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Alles Banane oder was?

Die Banane ist gerade im Winteer der ideale Fitness-Snack: Sie ist dreimal so nahrhaft wie ein Apfel und strotzt nur so vor Kohlenhydraten, Nervenvitaminen und Ballaststoffen. Entgegen allen Vorurteilen stopft sie nicht und macht auch nicht dick. In der Banane steckt obendrein ein Stoff, der sich freundlich über Ihr Gemüt legt: Serotonin, das auch in Ihrem Körper als stimmungsaufhellendes Hormon gebildet wird. Leider wird das mit der Banane gegessene Serotonin rasch im Magen-Darm-Trakt verdaut. Doch durch den Kohlenhydrat-Anteil der Banane gelangt mehr Tryptophan ins Gehirn. Aus Tryptophan wird Serotonin gebildet. Insofern ist die Banane auch eine Stimmungskanone.

Exotische Früchte auf der Reise nach Europa

Die meisten Bananen kommen aus ehemaligen Kolonien Frankreichs, aus Guadeloupe und Martinique, aus Mittel- und Südamerika, aus Afrika, der Karibik oder dem Pazifikraum. „Bananengürtel“ nennen Fruchtexperten die tropische und subtropische Region zwischen dem 30. Grad nördlicher und dem 30. Grad südlicher Breite, in der sich die Bananenstauden am wohlsten fühlen. Hier finden sie genau die klimatischen Bedingungen, die sie für ihr Wachstum brauchen: Ein gleichmäßiges, feuchtwarmes Klima mit durchschnittlichen 27 Grad Celsius und viel Regen.

Nur Bananen, die in Bezug auf Form, Größe und Kaliber strengen Qualitätsrichtlinien genügen, gehen auf die Reise nach Europa. Zuvor werden sie mit Wasser geduscht, damit der an den Schnittstellen austretende Latexsaft weggespült wird. Sonst würden die Bananen aneinander kleben. Nun werden die „Bananenhände“ (die abschnittenen Büschel sehen aus wie Hände) in Kartons verpackt und auf Bananendampfern verschifft. Moderne Schiffe transportieren rund 5,5 Millionen Kilogramm Bananen.

Unterschiedliche Reifegrade der Banane

Damit die grünen Bananen auf dem Kühlschiff während ihrer Seereise nicht vorzeitig reifen, liegt die Temperatur konstant bei 13,2 Grad Celsius. Zehn bis zwölf Tage später rollen in den Häfen von Hamburg, Antwerpen und Bremerhaven die Kartons über Förderbänder an Land. Dann geht es kurz in spezielle Reifereien. Im Gegensatz zu anderen Früchten, die umso aromatischer sind, je länger sie in der Sonne ausreifen konnten, wird die Banane erst nach dem Ernten richtig schmackhaft.

Nach dem Abschneiden vom Stamm wird die Nährstoffzufuhr aus der Pflanze unterbrochen und im Fruchtfleisch wandelt sich Stärke in Zucker um. Würde man die Bananen bis zur Reife an der Pflanze lassen, würden sie mehlig statt süß schmecken. Je gelber die Banane wird und je mehr kleine, braune Reifungspünktchen zu sehen sind, umso süßer wird das Aroma. Je nach Farbe entscheiden Sie also selbst über den Geschmack Ihrer Banane. Nach wenigen Tagen Reifungszeit liegt die Banane bei Ihrem Händler bereit zum Verkauf, egal ob sie nun Chiquita, Tuca, Dole oder Banafair heißt.

Machen Bananen glücklich?

Sauer macht lustig, Bananen machen glücklich und Schokolade vertreibt den Frust: So verkündet es der Volksmund. Mittlerweile dokumentierten Wissenschaftler tatsächlich für einzelne Lebensmittel Effekte auf die Stimmung. Allerdings ist die Wirkung nur kurzfristig. Menschen mit echten Depressionen haben einen deutlich erniedrigten Serotonin-Spiegel im Blut. Daher wird ein Mangel des Botenstoffes mit einer traurigen Grundstimmung in Verbindung gebracht. Eine gesteigerte Produktion des Serotonins stimmt hingegen glücklich. Deshalb wird die Substanz gerne als Glückshormon bezeichnet. Der Stoff wirkt in Ihrem Gehirn unterschiedlich: Er wirkt er beruhigend, fördert einen tiefen Schlaf, hebt die Stimmung oder stimuliert die Gedächtnisleistung. Serotonin aus Lebensmitteln ist aber keine Hilfe für Sie: Es dringt nicht in Ihr Hirn vor, da es die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren kann.

Das gelingt aber durchaus seiner Vorstufe, der Aminosäure Tryptophan. In Großbritannien und Kanada ist Tryptophan sogar als mildes Psychopharmakon zugelassen. Doch scheint es unmöglich zu sein, so viel Bananen oder Schokolade zu essen, um Ihre Stimmungslage tatsächlich dauerhaft zu beeinflussen. Dazu ist der Tryptophangehalt in der Nahrung offensichtlich doch zu gering. Tryptophan steckt vorwiegend in eiweißreichen Lebensmitteln (Käse, Fleisch, Fisch, Soja, Nüsse, Hülsenfrüchte) und in kleineren Mengen auch in Schokolade, Datteln, Feigen und Bananen.

Steigert Fisch die Stimmung?

Amerikanische Forscher untersuchen seit Jahren den Einfluss von Fisch auf den Gemütszustand. Die Wissenschaftler deckten auf: Je mehr Fisch verzehrt wird, desto seltener werden in einem Land Depressionen beobachtet. So gibt es in Ländern wie Japan oder Taiwan rund 60-mal weniger Depressive als in Deutschland. Die Forscher vermuten, dass die im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren für die Unterschiede verantwortlich sein könnten. Ähnlich wie einige Antidepressiva können sie in den Gehirnstoffwechsel eingreifen. Denn ein niedriger Blutspiegel von Omega-3-Fettsäuren führt zu einem Serotoninmangel.

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Helmut Erb
Über den AutorHelmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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