MenüMenü

Kartoffeln: Das macht sie so gesund

 

Weltweit werden jährlich mehr als 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Damit zählt das Nachtschattengewächs zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Erde. Die im 16. Jahrhundert von Südamerika nach Europa gebrachte essbare Knolle hat sich längst einen festen Platz auf dem Speiseplan in Deutschland erobert. Und das aus gutem Grund: Sie schmeckt gut, lässt sich vielseitig verarbeiten und ist reich an wertvollen Nährstoffen.

Die Kartoffel, von Botanikern solanum tuberosum genannt, gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Sie ist somit verwandt mit Tabak, Tomate und Aubergine. Das sind alles Nutzpflanzen, die aus Amerika stammen. Forscher haben die Ur-Kartoffel bis heute noch nicht gefunden. So gut wie erwiesen ist, dass mehrere ursprüngliche Wildformen der Kartoffel in den Anden beheimatet sind.

Rohe Kartoffeln in Jutesack vor weißem Hintergrund© mbongo - Fotolia

Die Artenvielfalt der Kartoffel ist enorm: Der Sortenkatalog der Europäischen Gemeinschaft verzeichnet heute 450 Kartoffelsorten, die zum Verkauf zugelassen sind.

Sie unterscheiden sich sowohl in ihrer Farbe, die von fast weiß bis hin zu dunklem violett reichen kann, als auch in ihrer Form. Darüber hinaus gibt es Sorten, die fest kochend oder eher mehlig sind. Die Hauptinhaltsstoffe von Kartoffeln sind:

  • Kohlenhydrate (Stärke)
  • Eiweiß (Aminosäuren)
  • Mineralstoffe (u. a. Magnesium, Kalium, Kalzium)
  • Ballaststoffe
  • Vitamine (C und B-Komplex)

Zu 77 % bestehen die gesunden Knollen jedoch aus Wasser, der Fettanteil ist mit 1 % sehr gering. 100 g Kartoffeln enthalten lediglich 70 Kilokalorien. Daher werden sie auch erst dann zu Dickmachern, wenn sie in Fett gebraten, frittiert oder  mit schweren Soßen verzehrt werden. Moderne Ernährungsexperten empfehlen allerdings, am Abend keine Kohlenhydrate zu essen, wenn Sie nicht zunehmen möchten.

Um zu vermeiden, dass ihre gesunden Inhaltsstoffe verloren gehen, sollten Sie Kartoffeln erst kurz vor der Zubereitung schälen. Damit sie beim Kochen nicht auslaugen und wertvolle Mineralien verlieren, dürfen die Knollen nur zu 2/3 mit Wasser bedeckt sein. Am meisten profitieren Sie von den Vitalstoffen der Kartoffel, wenn Sie sie als Pellkartoffeln zubereiten. Kleine Sorten mit feiner Schale – so genannte Drillinge – essen Sie am besten ungepellt. Wenn Sie Ihre Pellkartoffeln lieber ohne Schale mögen, erleichtert Ihnen ein kurzes Abschrecken unter kaltem Wasser nach dem Abgießen das Pellen.

Wenn Sie sich mit Kartoffeln bevorraten, ist die richtige Lagerung wichtig, damit so viele Vitalstoffe wie möglich erhalten bleiben. Die Erdknollen mögen es dunkel, denn Licht zerstört das enthaltene Vitamin C, verändert den Geschmack und führt zur Bildung von Solanin. Der beste Lagerungsort ist daher der Keller oder eine Speisekammer. Bewahren Sie Ihre Kartoffeln nicht im Kühlschrank auf. Selbst im Gemüsefach verwandelt sich die Stärke in Zucker und es entwickelt sich dadurch ein süßer Geschmack. Das Aufbewahrungs-Behältnis sollte luftdurchlässig sein, entfernen Sie daher unbedingt eventuelle Plastikfolie. Die sich bildende Feuchtigkeit würde sonst zu Schimmelbildung und Fäulnis führen.

Achten Sie auf die Kocheigenschaften

Kartoffeln können Sie in vielen Variationen genießen: Als Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Reibekuchen, Kartoffelpüree, Pommes frites oder Chips. Damit Ihnen Ihre Kartoffelgerichte gut gelingen, sind die Kocheigenschaften von Kartoffeln wichtig. Die Kartoffelsorte Linda kocht beispielsweise fest, der Blaue Schwede mehlig. Verantwortlich für die Kocheigenschaften ist der unterschiedliche Gehalt an Stärke und Eiweiß. Faustregel: Je mehr Stärke in Ihrer Kartoffel steckt, desto trockener, mehliger und lockerer ist sie nach der Zubereitung.

Für die Festigkeit Ihrer Kartoffeln ist das enthaltene Eiweiß verantwortlich. Sie finden im Handel die Kochtypen festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig-kochend. Festkochende Sorten sind feinkörnig und behalten beim Kochen ihre feste Struktur. Sie eignen sich für Salate, Gratin, Salz- oder Bratkartoffeln. Grundsätzlich gilt: Vorwiegend festkochende Kartoffeln können Sie für alle Gerichte verwenden. Sie haben eine weichere Konsistenz und lassen sich etwa gut zu Röstis und Aufläufen verarbeiten. Mehlig-kochende Sorten brechen während des Kochens auf. Sie können Sie daher besonders gut zerkleinern. Mit ihnen gelingen Ihnen die besten Knödel, Suppen oder Pürees.

Gekeimt: Essbar oder weg damit?

Kartoffeln fangen an zu keimen, wenn sie über längere Zeit in einem zu warmen und zu hellen Raum aufbewahrt wurden. Das Gefährliche: Beim Keimvorgang steigt der Gehalt an Solanin. Der Stoff ist schwach giftig, kann Übelkeit und Benommenheit auslösen. Und er wird auch durch die Kochhitze nicht zerstört.

Daher sollten Sie Erdäpfel, die grünlich verfärbt sind genauso wegwerfen wie Exemplare mit großen Keimen.Wenn die Kartoffeln erst wenige Keime aufweisen, entfernen Sie diese großzügig. Grundsätzlich sollten Sie Ihre Kartoffeln dunkel und bei 5 bis 10 °C aufbewahren. So verhindern Sie die Bildung von Keimen und damit von Solanin. Verzichten Sie zudem darauf, Exemplare, die schon im Geschäft sichtbare Keimansätze aufweisen, zu kaufen.

Kartoffeln gegen Alltagsbeschwerden

Mit 400 mg pro 100 g ist die Kartoffel sehr kaliumreich. Daher wirkt sie sanft entwässernd und entschlackend. Darüber hinaus ist sie in der Lage, Giftstoffe zu binden. Kartoffelpüree gehört daher zu den altbewährten Rezepten bei Magen- und Darmverstimmungen. Aus Kartoffeln können Sie ganz einfach wirkungsvolle Anwendungen gegen die unterschiedlichsten gesundheitlichen Probleme des Alltags herstellen. Bei diesen Beschwerden hilft Ihnen die Kartoffel:

  • Magenschleimhaut-Entzündung
  • akute und chronische Darmentzündungen
  • Sodbrennen
  • Ekzeme
  • Insektenstiche
  • Halsentzündungen

Und so können Sie die Kartoffel bei den unterschiedlichsten Beschwerden anwenden:

Kartoffel-Wickel bei Halsschmerzen: Kochen Sie vier mittelgroße, ungeschälte Kartoffeln sehr weich und gießen Sie das Wasser ab. Zerdrücken Sie die Pellkartoffeln mit einer Gabel und schlagen Sie die Masse in ein Küchenhandtuch ein. Wickeln Sie das mit den sehr warmen Kartoffeln gefüllte Handtuch um den Hals und fixieren Sie es mit einem Schal. Lassen Sie den Wickel eine Stunde lang einwirken.

Kartoffelsaft gegen Sodbrennen: Aus rohen Kartoffeln frisch gepresster Saft lindert rasch durch Magensäure verursachte brennende Schmerzen, wie eine aktuelle Studie belegen konnte. Trinken Sie davon morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen jeweils ein Glas.

Kartoffelwasser gegen Husten: Ein Glas heißes Kartoffelwasser mit einem Teelöffel Honig stoppt zuverlässig den Hustenreiz und löst Verschleimungen.

Kartoffelmehl bei juckenden Hautausschlägen: Juckende oder nässende Ekzeme heilen schneller ab, wenn Sie sie mit Kartoffelmehl behandeln. Sie erhalten es in jedem Supermarkt und können es wie einen Puder verwenden. Stäuben Sie das Mehl mit einem Wattepad einfach auf die betroffenen Stellen auf.

Kartoffelauflage nach Insektenstichen: Legen Sie nach einem Mücken- oder Wespenstich eine frisch abgeschnittene Scheibe einer rohen Kartoffel auf die Einstichstelle. Dadurch verhindern Sie, dass eine starke Schwellung entsteht.

So erhalten Sie die Nährstoffe in Kartoffeln

Die Vorbereitung beginnt bereits mit dem Waschen. Dazu eignet sich zum Beispiel die raue Seite Ihres Küchenschwamms oder eine weiche Bürste. Bei neuen Kartoffeln können Sie die zarte Schale auch mit einem Küchenmesser vorsichtig abkratzen.

Wenn Sie an Ihren Kartoffeln grüne Stellen entdecken, sollten Sie die Knollen schälen. Im Bereich der Schale kann sich die gesundheitsschädigende Substanz Solanin bilden, die durch Kochen oder Braten nicht abgebaut wird. Faustregel: Schneiden Sie grüne Stellen und Keimansätze unbedingt großzügig weg, da sich hier das giftige Solanin konzentriert.

Am schonendsten kochen Sie Kartoffeln unzerkleinert mit der Schale als Pellkartoffeln. So bleiben wertvolle Vitamine (vor allem Vitamin C) und die Mineralstoffe weitgehend erhalten. Garen Sie die Knollen mit wenig Wasser oder mit Dampf- oder Siebeinsatz. Das schont nicht nur den Geschmack, sondern auch die Vitamine.

Beim Kochen müssen die Kartoffeln nicht vollständig mit Wasser bedeckt sein, bis zur Hälfte ist meist ausreichend. Wichtig ist allerdings, dass der Topf immer gut verschlossen ist, damit der Dampf nicht entweichen kann und sich die Garzeit nicht unnötig verlängert: Je länger die Garzeit, desto höher sind die Vitaminverluste.

Lassen Sie die Kartoffeln vor dem Garen möglichst nicht in Wasser liegen, da sonst die wasserlöslichen Nährstoffe verloren gehen. Verarbeiten Sie geschälte und zerkleinerte Kartoffeln so schnell wie möglich. Ansonsten verfärben sie sich, werden braun und ein Teil des Vitamin C wird zerstört.

Ideal zum Abspecken: Kartoffeln mit Kräuterquark

Wenn Sie ein paar überflüssige Pfunde verlieren möchten, setzen Sie auf diesen Klassiker:

  • Kochen Sie pro Portion 500 Gramm Kartoffeln.
  • Schlagen Sie 250 Gramm Magerquark mit etwas Mineralwasser schaumig. Achten Sie darauf, dass Ihr Mineralwasser reichlich Kohlensäure enthält. Dann wird Ihr Magerquark so cremig wie Sahnequark.
  • Würzen Sie den Quark mit Salz, Pfeffer und ein paar Spritzern Zitronensaft. Geben Sie reichlich frische gehackte Kräuter zu, ganz nach Ihren Vorlieben: Schnittlauch, Petersilie, Bärlauch…

Kartoffeln können Sie auch in der Mikrowelle zubereiten. Dazu stechen Sie die Knollen mit einer Gabel an, damit sie nicht platzen. Dann geht es für rund vier Minuten in die Mikrowelle und gar sind Ihre Kartoffeln.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

Regelmäßig Informationen über Ernährung erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Beate Rossbach. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!