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Salzhaltige Babynahrung beeinflusst spätere Ernährungsgewohnheiten

Wie stark Erfahrungen im frühesten Kindesalter die weitere Entwicklung prägen, haben amerikanische Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Sie beschäftigten sich mit der Frage, in wie weit die Ernährungsgewohnheiten im Babyalter das spätere Essverhalten der Kinder beeinflusste.

Dabei stellten die Forscher fest, dass gerade die ersten Monate und die dann gegebene Nahrung entscheidend dafür sind, welche Geschmacksvorlieben die Kinder später entwickelten.

Säuglinge haben zunächst ein natürliches Geschmacksverhalten. Sie mögen Süßes, Bitteres dagegen vermeiden sie so weit wie möglich. Salz gegenüber sind sie neutral eingestellt. In wie weit diese Geschmacksvorlieben erhalten bleiben, hängt davon ab, was die Kinder als erste Nahrung erhalten.

Die Wissenschaftler hatten 61 Kinder beobachtet. Diese wurden zunächst mit zwei Monaten, dann mit sechs Monaten, nach Beginn der Zufütterung von fester Kost und mit drei bis vier Jahren noch einmal beobachtet. Zudem wurden die Mütter befragt, was die Kinder im Babyalter neben der Milch zu essen bekamen.

Für die Studie wurden die kleinen Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt. Eine erhielt Fläschchen mit normalem Wasser, die nächste schwach gesalzenes Wasser und die dritte eine stärker gesalzene Wasserflasche.

Zu Beginn der Untersuchung, im Alter von zwei Monaten, bevorzugten alle Babys das reine Wasser. Mit sechs Monaten änderte sich das Bild. Babys, bei denen mit zermatschten Salzkartoffeln oder Brot zugefüttert wurde, griffen ausnahmslos zum schwach gesalzenen Wasser. Diejenigen, deren erste Nahrung aus Obst und Gemüse bestand, bevorzugten weiterhin das reine Wasser. Auch hier gab es keine Ausnahmen.

Auch im späteren Alter blieben die Kinder dem einmal erlernten Geschmack treu. Diejenigen, die Obst und Gemüse bzw. spezielle Babykost als erste Nahrung bekommen hatten, aßen eher ausgewogen und griffen weniger zu salzhaltigen Speisen. Die Vorschulkinder, die schon als Baby eher an salzhaltige Kost gewöhnt waren, bevorzugten stärker gesalzene Lebensmittel und dementsprechend natürlich auch salzige Snacks wie zum Beispiel Chips.

Die Forscher sind der Meinung, dass diese Untersuchung zeigt, dass durchaus frühkindliche Prägung daran schuld ist, dass es vielen Erwachsenen so schwer fällt, sich salzarm und damit auch gesünder zu ernähren. Allerdings zeigt dies auch die Möglichkeit auf, dass eine möglichst umfangreiche Salzvermeidung im Babyalter dazu beiträgt, den Weg dahin zu ebnen, dass sich die Kinder auch später – bis hin ins Erwachsenenalter – gesund ernähren.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
Über den Autor Dr. Martina Hahn-Hübner

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