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Die große Kraft der kleinen Beeren

Appetitlich und lecker: Sie können die roten, violetten und blauen Beeren im Sommer überall preiswert kaufen und preiswerter selbst ernten. Neben dem Genuss steckt eine große Heilkraft in den kleinen Beeren. Ihre Anwendung als Heilmittel weist in Europa lange Tradition auf.

Als besonders wirkungsvoll für die Gesundheit erwiesen sich die Anthozyane. Der natürliche Farbstoff in den Beeren gehört zur großen Gruppe der Polyphenole oder Gerbstoffe. Wissenschaftliche Untersuchungen schreiben ihm Schutzwirkungen vor degenerativen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Gelenke, der Augen, der Haut oder der Nieren zu. Die Farbstoffe wirken als Antioxidantien, haben also die Fähigkeit, freie Radikale im Körper zu binden. Die durch Strahlung und chemische Substanzen sowie bei vielen Stoffwechselfunktionen im Körper entstehenden freien Radikale greifen die Körperzellen an und verursachen neben dem natürlichen Alterungsprozess Krankheiten verschiedener Organe. Darüber hinaus gelten sie als auslösender Faktor für Krebs.

Beeren zeichnen sich durch weitere gesunde Inhaltsstoffe aus. Sie enthalten teilweise sehr viel Pektin. Dieses ist heilsam und wohltuend für Magen und Darm und unterstützt die Darmtätigkeit auf natürliche Weise. Zu den wertvollsten heimische Wildbeerenarten zählen neben Himbeeren und Brombeeren Heidelbeere, Holunder und Preiselbeere.

Die Brombeere 

Beim Ernten von Brombeeren sollten Sie robuste Kleidung tragen, die im Notfall kaputtgehen darf, denn Brombeeren sind wehrhaft. Auch wenn mittlerweile Sorten ohne Dornen existieren: Wenn Sie Ihre Brombeeren am liebsten in der freien Natur ernten, begegnen Sie den Dornen. Die Waldbrombeeren fallen in den meisten Fällen kleiner, aber aromatischer. Eine reife Beere erkennen Sie zum einen an der fast schwarzen Farbe. Diese kommt vom dunkelroten Farbstoff, der gleichzeitig ein wertvolles Antioxidant darstellt. Darüber hinaus enthalten Brombeeren viel Vitamin C, Eisen und Calcium. In der Naturheilkunde verwendet man die Beeren und Brombeerblätter. Die Blätter bewähren sich als Aufguss bei Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen.

Wenn die Beeren tiefschwarz ihre Vollreife erreichen, schmecken sie sehr süß und weich. Wie Himbeeren pflückt man sie am besten morgens. Geerntete Brombeeren sind empfindlich und vertragen keine Wärme. Sie verderben schnell und infizieren dabei anliegende Beeren. Frische Beeren fühlen sich fest an und glänzen. Weiche Beeren mit matter Farbe gelten als überreif oder nicht mehr frisch. Sehr dicht verpackte Beeren sollte man meiden, da sie leicht schimmeln. Wenn Sie außerhalb von angelegten Brombeerkulturen Ihre Früchte im Wald suchen, achten Sie darauf, nicht an Straßenrändern zu sammeln. Nehmen Sie keine Früchte, die tiefer hängen als Ihre Kniehöhe.

Die Himbeere

Die Zweige des Himbeerstrauchs sind mit feineren Stacheln besetzt als die des Brombeerstrauchs. Wie Brombeeren gelten Himbeeren als Sammelfrüchte und bestehen aus zahlreichen kleinen Einzelfrüchten. Diese enthalten jeweils einen Samenkern und sitzen traubenartig auf einem zentralen Fruchtboden. Pflückt man die reife Beere, bleibt der Fruchtboden am Stiel zurück. Die klassische Farbe der Himbeere ist das sogenannte Himbeerrot. Es gibt sie darüber hinaus in Dunkelrot, orange- oder bernsteinfarben. Einige Sorten fallen sogar weiß aus. Die Himbeere sieht zarter aus als die Brombeere. Wenn Sie Himbeeren selbst pflücken, verarbeiten Sie sie möglichst schnell nach der Ernte.

Himbeeren gehören zu den gehaltvollsten Beeren überhaupt. Sie fördern die Blutbildung und Nierentätigkeit und wirken entschlackend. Sie enthalten besonders viel Pektin, Kalium, Magnesium, Kalzium, Phosphor und Eisen, Provitamin A, B-Vitaminen, Niazin, Biotin und Vitamin C. Die Beeren zählen wegen ihrer vielfältig heilenden Wirkung (zum Beispiel für die Knochenbildung oder als Unterstützung für Muskel-, Nerven- und Gehirnfunktionen) zu einer der wertvollsten Früchte. Frische Himbeeren mit ihren vielen aktiven Säuren, ihrem Pektin und den Gerbstoffen helfen der Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit und wirken fiebersenkend. Himbeeren aktivieren den Glücksbotenstoff Serotonin.

Rezept: Kaltgerührte Himbeermarmelade

  • 250 g Himbeeren
  • 250 g Gelierzucker
  • einige Spritzer Zitronensaft

Himbeeren verlesen, vorsichtig waschen und maximal 5 Minuten abtropfen. Wenn Sie eine Küchenmaschine haben, nutzen Sie die zur Weiterverarbeitung. Der Quirl einer Handrührmaschine tut es auch. Fruchtmasse, Zucker undZitronensaft etwa 30 Minuten auf mittlerer Stufe rühren, bis die Masse zähflüssig aussieht. Die Marmelade in sterilisierte Gläser füllen, verschließen, kühl und dunkel aufbewahren. Man kann die Marmelade etwa 4 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

Agar-Agar: die Gelierkraft aus dem Meer

Der größte Vorteil des Geliermittels Agar-Agar ist, dass Sie auf den Zusatz von Zucker verzichten und der Geschmack der Früchte naturbelassen bleibt. Das macht die Fruchtaufstriche weniger lange haltbar, dafür deutlich kalorienreduzierterEin weiteres Plus für dieses Geliermittel ist, dass die Kochzeit mit zwei Minuten den Vitamingehalt schont und Sie mit dieser Alternative eine hohe Gelierkraft nutzen. Ein leicht gehäufter Teelöffel genügt zum Gelieren von 750 ml Fruchtbrei.

Der Geruch, den Sie unter Umständen beim Öffnen des Geliermittels wahrnehmen, neutralisiert sich während der Verarbeitung. In der fertigen Speise ist davon nichts mehr wahrnehmbar. Agar-Agar kann man aus Zellwandbestandteilen der Rotalge gewinnen. Es ist der an Meerwasser erinnernde Duft, der viele Anwender von der Nutzung dieses Geliermittels abhält. 

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