gut decken. Zusammen mit reichlich Obst und Gemüse nehmen Sie dann mehr von den wichtigen sekundären Pflanzenstoffen auf als sonst. Diese schützen vor Umweltgiften und beugen Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose und Krebs vor. Auch die Vitamin- und Mineralstoffversorgung ist überwiegend gut.
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