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Übergewicht: In Deutschland auch bei Kindern keine Seltenheit

Übergewicht gilt als Bezeichnung für ein Gewicht, welches in Relation zur Körpergröße zu hoch ist. Man unterscheidet zwischen Übergewicht oder Präadipositas und schwerem Übergewicht oder Fettleibigkeit beziehungsweise Adipositas.

Zur Definition von Übergewicht existieren verschiedene Berechnungsformeln. Dazu zählen der Broca-Index, der Body-Mass-Index, der Ponderal-Index, das Verhältnis von Taille zu Hüfte oder die simple Vermessung des Bauchumfangs. Es besteht kein medizinischer Konsens darüber, wo das wünschenswerte Gewicht eines Menschen liegt.

Übergewichtige Frau kriegt die Hose nicht zu© Piotr Wawrzyniuk – Fotolia

Das Luxusproblem Übergewicht

Übergewicht stellt ein Luxusproblem dar, dessen gehäuftes Auftreten in industrialisierten Ländern durch zwei Veränderungen der Lebensumstände hervorgerufen wird: Die ständige Verfügbarkeit kalorienreicher Nahrungsmittel sowie eine geringere körperliche Aktivität, da weniger Menschen körperlich anstrengende Arbeit verrichten. Es ist umstritten, ob bereits einfaches Übergewicht ernstzunehmende Konsequenzen für die individuelle Gesundheit mit sich bringt.

Eine erhöhte Morbiditätsrate bei Adipositas ist ohne Zweifel erwiesen. Darüber hinaus führt das hohe Gewicht zu einer Überlastung und somit schnelleren Abnutzung von Gelenken und Wirbelsäule. Es begünstigt das Entstehen verschiedener Krebsarten, vermindert die Zeugungsfähigkeit und kann Diabetes, Bluthochdruck, Arthrose und diverse Herzleiden hervorrufen. Zur Bekämpfung von nicht krankheitsbedingtem Übergewicht ist eine Veränderung der Lebensumstände nötig. Der Betroffene muss die Kalorienzufuhr bei gleichzeitiger Steigerung der körperlichen Aktivität einschränken.

Die möglichen Ursachen

  • Überernährung
  • Bewegungsmangel
  • Stoffwechselstörungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Nebenwirkungen einiger Medikamente
  • psychologische Faktoren
  • genetische Disposition

Ein paar Pfündchen mehr schaden nicht

Während alle Welt aus Modegründen nach Schlankheit strebt, verkündet eine neue Studie der amerikanischen Gesundheitsbehörde etwas anderes: Ein paar Pfunde mehr schaden Ihrer Gesundheit nicht, sondern verlängern Ihr Leben. Vor allem ältere Menschen profitieren von dieser stillen Reserve.

Die Studie ergab, dass auf der einen Seite jedes Jahr 112.000 Menschen in den USA an den Folgen ihres Übergewichts sterben. Auf der anderen Seite überstehen jedoch 86.000 Senioren Krankheiten, weil sie ein paar Pfund mehr als das Normalgewicht auf die Waage bringen. Dann haben sie „mehr zuzusetzen“. Krankheiten laugen sie nicht in vergleichbarem Maße aus. Des Weiteren sterben jedes Jahr 34.000 Bürger an Untergewicht.

Dick, aber gesund und fit

Übergewichtige und fettleibige Menschen können einen normalen Stoffwechsel aufweisen und fit sein. Übergewicht geht nicht zwangsläufig mit einer schlechteren Prognose einher. Dies bestätigen zwei wissenschaftliche Studien, die im Mediziner-Fachblatt „European Heart Journal“ erschienen.

Eine der Studien zeigt, dass ein Teil der übergewichtigen und adipösen Menschen weder unter Bluthochdruck, noch Diabetes mellitus und erhöhten Cholesterinwerten leidet. Des Weiteren sei das Herz-Kreislauf-System intakt, sodass sie als insgesamt fit gelten. Das schreiben der spanische Mediziner Dr. Francisco Ortega (Universität von Granada) und seine Mitarbeiter.

Hauptsache intakter Stoffwechsel

Für die Studie werteten Forscher die Daten von über 43.000 übergewichtigen oder adipösen Personen aus. Diese nahmen zwischen 1979 und 2003 an einer Langzeitstudie (Aerobics Center Longitudinal Study, ACLS) teil. Das Kriterium für die Aufnahme bestand im Körperfettanteil der Männer von mindestens 25 Prozent und der Frauen von mindestens 30 Prozent. Die Daten erhoben die Mediziner per Fragebögen sowie klinischer und laborchemischer Untersuchungen. Sie ermittelten die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge mit Ergometertests. 46 Prozent der Studienteilnehmer zeigten einen intakten Stoffwechsel.

Die statistische Auswertung ergab bei ihnen ein signifikant niedrigeres Gesamtsterberisiko. Das Risiko für die Entwicklung einer Herz-Gefäß-Erkrankung oder eines Herzkreislauftodes fiel bei ihnen eindeutig geringer aus als bei den Übergewichtigen mit gestörtem Stoffwechsel. Die zweite Studie bestätigt, dass stark Untergewichtige und stark Adipöse die schlechteste Prognose aufweisen. Sie sterben deutlich früher als normalgewichtige (BMI zwischen 21 und 23,5) und leicht übergewichtige Menschen (BMI zwischen 26,5 und 28).

Schlechte Karten im Berufsleben

Ob solche Erkenntnisse die Stigmatisierung übergewichtiger und adipöser Menschen mindern, bleibt unklar. Kürzlich meldeten Tübinger Wissenschaftler, dass stark übergewichtige Personen bei Personalentscheidern keine guten Karten besäßen. Zu diesem Ergebnis kam eine experimentelle Studie über Vorurteile von Personalentscheidern gegenüber Adipösen. Sportwissenschaftler Professor Ansgar Thiel und Psychosomatiker Professor Stephan Zipfel von der Universität Tübingen leiteten die Studie.

Die Wissenschaftler befragten bei einem Experiment gemeinsam mit Dr. Katrin Giel und Manuela Alizadeh 127 erfahrene Personalentscheider. Die Studie erschien im Fachjournal „BMC Public Health“. Für die Tübinger Wissenschaftler bedeuten die Ergebnisse ein klares Signal: Nicht nur der Kampf gegen die Adipositas selbst muss man stärker fördern, sondern darüber hinaus die Entwicklung von Maßnahmen gegen die Stigmatisierung adipöser Menschen. Ein erster Schritt sei, in Bewerbungsverfahren auf Fotomaterial zu verzichten, um die Chancengleichheit zu wahren. „Sonst ist für Menschen mit starkem Übergewicht das Verfahren möglicherweise schon zu Ende, bevor es richtig angefangen hat“, so Thiel.

Körperfett kann nur der Arzt genau messen

Einige Menschen möchten sich zur Kontrolle ihrer Diät eigentlich eine Körperfettwaage kaufen. Immer wieder hört man allerdings, dass diese Geräte zum Körperfett messen nicht viel taugen. Das stimmt; zumindest, was solche Waagen für Privatpersonen angeht. Sie liefern sehr ungenaue Werte. Besonders bei Frauen stimmen die Messergebnisse nicht und die Abweichungen zur tatsächlichen Körperfett-Menge betragen bis zu 40 Prozent. Gute Geräte haben bei Frauen immerhin noch eine Abweichung von 20 Prozent und bei Männern bis zu 13 Prozent.

Die Abweichungen liegen in der Bauweise der Waagen begründet. Alle Geräte, egal von welchem Hersteller, funktionieren nach ein und demselben Prinzip. Die Elektroden in der Waage jagen einen ganz schwachen Strom durch den Körper. Da Muskeln und Wasser dem Strom weniger Widerstand leisten als Fett, kann die Waage aus dem Gesamtwiderstand den Fettanteil des Körpers berechnen. Da sich der Strom aber immer den kürzesten Weg durch den Körper sucht, wandert er zum einen Bein hinein und zum anderen wieder heraus und die komplette obere Körperhälfte bleibt unberücksichtigt. Da aber bei Frauen meist die Oberschenkel mehr Fett enthalten als die restlichen Körperteile, kommen die falschen Ergebnisse zustande. Ähnlich falsche bzw. ungenaue Ergebnisse liefern übrigens Hand-Körperfett-Messgeräte. Sie erfassen eben nur die obere Körperhälfte, schon nicht mehr den Bauch. Wenn Sie Ihr Körperfett wirklich genau wissen wollen, dann ist es sicherer, eine Messung beim Arzt durchführen zu lassen.

Welche Erkrankungen verhindern das Abnehmen?

Übergewicht wird in der Regel dadurch verursacht, dass Sie mehr Kalorien zu sich nehmen als Sie verbrauchen. Zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung mit zu wenig Obst und Gemüse, dafür zu viel Zucker und Weißmehlprodukte, das sind die Gründe, die zu Übergewicht führen. Die Industrie macht es uns aber heute auch leicht, uns falsch und kalorienreich zu ernähren: ­Fertigprodukte scheinen eine einfache Lösung zu sein, schnell eine Mahlzeit auf den Teller zu zaubern. Eine ausgewogene Ernährung bleibt dabei aber leider auf der Strecke.

Doch nicht immer sind diese klassischen Gründe schuld an den überflüssigen Kilos. Einige Krankheiten sorgen dafür, dass Sie unter Heißhungerattacken leiden, Nährstoffe nicht ausreichend verwenden oder Ihr Stoffwechsel zu langsam arbeitet. Werden diese Erkrankungen behandelt, purzeln dann wie durch ein Wunder auch die Pfunde.

Lebensmittelunverträglichkeiten

Werden übergewichtige Menschen untersucht, finden sich bei vielen Unverträglichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel. Hierzu gehören unter anderem Milch­eiweiß, Eier und Kartoffeln. So eine Unverträglichkeit kann sich tatsächlich auf das Gewicht auswirken. Denn essen Sie Lebensmittel, die Sie nicht richtig verdauen können, wird diese Tatsache auch beeinflussen, wie andere Lebensmittel verdaut werden, die Sie normalerweise gut vertragen. Auch die werden dann zum Teil nicht verwertet. Die Folge: Sie nehmen nicht genügend der Nahrungsinhaltsstoffe auf. Daraus resultiert, dass Sie immer Hunger haben und so deutlich mehr essen, als Sie eigentlich müssten.

Nebennierenunterfunktion

Unter einer solchen Unterfunktion der Nebennieren leiden vor allem Menschen, die ständig unter Stress stehen. Sie bemerken das daran, dass Sie sich ständig erschöpft fühlen, nachmittags häufig müde sind und einen zu niedrigen Blutdruck sowie niedrige Blutzuckerwerte aufweisen. Letztere sind der Auslöser dafür, dass Sie ständig Heißhunger haben und außerdem den ganzen Tag lang Süßigkeiten essen möchten.

Schilddrüsenunterfunktion

Wenn die Schilddrüse träge ist, arbeitet auch Ihr Stoffwechsel sehr langsam. Verspüren Sie Müdigkeit, Kälte, depressive Verstimmungen und leiden Sie unter Haarausfall, dann kann die Schilddrüse durchaus schuld an Ihrem Übergewicht sein.

Lassen Sie Ihrem Körper genügend Zeit

Bedenken Sie eines: Nicht jeder übergewichtige Mensch leidet unter diesen Beschwerden. Häufig ist Übergewicht tatsächlich „hausgemacht“. Aber wenn Sie gesund leben und dennoch deutlich zu viel wiegen, sollten Sie Ihren Körper einmal genau beobachten und Ihren Arzt um Rat fragen, ob Sie vielleicht unter einer der drei oben dargestellten Erkrankungen leiden und wie Sie diese gegebenenfalls behandeln können.

Wenn eine solche Behandlung erfolgreich verläuft, wird auch Ihr Übergewicht nach und nach weniger werden. Doch erwarten Sie keine Wunder: Die Pfunde werden nicht von heute auf morgen purzeln. Sie haben sich im Laufe der Zeit aufgebaut. Geben Sie Ihrem Körper also ausreichend Zeit, sie auch wieder abzubauen. Bewegung hilft hierbei und im zweiten Schritt die gesunde Ernährung.

Diese Medikamente fördern Übergewicht

Daneben können aber auch Medikamentengruppen appetitanregend wirken. Psychopharmaka beispielsweise, insbesondere Trizyklische Antidepressiva oder Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) steigern über einen längeren Einnahmezeitraum Ihr Hungergefühl. Genauso wie Lithium, das gegen Depressionen und Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt wird.

  • Betablocker (z. B. bei Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion,
  • Durchblutungsstörungen des Herzens, Herzinsuffizienz)
  • Neuroleptika (bei Psychosen)
  • Antidepressiva
  • Östrogene (z. B. bei Wechseljahrbeschwerden, Verhütungsmittel)
  • Progesteron (Wechseljahrbeschwerden)
  • Kortisonhaltige Medikamente
  • Insulin
  • Anti-Diabetika

Risiko für Folgeerkrankungen ist erhöht

Eine Befragung der Universität Madrid von insgesamt 4.200 Psychiatern ergab, dass 84 Prozent von ihnen Gewichtszunahme als problematischste Nebenwirkung von Psychopharma beobachten. Die Pfunde sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern haben weitere Erkrankungen zur Folge: So haben Schizophreniepatienten ein doppelt so hohes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, als die übrige Bevölkerung.

Doch Vorsicht: Verringern Sie niemals die Dosis von Psychopharmaka oder setzen Sie die Medikamente ab ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt. Wenn Sie die Medikamente von heute auf morgen einfach weglassen, treten erhebliche Nebenwirkungen auf.

Typische Probleme bei abruptem Weglassen von Psychopharmaka

  • Schwindelgefühle
  • Nervosität
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • herabgesetztes Reaktionsvermögen
  • Müdigkeit

Bei leichten bis mittleren Depressionen, innerer Unruhe oder Angst bietet sich Johanniskraut als Behandlungsalternative an, die nicht dick macht (z. B. Johanniskraut AL 60 Stück ca. 12 € oder Johanniskraut Ratiopharm 30 Stück etwa 7,50 €). Übrigens: Müssen Sie gegen Depressionen MAO-Hemmer einnehmen, so brauchen Sie kein Übergewicht fürchten.

Das sollten Sie über Kortison wissen

Auch wenn Sie kortisonhaltige Medikamente nutzen, kann es passieren, dass Sie an Gewicht zulegen. Kortisonhaltige Medikamente werden unter anderem bei diesen Erkrankungen eingesetzt:

  • Asthma
  • Morbus Crohn
  • rheumatische Erkrankung
  • schwere Allergie
  • Nierenentzündungen
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Kortison setzt Ihren Stoffwechsel herab und wirkt zugleich appetitanregend. Gleichzeitig lagert sich Wasser im Gewebe an. Vor allem im Gesicht und im Hals- und Nackenbereich „blähen“ die Betroffenen auf. Allerdings findet die Gewichtszunahme nur bei der Einnahme von Kortisontabletten statt. Bei nur örtlich wirkenden Kortisoncremes (z. B. bei Hauterkrankungen) hingegen nicht. Bei einer langfristigen Therapie wird Ihr Arzt immer versuchen, die Dosierung so gering wie möglich zu halten und Kortison nur über einen begrenzten Zeitraum einzusetzen. Nach Absetzen des Kortisons geht auch das Übergewicht zurück. Gewichtszunahme aufgrund einer Wassereinlagerung im Gewebe findet sich übrigens auch bei hormonhaltigen Präparaten (z. B. östrogenhaltige Medikamente während der Wechseljahre).

Migränemittel verursachen Hungergefühl

Bei Migränepatienten können die Medikamente mit den Wirkstoffen Pizotifen, Flunarizin oder Cinnarizin für ein andauerndes Hungergefühl verantwortlich sein. Eine Alternative zu den Migräne-Tabletten bietet Ihnen die Pflanze Mutterkraut, auch „Falsche Kamille“ genannt (Präparate sind in Drogerien und Apotheken erhältlich; z. B. Energie Mutterkraut Magnesium Tabletten 150 Stk. für ca. 15 € oder Hannes Mutterkraut Tabs 60 Stück ca. 10 €).

Eine weitere Behandlungsoption ist die Implantat-Akupunktur: Hierbei werden winzige Akupunkturnadeln in Ihr Ohr gestochen, die dort verbleiben. Sie spüren keine Schmerzen. Die einmalige Behandlung kostet zwischen 300 und 600 Euro und wird von Heilpraktikern oder Ärzten für Naturheilkunde angeboten.

Betablocker verringern Fettverbrennung

Auch eine Behandlung gegen Bluthochdruck kann zu unerwünschten Fettpölsterchen führen. Denn Betablocker setzen Ihren Energiestoffwechsel und damit auch Ihre Fettverbrennung um etwa 10 Prozent herab. Die Berliner Charité analysierte im Jahr 2001 insgesamt 8 klinische Studien, mit 7.048 Patienten, von denen 3.205 eine Betablocker-Therapie erhielten.

Das Körpergewicht wurde zu Anfang und am Ende einer sechsmonatigen Behandlungsphase ermittelt. Das Ergebnis: Der Betablocker-Patienten nahmen durchschnittlich 1,2 kg während der Behandlung zu. Einzig beim Betablocker Acebutolol wurde im Vergleich zu einem Scheinpräparat ein Gewichtsverlust verzeichnet. Um zu verhindern, dass Sie weiter zunehmen, könnte Ihnen ein Wechsel zu ACE-Hemmern oder Diuretika helfen. Allerdings sollten Sie keinesfalls auf Betablocker verzichten, wenn Sie unter einer koronaren Herzerkrankung leiden oder bereits einen Herzinfarkt hatten. Besprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt, wie Sie Ihr Gewicht etwa mit Hilfe einer Diät halten können.

Fazit

Es gibt verschiedene Arzneimittel, die eine Mitschuld an Übergewicht tragen und damit letztendlich auch an den gesundheitsschädlichen Folgen, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um dem entgegenzuwirken, können Sie einerseits mit Ihrem Arzt die hier vorgestellten Behandlungsalternativen erörtern. Trotz allem sollten Sie zudem auch auf regelmäßige Bewegung (viel Spazierengehen, Treppensteigen) und eine gesunde, vollwertige Ernährung achten.

Wie Sie am besten Ihr Fett loswerden

Wenn Sie bei der Arbeit überwiegend sitzen, bewegen Sie sich zu wenig und verlieren dabei die Fähigkeit, Körperfett zu verbrennen. Da hilft es auch nicht, sich einmal in der Woche beim Sport zu verausgaben. Besser: Entscheiden Sie sich für ein regelmäßiges, langsam aufbauendes Ausdauertraining. Damit können Sie die Fähigkeit zur Fettverbrennung zurückerlangen.

Wenn Sie gern joggen, sollten Sie Ihren optimalen Pulsbereich finden. Koordinieren Sie dazu beim Laufen Ihren Atemrhythmus mit der Schrittfrequenz. Atmen Sie für fünf Minuten drei Schritte lang ein und drei Schritte lang aus. Wenn Sie dabei außer Atem geraten, laufen Sie langsamer, bis Sie den Dreier-Rhythmus einhalten können. Ihr Tempo sollten Sie stets so bemessen, dass Sie sich während des Laufens noch unterhalten können, ohne ins Japsen zu geraten.

Wie Sie im Schlaf schlank werden

Wenn Sie jetzt ein paar Kilo abspecken möchten, sollten Sie Ihr Abendessen so früh wie möglich verspeisen. Im Idealfall essen Sie nach 20 Uhr nichts mehr. So hat Ihre Verdauung genug Zeit, bereits in den frühen Abendstunden zur Ruhe zu kommen. Als Folge sinken Ihre Werte für Blutzucker und Blutfett und damit auch Ihr Insulinspiegel. Das Hormon Insulin steuert nicht nur Ihre Zuckerverwertung, sondern bewacht auch Ihre Fettpölsterchen. Ein hoher Insulinspiegel blockiert so direkt das Einschmelzen Ihrer Fettpölsterchen.

Etwa 70 Minuten nachdem Sie eingeschlafen sind, wird das Wachstumshormon in Ihrem Körper besonders aktiv. Während Sie sanft schlummern, bewirkt es beispielsweise, dass Fett aus Ihren Fettzellen abgebaut und in Energie umgewandelt wird. Sinkt Ihr Insulinspiegel, ist das genau der Reiz, den Ihr Körper braucht, um mehr Wachstumshormone auszuschütten. Damit das Wachstumshormon in Ihrem Körper aktiv werden kann, braucht es ausreichende Mengen an Eiweiß, Vitamin C und B-Vitaminen.

So einfach unterstützen Sie Ihren Fettabbau in der Nacht

Verzehren Sie abends:

  • reichlich Eiweißlieferanten, wie Eier, Fisch, mageres Fleisch, fettarme Milchprodukte
  • reichlich frisches Gemüse, Salate
  • wenig Brot, Nudeln, Reis, aber immer die Vollkornvarianten
  • wenig Kartoffeln, aber immer in fettarmer Zubereitung
  • keine Süßigkeiten
  • keine zuckerhaltigen Getränke
  • keine Knabberartikel wie Chips oder Salzstangen

Starten Sie beim Abspecken immer satt in den Tag

Viele Menschen, die etwas Hüftgold verlieren möchten, verzichten nach dem morgendlichen Sprung auf die Waage erstmal auf das Frühstück. Das hat oft fatale Folgen: Denn im Laufe des Vormittags baut sich dann ein Hungergefühl auf, das meistens in einem Heißhunger auf Süßes gipfelt. Im schlimmsten Fall hungern Sie sich sogar durch den ganzen Tag. Abends überfällt Sie dann ein nagender Heißhunger, den Sie nur schwer bändigen können.

Wenn Sie morgens aufwachen, hat ihr Körper in der Nacht seine Zuckerreserven aufgebraucht und im Idealfall auch ein paar Fettpölsterchen eingeschmolzen. Mit Vollkornprodukten (Brot, Müsli, Getreideflocken) starten Sie jetzt ideal in den Tag. Sie sind besonders reich an Ballaststoffen, die in Ihrem Magen aufquellen und ein wohliges, lang anhaltendes Sättigungsgefühl bei Ihnen auslösen. Diese Produkte werden aus dem ganzen Korn hergestellt und strotzen nur so vor Vitaminen und Mineralstoffen. Das ist nicht nur die Basis für Ihre hohe körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, sondern auch ein bewährter Schutz vor Heißhungeranfällen.

So verbrauchen Sie zusätzliche Kalorien

In die Verwertung von Vollkornprodukten muss Ihr Körper viel Energie stecken, um die Zuckerverbindungen aufzuspalten und schließlich ins Blut aufzunehmen. Das verbraucht nicht nur Kalorien, sondern führt auch dazu, dass Ihr Blutzuckerspiegel relativ konstant bleibt. Starke Blutzuckerschwankungen behindern Ihr Abnehmprojekt bereits an der Basis. Sie locken das Masthormon Insulin aus der Reserve. Dieses Hormon fördert das Einlagern von überschüssiger Energie (Kalorien) in Ihre Depotfette (Hüftgold).

Top-Kombinationen für Ihr Frühstück:

  • Vollkornbrot, mit Käse oder Schinken und Tomate
  • Vollkornbrot mit körnigem Frischkäse und frischem Obst
  • zuckerfreie Müslimischung mit frischem Obst und Joghurt
  • Porridge (aus Haferflocken) mit frischem Obst

5 Top-Argumente für mehr Bewegung bei Übergewicht

Körperliche Aktivität ist die beste Maßnahme, um Ihren überflüssigen Fettpölsterchen zu Leibe zu rücken. Das sind die Gründe:

1. Kalorienverbrauch steigern

Durch jede Form von körperlicher Aktivität geben Sie Ihrem Körper die Möglichkeit, überflüssige Kalorien sofort zu verbrennen.

2. Muskelmasse aufbauen

Hat Ihr Körper mehr Muskeln, steigt der Kaloriengrundumsatz. Sie verbrauchen dann ständig mehr Energie, egal ob Sie sich bewegen oder nachts schlafen. Das funktioniert leider auch in die andere Richtung: Schon nach einer Woche ohne körperliche Aktivität baut Ihr Organismus seine Muskelmasse wieder ab und verbrennt in Ruhe weniger Fett, gleichzeitig steigt der Körperfettanteil (vor allem das Bauchfett) rapide an.

3. Insulinspiegel nachhaltig senken

Insulin (Hormon der Bauchspeicheldrüse) spielt in Ihrem Körper eine ganz zentrale Rolle, wenn es darum geht, Gewicht zu verlieren oder zuzunehmen. Das „Masthormon“ Insulin steuert nicht nur Ihren Blutzuckerspiegel, sondern auch die Verarbeitung und das Speichern von Fetten. In Ihrem Fettgewebe öffnet ein hoher Insulinspiegel die Türen zur Fetteinlagerung in den Körperzellen und blockiert gleichzeitig die Ausgangstüren. Insulin bewacht also Ihre Fettpölsterchen geradezu und ist beim Abspecken ein echter Hemmschuh.

4. Verbrennungsmotor anwerfen

In jeder Muskelzelle sitzen kleine Kraftwerke (Mitochondrien). Sie liefern die Energie für Ihre Muskelarbeit. Regelmäßiges Ausdauertraining bewirkt, dass sich die Mitochondrien vermehren. Rund 1.000 dieser Verbrennungsmotoren arbeiten in einer Zelle. Durch gezieltes Training können Sie die Zahl der Mitochondrien deutlich vermehren, ja sogar verdoppeln. Dadurch steigert Ihr Körper seine Fettverbrennung und seine Ausdauerleistungsfähigkeit.

5. Bauchfett zu Leibe rücken

Durch Bewegungsreize schütten die Muskeln Myokine (griechisch: mys für Muskel und kinos für Bewegung) aus. Eine wahre Wunderwaffe unter den Myokinen ist das Interleukin-6: Es steigert gezielt die Fettverbrennung in der Bauchregion und verbessert die Wirkung des Hormons Insulin. Als Folge muss die Bauchspeicheldrüse weniger Insulin produzieren, das erleichtert dem Körper die Fettverbrennung zusätzlich.

Wie Sie Ihren Pfunden einfach davonlaufen

Ausdauertraining ist die beste Waffe, um Ihren Energieverbrauch zu steigern. Wenn Sie bis jetzt eher ein Bewegungsmuffel waren, gehen Sie doch einfach mal strammen Schrittes spazieren (mindestens 2,5 Stunden pro Woche). Steigern Sie Ihre Belastung langsam, aber stetig. Sie werden überrascht sein, wie schnell sich die ersten Trainingserfolge einstellen: Sie halten länger durch und die Pfunde beginnen zu purzeln.

Falls Sie bereits sportlich aktiv sind, ist Joggen für Sie ideal. Hier ist Ihr Energieverbrauch pro Sporteinheit besonders hoch. Wichtig ist, dass Sie sich regelmäßig bewegen: Fünfmal eine halbe Stunde Bewegung in der Woche bringt Ihnen mehr als ein- oder zweimal ein längeres Sportprogramm von mehr als einer Stunde.

7 bewährte Sportarten zur Fettverbrennung

  • zügiges Gehen / Nordic Walking
  • Laufen / Jogging
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Skilanglaufen
  • Wandern
  • Tanzen

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