MenüMenü

Sauerkraut: Gesundheitliche Vorteile des probiotischen Superfoods

Wir Deutschen sind weltweit dafür bekannt, dass wir jede Menge Sauerkraut verzehren. Das ist historisch bedingt: Bis zur Einführung moderner Konservierungsmethoden im 19. Jahrhundert war es das am häufigsten verspeiste Gemüse in Mitteleuropa. Es kann nämlich ohne Weiteres lange gelagert werden.

Die Herstellung ist ausgesprochen einfach: Sauerkraut entsteht durch Fermentation. Die dafür notwendigen Bakterien sitzen auf dem frischen Weißkohl, denn sie verarbeiten zerstampften Kohl innerhalb von Wochen zu Sauerkraut. Roh verzehrt können Sie es sogar als probiotisches Nahrungsmittel einsetzen: Probiotika sind Zubereitungen aus lebenden Mikroorganismen, die eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Körper haben.

Reinigen Sie Ihren Darm nach einer Antibiotika-Therapie

Sauerkraut hilft Ihnen dabei, die Darmflora zu regenerieren, etwa nach einer Antibiotika-Behandlung. Dazu müssen Sie wissen: Etwa 85 Prozent aller Bakterien in Ihrem Darm sind nützlich, beispielsweise als effektive Mitarbeiter Ihrer Verdauung oder der Immunabwehr. Eine Antibiotika-Behandlung tötet nicht nur krankmachende Keime, sondern eben auch diese hilfreichen Darmbakterien.

Essen Sie nach einer Antibiotika-Therapie rohes Sauerkraut, dann siedeln sich erneut nützliche Bakterien im Darm an. Bereits Sebastian Kneipp, Begründer der weltbekannten Kneipp-Medizin, nannte das gesunde Gemüse deshalb den „Besen des Darms“. Eine Sauerkrautkur ist sehr einfach: Essen Sie nach der Antibiotika-Phase täglich mindestens drei Esslöffel  des ungekochten Krauts für mindestens drei Wochen.

Profitieren Sie von den zahlreichen Vitaminen

Sauerkraut enthält zudem jede Menge Vitamine. Nutzen Sie Sauerkraut beispielsweise, um Ihren Körper mit immunstärkendem Vitamin C zu versorgen. Vitamin K wiederum hält Ihre Gefäße sauber, denn es hindert Kalzium daran, sich als Plaque festzusetzen. Und Vitamin B6 braucht Ihr Körper für die Eiweißverarbeitung.

Diese Vitamine stecken im Sauerkraut

Vitamine in Sauerkraut (pro 100 Gramm), Prozent an Tagesbedarf

  • Vitamin B1: 90.00 µg 6, 43 Prozent
  • Vitamin B2: 53.00 µg 3, 31 Prozent
  • Vitamin B3: 398.00 µg 2, 21 Prozent
  • Vitamin B5: 184.00 µg 3, 07 Prozent
  • Vitamin B6: 158.00 µg 7, 90 Prozent
  • Vitamin B7: 0.50 µg 0, 50 Prozent
  • Vitamin B9: 5.00 µg 1, 25 Prozent
  • Vitamin B12: 0.5 µg 16 Prozent
  • Vitamin C: 9.62 mg 9, 62 Prozent
  • Vitamin E: 188.00 µg 1, 57 Prozent
  • Vitamin K: 64.00 µg 91, 43 Prozent

Erwähnenswert auch: Das in Sauerkraut enthaltene Vitamin B12 ist essentiell für die unterschiedlichsten Stoffwechselprozesse. So senkt es beispielsweise einen erhöhten Homocystein-Spiegel, der nicht nur Ihr Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verstärkt, sondern auch Ihr Risiko für Demenz.

So stellen Sie Sauerkraut selbst her

Sauerkraut können Sie problemlos selbst herstellen: Zerschneiden Sie dazu einen frischen Weißkohl (ohne den Strunk) in feine Streifen. Geben Sie die Streifen in einen Topf. Bringen Sie die Pflanzenzellen mit einem Krautstampfer (erhältlich für ca. 10 Euro in Geschäften für Haushaltswaren) zum Aufplatzen: Der Zellsaft tritt dabei aus und bedeckt den gesamten Kohl. Stampfen Sie so lange, bis keine Luft mehr zwischen den Kohlstücken bleibt. Mischen Sie ein bis zwei Teelöffel Salz unter. Es entzieht dem Weißkohl zusätzlich Flüssigkeit.

Geben Sie das Kraut anschließend in verschließbare Gläser (z. B. Marmeladen-Gläser zu etwa drei Viertel füllen). Lagern Sie die Gläser beispielsweise im Keller. Lassen Sie den zerstampften Weißkohl für mindestens vier bis sechs Wochen stehen. Anschließend können Sie das wertvolle Gemüse genießen, vielleicht als Salat mit Möhren und Äpfeln. Sie werden sehen: Es lohnt sich, zu der altbewährten Köstlichkeit zu greifen.

Rezept für Sauerkrautsalat

  • 300 g Sauerkraut
  • 2 Äpfel
  • 2 Möhren
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 kleine Zwiebel
  • 4 EL Sahne
  • 2 EL Öl (z. B. Sonnenblumenöl)
  • Salz und Pfeffer
  • Zucker

Zupfen Sie das Sauerkraut auseinander. Zerkleinern Sie es etwas, Äpfel schälen und entkernen. Möhren schälen und mit den Äpfeln klein raspeln. Geraspelte Möhren und Äpfel mit dem Sauerkraut vermischen. Sofort mit Zitronensaft beträufeln, ansonsten verfärben sich die Äpfel. Schälen Sie die Zwiebel, in feine Streifen schneiden und zu dem Salat dazu geben. Alles mit Sahne und Öl anmachen und mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

Regelmäßig Informationen über Ernährung erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Christine Pauli. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!