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Augen auf beim Gemüsekauf: So erkennen Sie gute Qualität

Moderne Anbaumethoden mit Zuchtpflanzen, Kunstdüngung und Schnellwuchsmitteln verringern zunehmend die wertvollen Inhaltsstoffe unserer bunten Lebens- und Heilmittel vom Gemüsestand und der Obsttheke.

Qualität von Gemüse und Obst wird immer schlechter

„Five a day“ heißt die aktuelle Ernährungsregel, die aus den USA zu uns kommt: Fünfmal täglich sollen wir unserer Gesundheit zuliebe in den Obst- und Gemüse-Korb greifen. Damit erhalten wir genügend Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die uns vor vielen Krankheiten schützen – insbesondere Herzkrankheiten und Krebs, die beiden wichtigsten Todesursachen. Zudem machen Obst und Gemüse satt, haben nicht viele Kalorien und lassen nicht mehr so viel Platz im Magen für fettes Fleisch, Wurst oder Kuchen.

Die Regel klingt gut und wird von allen Experten befürwortet. Leider haben Obst und Gemüse jedoch durch die modernen Anbaumethoden der Landwirtschaft und die EU-Normen in den letzten Jahren an Qualität eingebüßt.

Kommerziell angebautes Obst und Gemüse hat wenig zu bieten

Englische Ernährungswissenschaftler untersuchten Obst und Gemüse auf ihre Inhaltshaltsstoffe und verglichen die erhobenen Werte mit denen aus alten Studien. Ihr Ergebnis: Bei einigen Sorten ist beispielsweise der Anteil an lebenswichtigen Mineralien um weit mehr als die Hälfte zurückgegangen:

  • Natrium (wichtig für Nerven und Muskelbildung) sank in Stangenbohnen fast auf Null.
  • Brokkoli verlor drei Viertel seines Kalziumgehalts und damit seine große Bedeutung als Knochen- und Zahnschutz.
  • Frühlingszwiebeln büßten fast ebenso viel Kalzium ein.
  • Möhren verloren ebenso viel Magnesium, das vor Krämpfen, Herzleiden und Asthma schützt.
  • Bei Spinat nahm der für die Blutbildung wichtige Eisengehalt um 60 Prozent ab, bei Steckrüben gar um über 70 Prozent.
  • Kartoffeln verloren knapp die Hälfte ihres Phosphorgehalts, dieses Mineral ist ebenfalls wichtig für Knochen und Zähne.

Die Fragen, die die Wissenschaftler jetzt stellen: Was nützt es, wenn wir wissen, dass Obst und Gemüse unsere wichtigsten natürlichen Heilmittel sind und wir ihnen gleichzeitig durch Kunstdünger, Zuchtmethoden, immer schnelleres Wachstum und starre EU-Produktionsregeln diese lebenswichtigen Inhaltsstoffe entziehen? Brauchen wir im kommerziellen Obst- und Gemüseanbau ein ähnliches Besinnungsmoment wie die BSE- und MKS-Krise?

Darauf sollten Sie beim Einkauf achten

Gurken, die sich problemlos biegen lassen, haben bereits an Wasser verloren. Druckstellen werden sich innerhalb kürzester Zeit zu Schimmel entwickeln. Mit geschultem Blick können Sie sehr schnell erkennen, ob Ware frisch ist oder nicht. Als Faustregel gilt: Gemüse sollte knackig sein und keine Risse, Dellen oder matschige Stellen aufweisen. Auch eine gleichmäßige Färbung spricht dafür, dass Sie guten Geschmack erwarten können. Darüber hinaus hat jede Gemüsesorte ihre Eigenheiten, auf die Sie achten sollten:

So erkennen Sie gute Qualität

  • Artischocken: Achten Sie auf eng anliegende, leuchtend grüne Blätter.
  • Auberginen: Die Früchte sollten eine glänzende, glatte und gleichmäßig gefärbte Schale aufweisen. Drücken Sie die Schale leicht mit dem Finger ein: Bleibt eine Delle zurück, dann ist die Aubergine reif. Nehmen Sie keine verschrumpelten Früchte, denn die haben einen bitteren Geschmack.
  • Avocados: Auch hier hilft eine Druckprobe: Gibt die Schale auf Druck nach, dann ist die Avocado reif. Die Farbe der Schale sagt übrigens nichts über den Reifegrad aus, sondern ist von Sorte zu Sorte verschieden.
  • Blumenkohl: Die Blätter sollten grün und knackig sein. Die weißen „Blumen“ des Kopfes sollten keine braunen Verfärbungen aufweisen. Übrigens: Ob der Blumenkohl hellweiß oder zartgelb ist, sagt nichts über Qualität oder Reifegrad aus. Die Farbe deutet lediglich auf unterschiedliche Züchtungen hin.
  • Broccoli: Die Röschen sollten blaugrün und geschlossen sein. Sind die Knospen geöffnet oder gelb verfärbt, dann ist der Broccoli nicht mehr frisch.
  • Champignons: Die Köpfe sollten fest und die Lamellen möglichst geschlossen sein. Kaufen Sie keine fleckigen oder schmierigen Champignons.
  • Eisbergsalat: Der Kopf sollte fest und geschlossen sein. Idealerweise sollte der Salat in einer Folie verpackt sein. So ist er vor Verdunstung geschützt.
  • grüne Bohnen: Die Bohnen sollten fest und knackig sein.
  • Karotten: Sollten keine Spalten oder grüne Stellen aufweisen.
  • Kartoffeln: Sollten fest sein und keine grünen Stellen oder Keime aufweisen.
  • Knoblauch: Ist die Knolle fest und ohne Flecken, dann ist der Knoblauch frisch. Sind die Trennhäute zwischen den Zehen rosa, so spricht das ebenfalls für Frische.
  • Kopfsalat: Die Blätter sollten weder welk noch angefault sein.
  • Lauch: Die Blätter sollten knackig sein mit möglichst großem Weißanteil.
  • Paprika: Die Frucht sollte fest sein und eine glänzende Farbe aufweisen.
  • Pastinaken: Sollten ebenfalls fest und glatt sein. Kleinere Pastinaken sind übrigens etwas weicher als größere.
  • Radieschen: Die Blätter des Strauches sollten nicht verwelkt sein. Die Radieschen sollten keine Risse aufweisen und knackig sein. Geben sie beim Drucktest nach, dann sind sie nicht mehr frisch.
  • Rettich: Eine glatte Schale steht für Frische. Achten Sie darauf, dass der Rettich höchstens einen Durchmesser von 5 bis 7 Zentimetern aufweist. Dicker Rettich schmeckt holzig.
  • Kohl: Die Blätter sollten glänzend und knackig sein und den Kopf fest umschließen. Übrigens: Sehen die äußeren Blätter wie gewachst aus, dann wurde der Kopf erst vor Kurzem geerntet.
  • Rucola: Die Blätter sollten leuchtend grün und zart sein.
  • Salatgurken: Sie sind nicht mehr frisch, wenn sie gelbe Flecken oder Druckstellen haben.
  • Steckrüben: Achten Sie darauf, dass die Rüben keine Risse oder Wurmeinstiche haben. Übrigens: Kleinere Rüben schmecken nicht so holzig wie die größeren.
  • Tomaten: Sollten eine intensive rote Farbe aufweisen und bei Druck leicht nachgeben. Übrigens: Ist die Frucht noch nicht ganz reif, dann können Sie Bio-Tomaten problemlos auf der Fensterbank nachreifen lassen.
  • Zucchini: Das Fruchtfleisch sollte fest und die Schale glatt sein.
  • Zwiebeln: Sollten knackig sein. Essen Sie keine Zwiebeln, die grüne Keime aufweisen oder auf Druck nachgeben.

Es muss ja nicht immer perfekt sein!

Sollte Gemüse einmal nicht den optimalen Qualitätsansprüchen genügen, so heißt dies nicht, dass Sie es nicht mehr verwenden dürfen. Schneiden Sie beispielsweise die noch brauchbaren Stellen einer Karotte in eine Gemüsesuppe.

Übrigens: Beim Einkauf können Sie durchaus nachfragen, ob Sie einen Preisnachlass auf nicht mehr ganz so frische Ware bekommen. Nur keine Hemmungen! Achtung aber: Schimmeliges Gemüse sollte komplett weggeworfen werden. Die Schimmelpilze haben sich möglicherweise in der gesamten Frucht verteilt, ohne dass man dies mit den bloßen Augen erkennen könnte.

Bioobst und -gemüse füllt die Vitamindepots

Biobauern verweisen darauf, dass in ihren alten und auf natürliche Weise erzeugten Obst- und Gemüsesorten noch alle „Gesundheits-Goodies“ stecken. Empfehlenswert ist es auf alle Fälle, heimisches Obst und Gemüse zu kaufen, das alten Sorten entstammt, aus dem biologischen Anbau kommt, keine weiten Wege und keine lange Lagerung hinter sich hat. Das sieht sicher nicht so ebenmäßig und bilderbuchreif aus, ist aber gesünder und schmeckt besser.

Es empfiehlt sich daher, Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt zu kaufen: Denn dort bieten Händler meist Produkte aus der Region an. Aufgrund der kurzen Wege erhalten Sie in der Regel frische Ware. Zudem können Sie im direkten Gespräch mit dem Händler nach einer Kostprobe fragen und so Frische und Qualität des Gemüses gleich vor Ort testen.

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