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Die gesundheitlichen Vorteile von Granatäpfeln

Seine Geschichte ist lang. Bereits in der Bibel wird der Granatapfel erwähnt: 613 Kerne soll die symbolträchtige Frucht aufweisen. So viele, wie es Gesetze im Alten Testament gibt. Und auch im Mittelalter genoss die Frucht hohes Ansehen: als Speise der Götter oder als Symbol von Macht.

Heutzutage erlangt der Granatapfel in erster Linie aufgrund seiner gesundheitlichen Wirkung eine immer größer werdende Beliebtheit: Wissenschaftler haben sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den Inhaltsstoffen beschäftigt. So ist mittlerweile bekannt, dass ein Zusammenspiel der Polyphenole Ellagsäure, Punicinsäure und Kaffesäure wachstumshemmend (antiproliferativ) auf Krebszellen wirkt. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken als Antioxidantien gegen freie Sauerstoffradikale, die Ihre Zellen schädigen. Allerdings hinterlässt das Öffnen von Granatäpfeln schnell ein Chaos in Ihrer Küche, denn der Saft enthält einen intensiven Farbstoff.

Granatapfel: Gesund, lecker und vielseitig

Das Innere des Granatapfels sieht aus wie eine Ansammlung von Rubinen: Die kleinen, kantigen Kerne sind mit dunkelrotem Fruchtfleisch überzogen. Granatäpfel schmecken pur bitter. Die herbe Note der Früchte passt ideal zu süßen Desserts und Obstsalat. Sie unterstreicht aber auch den Geschmack von pikanten Speisen mit Lamm, Wild und Geflügel. In der orientalischen Küche kommt der eingekochte Saft für Salatdressings und Eintöpfe zum Einsatz.

Die roten und gelblich-braunen Früchte sind leicht kantig und haben eine ledrige Haut, die Sie nicht mitessen können. Der Granatapfel ist reich an Kalium, Eisen und Polyphenolen. Im Saft des Apfels stecken bis zu 20 verschiedene Polyphenole. Diese Polyphenole haben eine äußerst positive Wirkung auf Ihren Körper. Sie schützen Ihre Körperzellen vor schädlichen Einflüssen, können den Alterungsprozess verlangsamen und entzündungshemmend wirken.

Schutz vor Herzinfarkt

Granatäpfel enthalten mehr Antioxidantien als alle anderen Früchte. Neue Erkenntnis israelischer Wissenschaftler aus Haifa: Ein Glas Granatapfelsaft täglich reduziert Ihr Herzinfarkt-Risiko. Zu den Antioxidantien zählen beispielsweise die Vitamine C und E, Beta-Carotin sowie die Mineralstoffe Selen, Kupfer und Zink. Sie fangen die freien Radikale ab, die unter anderem für das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs verantwortlich sind.

In den Granatäpfeln stecken die Vitamine A, C und E sowie Eisen sowie die sekundären Pflanzenstoffe Tanine, Polyphenole und Anthocyane. Granatäpfel werden heute weltweit von Kalifornien über Spanien bis Israel angebaut und exportiert.

Unterstützer bei einer Krebstherapie

Besonders die Wirkung des Saftes aus dem Fruchtfleisch ist immer wieder Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. So unter anderem auch 2006 im Rahmen einer Studie der Universität von Kalifornien in Los Angeles, USA: Bei 48 Patienten mit Prostatakrebs verlängerte Granatapfelsaft den Zeitraum, in dem sich der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) verdoppelte.

Der PSA-Wert gilt als Anhaltspunkt, der darauf hinweist, wie weit das Tumorwachstum bereits vorangeschritten ist. Verlängert sich dessen Verdopplungszeit, so sehen Wissenschaftler dies als Hinweis, dass sich der Krebs weniger stark ausbreitet. Die Männer tranken 54 Monate lang täglich 240 ml Granatapfelsaft. Im Vorfeld der Studie lag die PSA-Verdopplungszeit der Prostatakrebs-Patienten bei nur 15 Monaten. Durch den Granatapfelverzehr hatte sich die Verdopplungszeit auf 39 Monate verzögert.

Schutz vor tumoreigenen Blutgefäßen

In Zellkultur-Studien der US-Universität von Michigan zeigte sich außerdem, dass sich mithilfe von Granatapfelsaft die Bildung von tumoreigenen Blutgefäßen unterdrücken lässt. Diese Blutgefäße sind eine Voraussetzung dafür, dass sich ein Tumor ausbreitet und Metastasen bilden kann. Granatapfelsaft-Inhaltsstoffe hemmen dabei die Metalloproteasen. Diese Enzyme fressen sich in die extazelluläre Matrix ein (ein Stück Bindegewebe, das zwischen den Zellen liegt) und fördern somit die Bildung von tumoreigenen Blutgefäßen.

So profitieren Diabetiker von Granatapfelsaft

In einer Untersuchung der Universität von Neu-Delhi in Indien aus dem Jahr 2010 mit Diabetes-Typ-II-Mäusen zeigt sich außerdem, dass Granatapfel die Zuckeraufnahme über den Darm und den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit senkt. Studien an Menschen konnten ein Absenken des Zuckerspiegels bislang nicht belegen. Allerdings: Der Level der Lipidperoxide im Blutserum von Diabetikern halbiert sich dank Granatapfelkonsum. Das fanden Forscher des Rambam Medical Centres in Haifa (Israel) heraus, nachdem sie zehn nichtinsulin-abhängigen Diabetespatienten über drei Monate hinweg täglich 50 ml Granatapfelsaft verabreicht hatten.

Lipidperoxide spiegeln den oxidativen Stress im Körper wieder, der durch freie Radikale hervorgerufen wird. Und weniger freie Radikale bedeuten unter anderem ein verringertes Arterioskleroserisiko. Dieses ist insbesondere bei Diabetikern erhöht: Denn in ihrem Körper werden bestimmte Blutfette vermehrt verzuckert und lagern sich dadurch stärker an den Wänden der Blutgefäße ab. Profitieren Sie also insbesondere auch als Diabetiker von der wirkungsvollen Frucht.

Auf diese Weise können Sie Granatapfel nutzen

Trinken Sie täglich Granatapfelsaft, dann verbessert sich außerdem die Durchblutung des Herzens, wie weitere Studien zeigen konnten. Außerdem: Auch Entzündungen oder bakteriellen Infektionen beugen Sie vor. Zudem wirken die in Fruchtsaft und Samen enthaltenen Phytoöstrogene gegen Wechseljahrbeschwerden. Es lohnt sich für Sie also, zu der vielfältigen Gesundheitsfrucht zu greifen. Sie haben drei Möglichkeiten, den Granatapfel zu nutzen:

Saft

Leiden Sie unter den oben genannten Beschwerden, dann trinken Sie täglich am besten 250 ml Granatapfelsaft. Verzehren Sie den Saft über den Tag verteilt verdünnt als Schorle. Als Mischungsverhältnis empfehlen sich drei Teile Wasser auf einen Teil Saft. Den Saft erhalten Sie in Drogerien oder Reformhäusern. Vorsicht: Granatapfelsaft hinterlässt Flecken auf Textilien, die nicht mehr entfernt werden können.

Früchte

Granatapfelfrüchte erhalten Sie in gut sortierten Supermärkten für etwa 2 Euro pro Stück. Nebenwirkungen, die durch einen regelmäßigen Granatapfelkonsum erzeugt werden, sind nicht bekannt. Wechselwirkungen mit Medikamenten sind nicht beschrieben.

Präparate

Eine Alternative sind die Granatapelkapseln. Allerdings sollten Sie Produkte meiden, die nur aus bestimmten Inhaltsstoffen des Granatapfels (z. B. Ellagsäure) bestehen, da es besonders ein Zusammenspiel aller im Granatapfel enthaltenen Inhaltsstoffe ist, dem die gesundheitsfördernde Wirkung zu verdanken ist.

So einfach knacken Sie Granatäpfel fleckenfrei

Das Öffnen eines Granatapfels kann in Ihrer Küche leicht ein Chaos auslösen: Die orientalische Frucht hinterlässt schnell hartnäckige Spuren auf Ihrer Haut und Kleidung. Das ist auch kein Wunder, denn der Saft war früher ein beliebtes Färbemittel für Wolle und Orientteppiche. Mit der folgenden einfachen Methode knacken Sie die Früchte fleckenfrei:

  • Schneiden Sie am Kelch der Frucht eine dünne Scheibe ab.
  • Jetzt schneiden Sie die Schale mehrfach zum Stiel hin vorsichtig ein. Achten Sie darauf, dass Sie die Samenhüllen nicht verletzen.
  • Geben Sie die Frucht in eine Schale mit kaltem Wasser. Brechen Sie den Granatapfel unter Wasser in mehrere Teilstücke. Lösen Sie die Samenkerne heraus.
  • Gießen Sie das Wasser ab. Lassen Sie die Kerne in einem Sieb abtropfen. Jetzt können Sie sie nach Wunsch zubereiten.

So gewinnen Sie den Saft

Füllen Sie die Kerne in einen verschließbaren Gefrierbeutel. Quetschen Sie die Samenhüllen mit einem Nudelholz vorsichtig aus. Alternative: Halbieren Sie den Granatapfel mit einem schweren Messer und pressen ihn wie eine Zitrusfrucht aus. Eine Frucht liefert etwa ein halbes Glas Saft, der angenehm süß bis feinsäuerlich schmeckt.

Granatäpfel reifen nicht nach. Bei Zimmertemperatur können Sie die Früchte ein bis zwei Wochen lagern, im Kühlschrank sogar mehrere Wochen. Auch wenn die Schale während der Lagerung schrumpelig wird, bleibt das Fruchtinnere frisch.

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