Bringen Sie Soja auf den Tisch

In den letzten Jahren ist Soja in Europa in Mode gekommen. Im Rahmen wissenschaftlicher Forschung stellte sich heraus, dass Asiatinnen, die häufiger Soja essen als zum Beispiel Europäerinnen, seltener an Brustkrebs erkranken.

Forscher sind der Meinung, dass diese Schutzwirkung den so genannten Phytoöstrogenen zugeschrieben werden kann. Diese Sojapflanzenstoffe sind den weiblichen Hormonen sehr ähnlich.

Sojamilch ist bekannt als Alternative zur Kuhmilch; allerdings darf sie kleinen Kindern nicht gegeben werden. Die in der Milch enthaltenen Hormone können im Kleinkindalter die Drüsen schädigen, zudem können die Phyto-östrogene dem Kind schaden. Für größere Kinder und Erwachsene aber, die Kuhmilch nicht vertragen, sind die Sojaprodukte eine echte Alternative.

Finger weg von hoch dosierten Soja-Präparaten!

Seitdem die Hormonersatztherapie wegen des Brustkrebsrisikos in Verruf geraten ist, greifen viele Frauen in den Wechseljahren zu natürlichen Phyto-östrogenen in Form von Sojapräparaten. Sie sollen die typischen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen lindern. Diese Sojapräparate werden als „nebenwirkungsfrei“ angepriesen. Das stimmt so aber nicht. Auch Naturmittel können durchaus Nebenwirkungen haben.

Das Problem der Kapseln ist, dass sie so hoch dosiert sind, dass sie schon wieder ein Krebsrisiko darstellen können. Asiatinnen nehmen nur rund 50 mg Soja-Phytoöstrogene pro Tag über ihre Nahrung zu sich. Handelsübliche Sojakapseln liefern Ihnen aber ein Vielfaches dieser Menge. Zudem können die Stoffwechselprodukte, die beim Abbau dieser Sojapräparate im Körper entstehen, ebenfalls krebserregend sein.

Bisher wurde dieser Zusammenhang nur im Labor unter dem Mikroskop nachgewiesen. Hier ist noch einiges an Forschung nötig, bis wir sicher wissen, ob Soja-phytoöstrogene nun durchweg positiv oder doch eher kritisch zu betrachten sind.

Bitte beachten Sie: Phytoöstrogene aus Sojapräparaten wirken genauso wie zur Hormontherapie gegebene Östrogene, nur schwächer. Müssen Sie also auf Östrogene verzichten, weil in Ihrer Familie bereits Brustkrebserkrankungen aufgetreten sind? Dann verzichten Sie auch auf die Phytoöstrogene — die können in so einem Fall Ihr Krebsrisiko ebenfalls erhöhen.

Genießen Sie Soja pur -nicht als Kapsel

Ich empfehle Ihnen, Soja nicht in Form von Kapseln oder Tabletten zu sich zu nehmen, sondern ganz natürlich über Ihre Nahrung. Denn auch wenn Sie reichlich Soja als Lebensmittel verzehren, ist es Ihnen nicht möglich, so viele Phytoöstrogene zu sich zu nehmen, dass sie Ihnen schaden könnten.

Und die Vielfalt der Sojaprodukte ist heute groß. Mehl, Fleischersatz, Öl, Pudding, geröstete Kerne, Tofu — es gibt fast nichts, was heute nicht aus Soja hergestellt wird. Immer mehr Menschen scheinen auf den Soja-Geschmack gekommen zu sein, ernähren sich von Leberkäse, Schnitzel oder Burgern aus Soja. Dabei ist Soja keine neue Pflanze. Vor 5.000 Jahren schon wurde sie im Reich der Mitte als „Geschenk des Himmels“ angesehen und zählt seitdem für die Chinesen zum heiligen Getreide. Die Chinesen sagen ihr lebensverlängernde Wirkung nach — und das ist tatsächlich der Fall.

Nutzen Sie die Sojabohne als Vitalstoffquelle

Soja ist ernährungsphysiologisch gesehen eine sehr wertvolle Pflanze. Sie enthält reichlich Ballaststoffe, die die Verdauung anregen. Zudem besteht sie zu 40 % aus Eiweiß — und gerade das Sojaeiweiß ist besonders wertvoll, da es all die Aminosäuren enthält, die Ihr Körper unbedingt braucht.

Im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten ist die Sojabohne reich an essenziellen Fettsäuren. Auch der Vitalstoffgehalt ist nicht zu verachten: 100 g Sojabohnen versorgen Sie mit 1.750 mg Kalium, 260 mg Kalzium, 250 mg Magnesium, 8,6 mg Eisen und 590 mg Phosphor.

Mit Soja halten Sie Ihren Cholesterinspiegel niedrig

In Amerika wurde in den letzten Jahren Soja sogar in die allgemeinen Ernährungsempfehlungen aufgenommen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA empfiehlt, rund 25 g Sojaprotein pro Tag zu verzehren, das entspricht einer Menge von 200 Gramm Tofu (eine Art fester „Quark“ aus Sojamilch).

In Studien hat sich gezeigt, dass eine solche tägliche Portion das schädliche LDL-Cholesterin deutlich senken kann. Bisher ist aber noch ungeklärt, warum das Sojaprotein so wirkt. Forscher vermuten, dass die Produktion der Gallensäure gesteigert wird und so das Cholesterin abgebaut wird. Es könnte auch daran liegen, dass Soja die Leber stimuliert und dadurch ein schnellerer Abbau der Blutfette ermöglicht wird. Generell kann ich Ihnen den Verzehr von Soja und Sojaprodukten also nur empfehlen.

Gerade bei Tofu sollten Sie aber Folgendes beachten: Diese „quarkähnliche“ Speise hält sich im Kühlschrank gut einige Tage, wenn Sie sie in einem Gefäß aufbewahren, das mit Wasser gefüllt ist. Sie müssen das Wasser aber jeden Tag wechseln.

Darüber hinaus können Sie den Tofu einfrieren, so hält er sich mehrere Monate lang. Erschrecken Sie nicht, wenn Sie ihn aus dem Tiefkühler nehmen: Tofu verfärbt sich beim Einfrieren braun. Tauen Sie ihn wieder auf, ist seine Farbe aber wieder normal weiß. Zum Auftauen sollten Sie den Tofu in warmes Wasser legen.

Genmanipulierte Sojaprodukte können Sie nicht „versehentlich“ kaufen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Soja-Allergien stark angestiegen! Wahrscheinlich liegt das daran, dass in der Vergangenheit genmanipuliertes Soja im Umlauf war.

Seitdem die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Produkte vor zwei Jahren in Kraft getreten ist, müssen gentechnisch behandelte oder veränderte Produkte extra ausgezeichnet werden. Es muss eine lückenlose Beweiskette vorliegen, dass die Sojabohnen nicht manipuliert wurden. Ansonsten müssen die Lebensmittel als „gentechnisch verändert“ ausgezeichnet werden.

So ist die Gefahr, versehentlich genmanipulierte Soja zu erhalten, für Sie sehr gering geworden. Zudem werden die Sojabohnen regelmäßig von verschiedenen Instituten auf Genveränderungen hin überprüft.

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Soja und Säuglinge – kein gutes Paar

07.01.2010 06:00 

viele frisch gebackene Mütter, die sich selbst sehr gesund ernähren, glauben, ihren Babys mit dem Füttern von Sojamilch oder sojahaltiger Säuglingsnahrung etwas Gutes zu tun. Doch das ist mit Risiken für den []

Weshalb Soja Ihnen am Herzen liegen sollteSchwangere: Besser kein Soja essen

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