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Gemüse einmal anders: Grüne Smoothies

Ein neuer Trend zur gesunden Ernährung setzt sich immer mehr durch: Grüne Smoothies sind eine Kombination aus püriertem grünem Blattgemüse und Früchten. Grüne Blattgemüse sind besonders reich an Mikronährstoffen und haben dadurch viele positive gesundheitliche Auswirkungen. „Smoothie“ leitet sich übrigens von dem englischen Wort „smooth“ ab und bedeutet „weich“: Die einst festen Inhaltsstoffe werden zähflüssig getrunken.

Green Smoothies aus Gemüse© Marc Nicke - Fotolia

Was können die grünen Smoothies?

Die Amerikanerin Victoria Boutenko machte einst bei Affen eine interessante Beobachtung: Die Tiere nehmen massenhaft Blätter zu sich, hin und wieder angereichert mit Früchten und sind so gut wie nie krank. Was den Affen gut tut, schlussfolgerte die Rohkostanhängerin Boutenko, könne doch auch dem Menschen nicht schaden. Da unser Körper grüne Blätter aber nur schwer verdaut, pürierte Boutenko diese in einem Mixer und mit etwas Obst angereichert. Der grüne Smoothie war geboren. Victoria Boutenko heilte alleine durch die kluge Wahl der Blattgemüse die verschiedensten Erkrankungen von Arthrose bis hin zu Asthma. Sie fand heraus, dass grüne Blattgemüse:

  • besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen sind
  • eine basische Wirkung auf den Organismus haben
  • viele unlösliche Ballaststoffe enthalten
  • einen hohen Gehalt an Chlorophyll aufweisen

Aufgrund dieser Eigenschaften und Inhaltsstoffe wirken die grünen Blattgemüse entsäuernd, entzündungshemmend, darm- und blutreinigend und stärken unser Immunsystem. Um von den positiven Wirkungen zu profitieren, sollten Sie pro Tag 500g grünes Blattgemüse zu sich nehmen und eine komplette Mahlzeit durch einen grünen Smoothie ersetzen.

Die richtige Zubereitung

Folgende Blattgemüse können Sie dazu verwenden:

  • Wildgemüse wie Löwenzahn oder Giersch
  • grünes Kulturgemüse wie Spinat, Mangold, Grünkohlblätter, Ruccola und alle Freilandsalate

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  • Blätter von Karotten, Kohlrabi, Radieschen, Blumenkohl, Rote Beete etc.
  • Kräuter wie Petersilie, Dill, Basilikum etc.

Pro Smoothie benötigen Sie etwa 150g von den kleingeschnittenen Blättern des von Ihnen ausgewählten Gemüses. Diese pürieren Sie anschließend mit 200 ml Wasser oder frisch gepresstem Fruchtsaft ein bis zwei Minuten lang in einem Mixer. Durch das Pürieren werden wie beim sehr gründlichen Kauen die Mikronährstoffe besonders gut aufgeschlossen und werden so vom Organismus optimal verwertet. Wenn Sie mögen, können Sie auch noch eine Banane oder einen kleingeschnittenen Apfel mit in den Mixer geben. Werden Sie einfach kreativ und probieren Sie immer wieder neue Mischungen aus.

Vermeiden Sie eine einseitige Ernährung

Für die grünen Smoothies wandert vieles, was sonst auf dem Kompost landet, in Ihren Mixer: Schalen, Kerne und die Blätter von Kohlrabi oder Möhren. Das ist zunächst durchaus gesund für Ihren Körper. Aber wie so oft, kommt es auch hier auf die Menge an, die Sie verspeisen.

Inzwischen entwickelte sich der grüne Smoothie zu einem weltweiten Trend. Sogar Bilder von Schauspielerinnen gibt es, die mit einem Grünen Smoothie in der Hand durch Hollywood schlendern. Das Getränk ist unbestritten eine Vitaminbombe. Aber lässt es auch Ihre überflüssigen Pfunde purzeln? Schließlich enthält der Drink ja kein Fett, so die Befürworter der Smoothie-Diät. Es gibt Diäten, die Ihnen vorschreiben, dass Sie über zehn Tage nur grüne Smoothies trinken. Aber Vorsicht: Jede Form von einseitiger Ernährung hat auch ihre Risiken: Sie setzen sich der Gefahr einer Mangelernährung aus.

Vorsicht vor Eiweißmangel beim Abnehmen

Allein durch Grüne Smoothies decken Sie beispielsweise Ihren täglichen Eiweißbedarf nicht. Die Gefahr: Ihr Körper baut Muskelmasse ab, um seinen Eiweißbedarf zu sichern. Das möchte man beim Abnehmen aber unbedingt vermeiden. Schließlich soll es ja den Fettpölsterchen an den Kragen gehen. Außerdem sind Muskeln ein aktives Gewebe, das reichlich Energie verbraucht.

Schwinden Ihre Muskeln, sinkt auch der Kalorienverbrauch Ihres Körpers und das hemmt Ihren Abnehmerfolg. Wenn Sie sich nur von grünen Smoothies ernähren, fehlen Ihrem Körper lebenswichtige Fette, die Ihr Körper nicht selbst herstellen kann, wie die Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und die Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure).

Langzeituntersuchungen fehlen

Smoothie-Anhänger propagieren immer wieder, dass der grüne Farbstoff Chlorophyll unter anderem Entzündungen vorbeugt. Tatsächlich wirkt Chlorophyll antioxidativ und schützt so Ihre Körperzellen vor zellschädigenden Sauerstoffradikalen und damit möglicherweise auch vor Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder sogar Tumorerkrankungen. Allerdings ist das nicht bewiesen: Langzeitstudien, die Ihnen eine solche Wirkung bescheinigen könnten, stehen aus. Einige der in Grünen Smoothies verwendeten Gemüsesorten stehen zudem im Verdacht, Ihre Nährstoffbilanz zu verschlechtern: Spinat, Mangold und Grünkohl enthalten Oxalsäure, welche die Aufnahme von Eisen, Kalzium und Magnesium aus der Nahrung behindert.

Nicht ganz unbedenklich sind zudem die goitrogenen Substanzen (abgeleitet vom englischen Wort „goiter“, also „Kropf“). Das sind beispielsweise Thioglykoside, die unter anderem in Meerrettich, Radieschen und Kohl zu finden sind. Sie verhindern die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Ein Kropf entsteht. Allerdings ist unter Wissenschaftlern umstritten, ob grüne Smoothies deshalb gesundheitsschädlich sind. Die meisten der Schadstoffe scheidet der Körper wahrscheinlich wieder aus. Dennoch: Konkrete Studien, die Ihnen Entwarnung geben könnten, fehlen auch hier.

Grüne Smoothies: Die Hauptkritikpunkte

  • Förderung von Mangelernährung (bei Smoothie-Diät)
  • Verschlechterung der Nährstoffbilanz

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  • gehemmte Bildung von Schilddrüsenhormonen
  • Unterforderung des Kauapparates

Obst und Gemüse sind selbstverständlich gesund. Allerdings sollten Sie dieses nicht unbedingt nur in flüssiger Form konsumieren. Würden Sie nur weiches Essen zu sich nehmen, dann verkümmert Ihre Kaumuskulatur. Die braucht allerdings ihr Training. Essen Sie also ganz bewusst auch mal einen harten Apfel oder eine Möhre, das ist von der Natur durchaus vorgesehen.

Ganz verzichten brauchen Sie auf einen grünen Smoothie allerdings nicht. Bei einem Glas pro Tag, also bei 200 bis 250 Milliliter, überwiegt die Wirkung der Vitamine gegenüber möglichen Gesundheitsrisiken, darin sind sich Ernährungswissenschaftler einig. Zudem liefern Ihnen die grünen Blätter verdauungsfördernde Ballast- und Bitterstoffe. So kann Ihnen ein Glas sogar gegen Völlegefühl oder bei Verstopfung helfen.

Darauf sollten Sie bei der Zubereitung achten

  • Um möglichst viele Vitamine aufzunehmen, produzieren Sie sich einen Smoothie immer frisch aus Obst und Gemüse. Verwenden Sie keine Pulver.
  • Wenn der Smoothie nicht zu bitter schmecken sollte, dann greifen Sie zu geschmacksneutralen Blattsalaten oder Babyspinat.
  • Tomaten, Paprika aber auch Gewürze wie Ingwer, Zimt oder Kardamom lassen den Smoothie scharf werden.
  • Für einen süßen Geschmack mixen Sie Obst hinzu: Das Obst kann, je nach Ihren individuellen Vorlieben, dabei durchaus bis zu 50 Prozent des gesamten Smoothies ausmachen. So lassen sich vor allem auch Kinder für das Getränk begeistern.
  • Aber Vorsicht: Obst lässt den Saft schnell kalorienreich werden. Insbesondere Trauben, Bananen und Ananas sind sehr zuckerreich. Greifen Sie besser zu den kalorienärmeren Alternativen (z. B. Äpfeln).
  • Bei Bedarf können Sie den Smoothie mit etwas Wasser verdünnen.
  • Trinken Sie den Smoothie immer zügig, kurz nach der Zubereitung. Denn die meisten Vitamine zersetzen sich innerhalb einer Stunde, nachdem das Gemüse oder Obst püriert wurde.
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Über den Autor Beate Rossbach

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Alte Kommentare
  • Heidi TölkeWeitzel schrieb am 27.02.2013, 09:17 Uhr

    Ich kann das nur unterstützen. Habe jahrelang starke Schmerzen gehabt, hammerharte Medikamente genommen. Täglich habe ich dann grüne smoothies, teils Wildkräuter, teils Gartenkräuter, Salate, Kohl etc. getrunken. Nach ca. einem Monat keine Schmerzen mehr in meinen entzündeten Fingergelenken mehr gehabt.Die Schmerzmittel habe ich seit über einem Jahr nicht mehr benötigt. Nehme seit dem regelmäßig smoothies zu mir und konnte inzwischen Freunde und Verwandte überzeugen.

    • Heike Grätz antwortete am 27.02.2013, 10:19 Uhr

      Hallo, mich würde interessieren, wie Sie darauf gekommen sind, dass die grünen smoothies helfen. War es ein Buch, der Arzt...? Und haben Sie Tipps für Rezepte? Kann man Spinat und Grünkohl roh verarbeiten? Ich würde mich über eine Antwort freuen. Herzliche Grüße Heike

    • Heidi TölkeWeitzel antwortete am 27.02.2013, 11:14 Uhr

      Ich habe das Buch Grüne Smoothies gelesen, aber auch Erfahrungen aus einer Heilpraktikerausbildung und der Biochemie mit herangezogen.....

  • Dieter Weber schrieb am 27.02.2013, 12:10 Uhr

    Auch als hoch betagter Rentner und immer noch kerngesund, finde ich diese Anregung höchst interessant und nachahmenswert. Nur schade, dass auch dafür - und schon wieder - ein englisches Wort her muss ! ! !

    • erika lösch antwortete am 27.02.2013, 16:38 Uhr

      Auch ich kann das nur bestätigen. Grüne Smoothies sind das beste, ich fühle mich so gut wie lange nicht mehr und habe ganz leicht mal 8kg abgenomen. Glaube der engl.Name kommt daher dass es im USA schon weiter bekannt ist als in Deutschland :)

  • Rainer Seifert schrieb am 28.02.2013, 02:08 Uhr

    Ist ja gut und schön, aber dass grüne Blattgemüse einen hohen Chlorphylgehalt haben, war sicher , genau wie Punkt 1, auch schon vorher bekannt.

  • Heike Grätz schrieb am 28.02.2013, 11:10 Uhr

    Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass roher Spinat oder Grünkohl gut verträglich sein soll. Und 500g am Tag ist vermutlich ein halber Eimer voll. Das sind für mich Mengen, die kaum täglich frisch zu beschaffen und zu bezahlen sind. Kann mich jemand vom Gegenteil überzeugen? Bei Kommentaren, die grüne smoothies als Wundermittel hinstellen, nach jahrelangen Schmerzen in einem Monat alles vergessen, erscheinen mir doch fragwürdig.

  • Ines Kaiser schrieb am 01.03.2013, 17:06 Uhr

    Kannte zwar, daß wilder Spinat aus gleichen Teilen Löwenzahn, Giersch, junge Brennesseln(Sauerampfer) mit Zwiebeln in Butter gedünstet besser schmeckt als gekaufter Spinat im Frühjahr, so werde ich das mit den grünen smothihies auch probieren , wenn es doch endlich mal Frühling wird und im Garten alles wieder grünt. Von Schmerzmitteln halte ich auch nichts, versuche es lieber mit Natürlichen Mitteln, Ringelblumensalbe und Tinktur mache ich auch selber. Für jedes Übel ist ein Kraut gewachsen...