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Schokolade – Eine gesunde Nascherei

Die spanischen Eroberer entdeckten im heutigen Mexiko ein aus gemahlenen Kakaobohnen, Wasser und Vanille hergestelltes Getränk. Auf Nahuatl, der Sprache der Azteken, heißt es Xocólatl.

Geschmolzene Schokolade

Lange Historie

Das erste Mal nutzen die Olmeken des mexikanischen Tieflands den Kakaobaum um 1500 v. Chr. Sie sammelten die Früchte wild wachsender Bäume. Erst knapp 1000 Jahre später wurde der Kakaobaum von den Maya kultiviert. Die Kakaopflanze und die daraus hergestellte Trinkschokolade galten als Geschenk der Götter und spielten eine wichtige Rolle in religiösen Zeremonien.

Schokolade in ihrer heutigen Form ist in Deutschland erst seit dem späten 18. Jahrhundert verbreitet. Bis weit ins 19. Jahrhundert galt sie als Kräftigungsmittel und wurde in Apotheken verkauft. Die älteste Schokoladenfabrik Deutschlands ist die in Halle an der Saale ansässige Halloren AG. Sie wurde 1804 gegründet.

Modernes Genussmittel

Schokolade besteht im Wesentlichen aus Kakaoerzeugnissen und Zucker. Milchschokolade wird auch Milch zugefügt. Schokolade unterliegt in Deutschland wie alle Lebensmittel einer strengen Reglementierung, die festlegt, welche Zutaten in welcher Menge verwendet werden sollen. Schokolade in ihrer einfachsten Form wird in Tafeln gegossen. Es sind jedoch auch Gourmetprodukte erhältlich. Diese verführen mit verschiedensten Geschmacksrichtungen.

Als Krönung der Schokoladenverarbeitung gelten feinste Pralinen und Konfekt. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt: Die Auswahl reicht von mit alkoholhaltigen Massen gefüllten Trüffeln über in feine Kuvertüre getauchtes Marzipan bis hin zu außergewöhnlichen Kreationen wie mit Schokolade überzogenem Bacon.

Gesundheitliche Vorzüge im Überblick

Genießen Sie dunkle Schokolade ohne schlechtes Gewissen. In mehreren wissenschaftlichen Studien mit mehr als 500.000 Teilnehmern fand man heraus, dass der regelmäßige Verzehr dunkler Schokolade hilft, Herzinfarkten und Schlaganfällen vorzubeugen. Die Inhaltsstoffe der Schokolade senken nachweislich den Bluthochdruck. Je dunkler die Schokolade ist, desto gesünder ist sie auch. Milchschokolade hat nur noch den Bruchteil der guten Eigenschaften einer Bitterschokolade.

Zartbitterschokolade

Macht Schokolade wirklich glücklich?

Serotonin ist ein Hormon, das in Ihrem Körper dafür sorgt, dass Sie sich rundum wohlfühlen. Und dieser Botenstoff steckt tatsächlich auch in der Schokolade. Also einfach ein paar Stücke Schokolade essen und schon steigt Ihre Stimmung? Ganz so leicht geht es nicht. Damit das Hormon seine Wirkung entfalten kann, muss es in Ihr Gehirn gelangen. Leider funktioniert genau das über die Ernährung nicht. Dieser Botenstoff kann Ihre Blut-Hirn-Schranke nicht durchbrechen und deshalb auch nicht wirken, wo er wirken soll.

Glücksversprechender ist da schon die Aminosäure (Eiweißbaustein) Tryptophan, eine Vorstufe des Serotonins. Sie kann bei Ihnen kurzfristig einen stimmungsaufhellenden Effekt auslösen. Denn das Tryptophan schafft es bis in Ihr Gehirn und kann dort zu Serotonin umgewandelt werden. In Großbritannien und Kanada ist Tryptophan sogar als mildes Psychopharmakon zugelassen. Tryptophan ist in einer recht hohen Dosis beispielsweise in Cashewkernen enthalten: 450 Milligramm davon stecken in 100 Gramm Cashews. Die Kerne enthalten jedoch auch viel Energie mit etwa 600 kcal pro 100 Gramm. Zum Glück steckt es auch in Lebensmitteln, die weniger Kalorien liefern. Gute Quellen sind zum Beispiel Milchprodukte wie Quark oder aber auch Bananen, Datteln, Haferflocken oder Fleisch. Auch Schokolade lässt den Tryptophanspiegel im Blut ansteigen. Außerdem enthält Schokolade Substanzen, die zu einer Ausschüttung von Dopamin führen. Dadurch wird das Zentrum für Glücksgefühle im Gehirn aktiviert.

Weitere gesundheitliche Vorteile

Schokolade enthält das Alkaloid Theobromin und Koffein. Dadurch steigt das Reaktionsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu. Wie eine Beobachtungsstudie zeigen konnte, haben Menschen, die täglich Schokolade essen, um 27 Prozent weniger Herzinfarkte und ein um die Hälfte geringeres Schlaganfallrisiko. Verantwortlich für diesen schützenden Effekt sind die Flavonoide in der Kakaomasse.

Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent kann nicht nur den Blutdruck senken, sondern auch das Blut verdünnen, sodass die Blutplättchen nicht verklumpen. Damit hat Schokolade einen ähnlichen Effekt wie Aspirin. Einen Riegel dunkle Schokolade pro Tag können Sie sich also mit gutem Gewissen gönnen, denn Sie haben damit Ihrer Gesundheit sogar etwas Gutes getan.

Drogenähnliche Wirkung

Schokolade

Mit der Lust von Frauen auf Schokolade befasste sich Privatdozentin Dr. Angela Ameri: Knapp 400 verschiedene Inhaltsstoffe machte man bisher in der Schokolade ausfindig, einige von ihnen mit einer drogenähnlichen Wirkung. Aus diesem Grund sagt man der Schokolade nach, dass sie Trost spendet und glücklich macht. Der Inhaltsstoff Anandamid wirkt laut Dr. Ameri in der Medical Tribune ähnlich wie Cannabis, indem es das Wohlbefinden steigert. Zwei weitere Schoko-Substanzen verlängern diese Wirkung. Dunkle Schokolade enthält mehr glücklich machende Stoffe als Milchschokolade.

Dennoch löst Schokolade kein„Haschisch-High“ aus, dazu sind die Mengen der Wirkstoffe zu gering. Amerikanische Wissenschaftler errechneten, dass ein Erwachsener 10 Kilo Schokolade auf einmal verspeisen müsste, um eine solch euphorisierende Wirkung zu erzielen. Es sind noch andere Wirkstoffe in der Süßigkeit enthalten, die eine stimulierende Wirkung entfalten. Dazu gehören etwa Koffein und Theobromin. Alle gemeinsam lösen sie Wohlbefinden aus. Aber suchterzeugend ist Schokolade deswegen noch lange nicht, beruhigt Dr. Ameri die Süßschnäbel unter uns.

Auch Süßschnäbel ernähren sich ausgewogen

Wenn Sie gerne naschen und dabei aber ein schlechtes Gewissen haben, können Sie jetzt aufatmen: Süßschnäbel ernähren sich nicht ungesünder als diejenigen, die sich Süßigkeiten versagen oder sie nicht mögen. Die amerikanische Forscherin Dr. Maureen Storey fand in Untersuchungen folgendes heraus: Die Meinung, ein hoher Zuckerkonsum wirke sich insgesamt negativ auf die Qualität der Ernährung aus, ist schlicht falsch. Wer gerne Süßes mag, isst in der Regel trotzdem ausgewogen und nimmt genügend Vitamine und Mineralstoffe zu sich.

Die weit verbreitete Ansicht, „Zuckerschnuten“ neigten automatisch zu Übergewicht, wies die Forscherin nicht nach. Dies berichtete die Medical Tribune im Jahr 2001. Im Gegenteil: Je mehr Zucker im Essen, desto niedriger war der Bodymass-Index der untersuchten Personen. Was dick macht, ist zu wenig Bewegung und zu fettes Essen.