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Die Vor- und Nachteile von Milchprodukten auf einen Blick

Milch stärkt die Knochen und macht müde Männer munter. Aber was ist wirklich dran und welche Nachteile bringt die Milch mit sich? Vielleicht gehören auch Sie zu den Menschen, die darauf achten, regelmäßig Milch und Milchprodukte zu sich zu nehmen. Das enthaltene Kalzium soll schließlich vor Osteoporose schützen. Vielleicht irritiert es Sie dann, dass Milch von einigen Wissenschaftlern immer wieder für die unterschiedlichsten Erkrankungen verantwortlich gemacht wird.

Wie gesund ist Milch?© iofoto - Fotolia

Vorteile

Milch liefert Ihnen essentielle Aminosäuren, Kalzium und als Sauermilchprodukt heilsame Milchsäurebakterien. In den folgenden Fällen sind Milchprodukte unbedingt sinnvoll:

  • bei Untergewicht
  • bei Verzicht auf Fleisch
  • bei gestörter Darmflora
  • bei Unverträglichkeit von Soja
  • zur Vorbeugung von Osteoporose

Wählen Sie fettarme Sauermilchprodukte wie beispielsweise Joghurt, Dickmilch und Hartkäse. Diese spaltet Ihr Darm besser auf und resorbiert sie im Vergleich zu den fetten Vollmilchzubereitungen.

Nachteile

Milch enthält viel Fett und eventuell krebsfördernde Wachstumsfaktoren. Darüber hinaus kann das Milcheiweiß Allergien auslösen. Verzichten Sie in folgenden Fällen besser auf Milchprodukte:


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In der Regel können Sie nach einer mehrwöchigen strengen Milchpause fettarme Sauermilchprodukte probieren, die Sie anfangs nur löffelweise verzehren.

Hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren als Risiko?

Einige Ärzte und Ernährungswissenschaftler sehen vor allem in dem hohen Fettgehalt ein Problem: In 100 ml Vollmilch sind immerhin 3,5 g Fett enthalten, davon sind rund 2 g gesättigte Fettsäuren. Ein hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren ließe den LDL-Cholesterinspiegel ansteigen, argumentieren die Milch-Kritiker. Und LDL-Cholesterin wiederum erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden. Auch eine mögliche Fettleibigkeit werde durch einen hohen Milchkonsum begünstigt.

Das Max Rubner-Institut in Karlsruhe, das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, hat sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt. Wissenschaftler nahmen dort über 200 internationale Studien zur Kuhmilch unter die Lupe. Diese stellten sie in einem Bericht zusammen mit dem Titel „Ernährungsphysiologische Bewertung von Milch und Milchprodukten und ihren Inhaltsstoffen“. Zusammenfassend lässt sich demnach sagen, dass das Risiko für Diabetes, Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder für Schlaganfälle durch Kuhmilch nicht erhöht war. Eine genaue Begründung dafür kann die Wissenschaft bislang allerdings nicht liefern. Möglicherweise ist die sehr spezielle Zusammensetzung der Milch ein Pluspunkt. Es besteht jedoch weiterhin Forschungsbedarf.

Prostatakrebsrisiko erhöht, Dickdarmkrebsrisiko gemindert

Auch ein krebsauslösender Effekt von Milch wurde von Wissenschaftlern in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert. Auch hier vorsichtige Entwarnung: Grundsätzlich erhöht Milch das Krebsrisiko nicht, sondern ganz im Gegenteil: 200 ml Milch pro Tag könnten das Risiko von Dickdarmkrebs verringern. Das zeigte 2011 unter anderem eine Untersuchung des Imperial College in London, Großbritannien.

Allerdings: Sehr große Mengen Kuhmilch erhöhen offenbar das Prostatakrebsrisiko. Das zeigte unter anderem eine Studie der Harvard Universität aus dem Jahr 2000 mit insgesamt 20.000 männlichen Probanden: Bei den Männern, die täglich mehr als 1,25 l Milch konsumierten, also ein sehr große Menge, wurde ein um 34 Prozent höheres Risiko für Prostatakrebs festgestellt als bei jenen, die wenig oder gar keine Milchprodukte zu sich nahmen. Ursache dafür seien, so die Meinung einiger Wissenschaftler, die Hormone in der Kuhmilch.


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Osteoporosegefahr durch Übersäuerung ?

Männer sollten vorsichtshalber große Mengen Milch also meiden. Aber auch Frauen sollten sich vor allzu großen Mengen vorsehen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine bereits in den 1990er Jahren durchgeführte Studie der renommierten Harvard-Universität im US-Bundesstaat Massachusetts.

Dort wurde der Gesundheitszustand von insgesamt 77.761 Frauen zwischen 34 und 59 Jahren über zwölf Jahre hinweg beobachtet: Frauen, die täglich fast einen Liter Milch tranken, also eine große Menge, hatten ein erhöhtes Risiko für einen Knochenbruch. Die Wissenschaftler erklärten das damit, dass der Organismus aufgrund des hohen Milchkonsums übersäuert. Daraufhin baue der Körper Kalzium aus den Knochen ab, um die Säure zu neutralisieren und Osteoporose sei die Folge. Diese Übersäuerungstheorie ist allerdings umstritten.

Das sollten Sie über Milch wissen

  • Ein moderater Milchkonsum schadet Ihrer Gesundheit nicht: Das könnten täglich beispielsweise 250 ml Milch, zwei Scheiben Käse und ein Joghurt von 150 g sein.
  • Grundsätzlich gilt: Nehmen Sie täglich am besten 1.000 ml Kalzium zu sich. Milchprodukte gelten nach wie vor als wichtige Kalziumquelle. Gemüse liefert Ihnen aber ebenfalls Kalzium: Besonders viel ist enthalten in Brokkoli, Grünkohl oder Blattsalaten: 100 g Grünkohl enthalten 212 mg Kalzium, 100g Brokkoli etwa 110 mg und Blattsalate 50 mg Kalzium pro 100g Lebensmittel.
  • Für Menschen mit Laktoseintoleranz sind in fast jedem Supermarkt Alternativen zu Kuhmilchprodukten zu finden: Milch aus Reis, Soja, Hafer oder Mandeln. Auch Käse oder Joghurt werden in veganen Varianten angeboten.
  • Diese veganen Produkte enthalten allerdings weniger Kalzium als Produkte aus Kuhmilch: Kuhmilch hat meist einen Kalziumgehalt von 120 mg pro 100 ml. Achten Sie also auf den Kalziumgehalt in veganen Produkten (sollte auf der Verpackung vermerkt sein). Wenn Sie zu veganen Produkten greifen, dann bedenken Sie, dass Ihr Kalziumbedarf über andere Lebensmittel gedeckt werden sollte.
  • Biomilch punktet mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren: Während in einem halben Liter Biomilch etwa rund 39 mg und damit etwa 15 Prozent der empfohlenen Tagesmenge von 250 mg stecken, sind es in der konventionellen Milch nur 25 mg Omega-3-Fettsäuren und damit lediglich 11 Prozent der empfohlenen Tagesmenge. Diese gesundheitlichen Vorteile bieten Ihnen Omega-3-Fettsäuren: Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schutz vor Demenzerkrankungen, Unterstützung des Immunsystems.

Übermäßige Schleimproduktion durch Milch?

Wenn Sie unter bösartigen Asthmaattacken leiden, sollten Sie alles vermeiden, was zu einer Verschlimmerung des asthmatischen Zustandes führt – auch Milch. Es trifft nicht zu, dass Milch allein für eine erhöhte Schleimproduktion verantwortlich ist. Milch enthält jedoch den Eiweißstoff Casein, der zu einer leichten Schleimverdickung beiträgt. Während eines Asthmaanfalls oder einer Erkältung ruft diese beträchtliche Atembeschwerden hervor.

Meiden Sie Milchzucker ohne Milch

Viele Fertigprodukte enthalten Milchzucker, selbst die, von denen Sie es wahrscheinlich nicht erwarten: manche eingedoste Mahlzeiten (Eintöpfe, Nudelgerichte), Wurst, manche Sorten von Ketchup oder Senf. In der Regel sind die darin enthaltenen Mengen an Milchzucker immer noch verträglich. Weisen Sie überhaupt keine Laktase auf, tun Sie sich selbst einen Gefallen, wenn Sie bei den Angaben auf der Verpackung nach „Laktose” oder „Milchzucker” fahnden. Beobachten Sie nach dem Verzehr Ihre Reaktionen. Milchzucker findet sich aufgrund seiner abführenden Eigenschaften als Präparat in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien gegen Obstipation (Verstopfung).

Bei Laktoseintoleranz verursacht er schmerzhafte Blähungen und eine drastische Abführung. Er ist also tabu für Sie, zumal die Durchfälle Ihr Verdauungssystem durcheinanderbringen und die nützlichen Darmbakterien mit fortschwemmen. Bei Medikamenten sind Tabletten auf der Basis von Milchzucker als Trägersubstanz hergestellt. Die geringe Menge jedoch, insbesondere bei homöopathischen Mitteln, fällt meist nicht ins Gewicht und wird ohne weiteres toleriert. Wenn Sie zum Beispiel mit Mineralstoff-Präparaten als Nahrungsergänzung Ihrem Körper teelöffelweise Milchzucker zumuten, leiden Sie. Nicht nur das: Die gesamte Mineralstoffergänzung macht sich für Sie überflüssig, weil die beschleunigte Darmpassage die wertvollen Substanzen unausgenützt durchsausen lässt.

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