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Fuchsbandwurm: Hund gefährlicher als Heidelbeeren

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) hat sich in den letzten Jahren in Deutschland immer weiter ausgebreitet, und seit in den Medien eifrig davor gewarnt wird, ist vielen der Appetit auf Waldbeeren oder Bärlauch vergangen.

Ein Bandwurmexperte gab jetzt Entwarnung. Für den Molekularbiologen Klaus Brehm von der Universität Würzburg gehört die Warnung, dass man sich von Beeren im Wald den Fuchsbandwurm holen kann, ganz klar ins Reich der Fabel. Es sei für keinen einzigen Patienten mit Fuchsbandwurm-Befall erwiesen, dass er sich so angesteckt habe. Heidelbeeren oder Himbeeren aus dem Wald könnten nach dem gründlichen Waschen bedenkenlos verspeist werden und müssten nicht gekocht werden.

Allenfalls bei Erdbeeren, die häufig Kontakt mit dem Boden haben, kann sich der Forscher ein minimales Infektionsrisiko vorstellen.

Hauptübertragungsquelle sind infizierte Vierbeiner, insbesondere Hunde, in denen sich der Fuchsbandwurm besonders gut vermehrt. Die Eier haften im Fell der Tiere und werden beim Streicheln auf die Hände übertragen. So gelangen sie in den Magen. Und nur wenn die Eier über den Mund aufgenommen werden, kann der Wurm sich ausbreiten. Das Europäische Echinokokkose-Register der Universität Ulm belegt, dass 70 Prozent aller Infizierten einen Hund oder eine Katze halten.

Mein Tipp: Wenn Sie in einem Gebiet wohnen, in dem der Fuchsbandwurm stark verbreitet ist (besonders im Süden Deutschlands), sollten Sie Ihre Katze oder Ihren Hund alle sechs Wochen mit einem Präparat gegen Bandwürmer entwurmen, sofern das Tier draußen Mäuse fängt und frisst. Ansonsten genügt eine komplette Entwurmung alle drei Monate für Hunde und Katzen mit Freigang. Lassen Sie sich vom Tierarzt ein entsprechendes Medikament für Ihr Tier aushändigen.

Wichtig ist auch die nötige Hygiene im Umgang mit dem Vierbeiner: Nach dem Streicheln, Schmusen und Spielen sollten Sie oder Ihr Kind sich immer gründlich die Hände waschen!

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