Mittelmeerdiät: Allgemeines
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Mittelmeerdiät
Schlemmen wie im Urlaub und der Gesundheit dabei noch etwas Gutes tun, das ist der Traum vieler deutscher Frauen. Doch so einfach machen es uns Ernährungswissenschaftler und Ärzte nicht, wenn sie uns zur mediterranen Ernährung raten.
Die mediterrane Kost, welche unter Gesundheitsaspekten als erstrebenswert betrachtet wird, unterscheidet sich deutlich von dem Angebot italienischer und griechischer Restaurants in Deutschland und auch von den verführerisch fotografierten Rezepten in den Hochglanz-Kochbüchern südlicher Länder.
Kost der Landarbeiter und der Landarbeiterinnen
Europas Insel der gesunden Langlebigen ist Kreta. Bereits zu Beginn der 50-er Jahre fanden Forscher heraus, dass die Ernährungsweise auf dieser griechischen Insel geeignet ist, vor koronaren Herzerkrankungen wie Angina pectoris, Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen zu schützen. Es folgten bis heute viele Studien. Sie beziehen sich überwiegend auf die Ernährungsweise, wie sie noch in den 60-er Jahren unter der einfachen Bevölkerung der Mittelmeerländer üblich war: auf Kreta und in den ländlichen Regionen Süditaliens. Weiter gefasst, zählen alle Länder mit Olivenanbau dazu. Allen gemeinsam ist jedoch der – manchmal verschwenderische – Gebrauch von Olivenöl, ein hoher Verzehr von Gemüsen und Getreideprodukten sowie eine reiche Auswahl an Obst und Käse – und zum Essen Wein in Maßen.
Die Nachteile des Fortschritts
In den letzten 30 Jahren hat sich aber die Ernährung in Italien, Spanien, Griechenland und auch auf Kreta stark verändert. Es sind mehr tierische Lebensmittel, vor allem Fleisch, Wurstwaren und fette Milchprodukte, hinzugekommen. Zugleich ging der Verbrauch an pflanzlichen Lebensmitteln, an Brot, Pasta und Polenta sowie Kartoffeln, zurück. Immer häufiger wird Olivenöl durch Sonnenblumen- oder Maiskeimöl ersetzt. Einzig mit dem hohen Obst- und Gemüseverzehr ist es beim Alten geblieben.
Prompt zeigte die veränderte Ernährungsweise nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung: Bei den ehemals so gesunden Kretern werden immer häufiger erhöhte Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Übergewicht festgestellt, und die Anzahl der Menschen, die an koronaren Herzkrankheiten sterben, steigt. Auf dem griechischen Festland lassen sich ähnliche Tendenzen beobachten. Auch Dickdarmkrebs tritt immer öfter auf.
Die Ernährung ist es nicht allein
Der Wandel in der Ernährung geht Hand in Hand mit geänderten Lebensbedingungen. Auch in den Mittelmeerländern wird die Zeit knapp. Auch dort greifen die Frauen zu bereits verarbeiteten Lebensmitteln und Fertiggerichten. Harte, körperliche Arbeit und ausreichende Bewegung gehören keineswegs mehr zur allgemeinen Tagesordnung. Das traditionelle entspannte ausgiebige Essen im Familienkreis wurde vom genussreichen sozialen Höhepunkt des Alltags zum Sonntagsvergnügen. Sogar die Siesta, die heilige Mittagsruhe, gewinnt Seltenheitswert. Dabei belegt eine griechische Studie, dass eine 30-minütige Siesta das Risiko koronarer Herzkrankheiten um bis zu 30 Prozent senken kann.
Ohne reichliche, gelegentlich auch anstrengende, Bewegung ist jede gesunde Ernährung nichts!