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Was steckt wirklich in „probiotischen Lebensmitteln“?

Probiotika (griech: „pro bios“ = „für das Leben“) sind lebende Bakterien, die in einer gesunden Darmflora aktiv sind. Sie gelangen in ausreichender Menge in Ihren Darm und erzielen dort eine positive Wirkung.

Probiotische Lebensmittel reichert die Industrie mit besonders robusten Bakterien an, die eine Reise durch Ihren Magen (Säureeinwirkung) und Darm gut überstehen. Sie kommen auch natürlicherweise in Ihrem Darm vor (z. B. Milchsäurebakterien und/oder Bifidobakterien). Dort produzieren sie Milchsäure, die den pH-Wert Ihres Darms in den sauren Bereich verschiebt. Das hemmt die Vermehrung krankmachender Keime und fördert das Wachstum der natürlichen Darmflora. Probiotika wirken daher direkt am Ort des Geschehens und können Ihre Darmflora stärken. Kaufen Sie probiotische Milchprodukte nicht auf Vorrat, sondern in kleineren Mengen und verzehren Sie diese bald nach dem Einkauf. Mit Ablauf der Mindesthaltbarkeit kann die Zahl der Bakterien deutlich abnehmen.

Erwiesen ist inzwischen, dass Probiotika

  • sich vorübergehend in Ihrem Darm ansiedeln
  • die Häufigkeit und Dauer von Durchfallerkrankungen verringern
  • bei Erwachsenen nach der Einnahme von Antibiotika die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen verringern
  • einzelne Funktionen des Immunsystems unterstützen

  • Was Sie bei Gicht essen und trinken dürfen!

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  • Enzymaktivitäten in der Darmflora positiv beeinflussen

Menschlicher Darmtrakt - in Illustration hervorgehoben© Sebastian Kaulitzki - Fotolia

Probiotika sind ein Verkaufsschlager

Leider stecken in vielen probiotischen Lebensmitteln, die Ihnen die Industrie anpreist, auch reichlich Zucker, Farb- und Aromastoffe. Allein das Bemühen, Süßigkeiten mit probiotischen Kulturen auszustatten, zeigt, dass es der Lebensmittelindustrie nicht „nur“ um die Gesundheit ihrer Kunden geht, sondern zumindest auch um gute Verkaufszahlen.

Diese Varianten schonen Ihren Geldbeutel

Milchsäure- und Bifidobakterien stecken auch in „normalen“, aber unerhitzten Milchprodukten, die deutlich preiswerter sind: Buttermilch, Dickmilch, Joghurt, Kefir oder Quark. Das Gleiche gilt für Lebensmittel, die milchsauer vergoren sind: Sauerkraut oder Sauerkrautsaft.

Auch diese „normalen“ Lebensmittel sind eine Wohltat für Ihren Darm: Sie liefern nicht nur Probiotika, sondern gleichzeitig auch die erwünschte Milchsäure. Allerdings ist hier Ihre Geduld etwas gefordert: Eine positive Wirkung erzielen Sie, wenn Sie mindestensvier Wochen lang solche Lebensmittel verzehren. Das gilt auch für die probiotischen Lebensmittel der Industrie: Zwei bis drei Becher Joghurt sollten es täglich sein, damit genügend Bakterien Ihren Dickdarm erreichen. Wählen Sie fettarmen Naturjoghurt ohne Früchte oder andere Zusätze und wechseln Sie öfter mal das Produkt. So führen Sie Ihrem Darm verschiedene Bakterienstämme zu. Teure probiotische Lebensmittel brauchen Sie nicht zur Stärkung Ihrer Abwehrkräfte.

So fördern Sie das gesunde Leben in Ihrem Darm

  • Essen Sie reichlich Obst und Gemüse. Die darin enthaltenen Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe fördern das Wachstum nützlicher Darmbakterien.

  • Essen ohne Kohlenhydrate?

    Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

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  • Essen Sie täglich Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte, die Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe unterstützen die Darmbakterien.
  • Essen Sie regelmäßig milchsaure Produkte wie Naturjoghurt oder Sauerkraut. Das trägt zu einer gesunden Darmflora bei.

Probiotischer Joghurt heilt angegriffene Darmflora

Joghurt gilt als die heilende Nahrung für einen angegriffenen Darm schlechthin, insbesondere wenn er mit probiotischen Mikroorganismen angereichert ist. Wenngleich die Werbung Ihnen da meist zu viel verspricht, so können die Bakterien doch immerhin den Darm widerstandsfähiger machen, indem sie den Zusammenhalt der Epithelzellen stärken. Das fanden Wissenschaftlerinnen des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung nach; allerdings zunächst nur im Tierversuch. Die Oberfläche des Darms hat die Aufgabe, das Körperinnere gegen Bakterien abzuschotten. Das Epithel bildet dabei gewissermaßen die Grenzstation. Gelangen Krankheitserreger hier hindurch, kann es zu schweren Erkrankungen kommen.

Der Zustand der Versuchsmäuse besserte sich rasch, nachdem sie Antibiotika bekommen hatten. Die Epithelzellen der Darmwand hatten Eiweißstoffe gebildet, die den Zusammenhalt stärkten. Bislang gibt es etwa 400 Studien zur Wirkung von Probiotika. In der überwiegenden Zahl konnte kein Nachweis erbracht werden, dass die probiotischen Bakterienstämme eine günstige Wirkung entfalten. Ausnahme sind infektiöse Durchfallerkrankungen bei Kindern sowie bei der chronischen Darmentzündung Colitis ulcerosa. Britische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich die angeschlagene Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika schneller regeneriert, wenn probiotische Joghurtgetränke mit Milchsäurebakterien auf dem Speiseplan stehen.

Der Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika

Im Zusammenhang mit Probiotika begegnet Ihnen auch häufig der Begriff Präbiotika. Probiotika sind Mikroorganismen, Präbiotika sind einfach nur Ballaststoffe, die von Ihrem Körper nicht verwertet werden können. Sie gelangen unverändert in Ihren Dickdarm. Hier sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Ihre Darmbakterien und fördern die Entwicklung einer aktiven und stabilen Darmflora.

In den Präbiotika aus dem Handel stecken Pflanzeninhaltsstoffe wie Inulin und Oligofruktose. Mit Ballaststoffen können Sie Ihren Körper aber auch viel preiswerter versorgen. Essen Sie dazu täglich fünf Portionen Obst und Gemüse und viele Vollkornprodukte (Brot, Reis, Nudeln, Getreideflocken). Das ist eine gute und natürliche Basis für Ihre gesunde Darmflora.

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