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Probiotischer Joghurt heilt angegriffene Darmflora

Joghurt gilt als die heilende Nahrung für einen angegriffenen Darm schlechthin – insbesondere wenn er mit probiotischen Mikroorganismen angereichert ist. Wenngleich die Werbung Ihnen da meist zu viel verspricht, so können die Bakterien doch immerhin den Darm widerstandsfähiger machen, indem sie den Zusammenhalt der Epithelzellen stärken. Das fanden Wissenschaftlerinnen des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung nach – allerdings zunächst nur im Tierversuch. Die Oberfläche des Darms hat die Aufgabe, das Körperinnere gegen Bakterien abzuschotten. Das Epithel bildet dabei gewissermaßen die Grenzstation. Gelangen Krankheitserreger hier hindurch, kann es zu schweren Erkrankungen kommen.

Der Zustand der Versuchsmäuse besserte sich rasch, nachdem sie Antibiotika bekommen hatten. Die Epithelzellen der Darmwand hatten Eiweißstoffe gebildet, die den Zusammenhalt stärkten.

Bislang gibt es etwa 400 Studien zur Wirkung von Probiotika. In der überwiegenden Zahl konnte kein Nachweis erbracht werden, dass die probiotischen Bakterienstämme eine günstige Wirkung entfalten. Ausnahme sind infektiöse Durchfallerkrankungen bei Kindern sowie bei der chronischen Darmentzündung Colitis ulcerosa. Britische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich die angeschlagene Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika schneller regeneriert, wenn probiotische Joghurtgetränke mit Milchsäurebakterien auf dem Speiseplan stehen.

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