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Vorurteile: Wie gesund ist Milch für Frauen wirklich?

Der Genuss von Milch oder Milchprodukten wie Quark und Joghurt ist gerade für Frauen von besonderer Bedeutung, denn Milch ist der beste Knochenschutz und gut für die Nerven. Von Milchkritikern werden aber dennoch immer wieder einige Unwahrheiten gegen Milch ins Feld geführt, die gerade Frauen betreffen.

  • Frauen können das Kalzium in der Milch gar nicht verwerten, deshalb schützt sie die Knochen überhaupt nicht vor Osteoporose! Stimmt nicht: Diese Behauptung wird durch alle Untersuchungen widerlegt. Sie können bis zur Hälfte des Kalziums aus der Milch aufnehmen. Hilfreich ist dabei das Vitamin D, das die Aufnahme von Kalzium im Darm fördert. Da dieses Vitamin in Ihrem Körper durch den Einfluss von Licht gebildet wird, ist es so wichtig, dass Sie regelmäßig bei Wind und Wetter an die frische Luft gehen. Auch Ihre Gene und regelmäßige Bewegung spielen eine Rolle, ob die Osteoporose bei Ihren Knochen eine Chance hat.
  • Wenn Sie viel Milch trinken, riskieren Sie, dass das Kalzium Ihre Adern verstopft! Stimmt nicht. Die Arteriosklerose wird meist schon in der Kindheit angelegt. Substanzen wie Cholesterin setzen sich in den Gefäßen ab und bilden die so genannten Plaques. Kalzium lagert sich erst viel später an – als Folge der Arteriosklerose. Es gibt keinen Beweis, dass gerade Milchfett riskant ist. Milch enthält sogar Fettsäuren, die im Tierversuch das Risiko für die Plaque-Bildung senken konnten.
  • Chinesinnen und Japanerinnen trinken fast keine Milch und leiden trotzdem viel seltener unter Osteoporose! Stimmt nicht: In Asien wird zwar tatsächlich weniger Osteoporose diagnostiziert. Das hat jedoch nichts mit der Milch zu tun. Die Menschen dort bewegen sich wesentlich mehr als wir. Zudem essen sie viel sojareiche Kost, die ebenfalls knochenschützend wirkt. Seit einigen Jahren steigt jedoch auch dort die Zahl der Osteoporosefälle – vor allem in den Städten. Hier rät man inzwischen dazu, täglich ein Glas Milch zu trinken, sofern Milch bekömmlich ist (vielen Japanern fehlt ein bestimmtes Enzym – die Laktase – in der Darmschleimhaut). Die Landbevölkerung, die sich nach wie vor mehr bewegt, hat die stabileren Knochen.
  • Milch verschleimt Ihren Körper! Stimmt nicht: Milch hinterlässt zwar im Mund ein schleimiges Gefühl, das bei einigen Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes unangenehm sein kann. Daraus jedoch zu schließen, dass der Darm beziehungsweise der Organismus verschleimt und dann keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann, ist Unfug.
  • Milch löst schwere Allergien aus! Stimmt nicht: Bei Erwachsenen löst Milch kaum noch Allergien aus, wenn sie an den Genuss gewöhnt sind. Kinder bis zu zwei Jahren können jedoch allergisch auf das Milcheiweiß der Kuh reagieren. Als beste vorbeugende Maßnahme gilt für sie das Stillen. Darüber hinaus wird empfohlen, nicht zu früh Kuhmilch zuzufüttern. Etwas anderes ist die Laktoseintoleranz, unter der viele Menschen mit zunehmendem Alter leiden. Sie verwerten Milch schlecht oder gar nicht, weil es ihnen an Laktase fehlt, die der Mensch braucht, um Milch zu verdauen. Etwas anderes spielt sich bei Milchallergikern ab: Bei ihnen richtet sich das Immunsystem gegen Eiweißbestandteile der Milch und fängt an zu rebellieren. Milchzucker wird häufig in industriell hergestellten Nahrungsmitteln als Stabilisator und Emulgator eingesetzt. Achten Sie also auf die Etikettenangaben.
  • Milchverzehr erhöht das Risiko für Brust-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs! Stimmt nicht: Das konnte bis heute nicht belegt werden. Den Studien, die darauf hinweisen, stehen solche gegenüber, die keinen Einfluss oder sogar einen Schutz vor diesen Krebsarten durch den Verzehr von Milch aufweisen. Alle Studien, die auf einen Zusammenhang deuten, weisen nach Ansicht von Ernährungsexperten grobe Mängel auf. Milch enthält vielmehr eine Reihe von möglichen Schutzfaktoren. Dazu zählen Bestandteile des Milchfetts, Vitamin A und D, Beta-Carotin, konjugierte Linolsäure und einige Milchproteine. In verschiedenen Studien konnte zudem eine Senkung des Risikos von Diabetes, Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall nachgewiesen werden.

Milch ist das beliebteste Nahrungsmittel überhaupt

Sie liefert viele wertvolle Inhaltsstoffe: Milchfett, Milchzucker und Milcheiweiß als Energielieferanten, Vitamine sowie Mineralstoffe und Spurenelemente für das reibungslose Funktionieren des Organismus. Besonders hervorzuheben sind:

  • Kalzium, das für stabile Knochen sorgt,
  • Magnesium, das wichtig ist für die Reizübermittlung in Muskeln und Nerven,
  • Jod, das die Schilddrüse für ihre Arbeit braucht,
  • Zink, das das Immunsystem stärkt,
  • die Vitamine A, B2, B6 und B12, die Augen, Haut, Stoffwechsel, Nervensystem und Blutbildung unterstützen.

Milch macht schlank

Neueste Untersuchungen aus den USA weisen nach, dass das Kalzium in der Milch sich positiv auf das Körpergewicht auswirkt. Je höher die tägliche Zufuhr aus Milch und Milchprodukten, desto geringer ist das Risiko für Übergewicht. Dieser Effekt hängt mit den bioaktiven Eiweißen in Milch oder Buttermilch zusammen. Mit Kalziumtabletten funktioniert es nämlich nicht. Auch in fettarmen Milchprodukten ist reichlich Kalzium enthalten (außer in Quark). Das Kalzium ist wie die anderen Mineralstoffe in der Milch nicht an den Fettgehalt gebunden:

  • 100 Gramm Vollmilch enthalten 120 Milligramm Kalzium,
  • 100 Gramm fettarme Milch haben einen Kalziumanteil von 118 Milligramm,
  • 100 g Buttermilch bringen 109 Milligramm Kalzium mit.

Die empfohlene Tageszufuhr von Kalzium beträgt bei erwachsenen Frauen 1.000 Milligramm. Die tatsächliche Aufnahme liegt bei etwa 800 bis 900 Milligramm. Frauen sollten täglich einen Viertelliter fettarme Milch trinken und 3 Scheiben mageren Käse essen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Milch gilt außerdem wegen ihrer hohen Nährstoffdichte nicht als Getränk, sondern sollte als vollwertiges Nahrungsmittel im Speiseplan miteingerechnet werden. Regelmäßiger Milchgenuss ist auch gut für die Zähne: Weil Milchprodukte den Speichelfluss anregen, werden im Mund die schädlichen Säuren, die Karies entstehen lassen, verdünnt. Außerdem erschwert das Milcheiweiß es den Bakterien, sich auf der Zahnoberfläche anzusiedeln.

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