Mangelernährung: Achten Sie auf Ihre Chromversorgung
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Mangelernährung
GNL5356
Chrom findet sich in unserem täglichen Leben überall – zum Beispiel am Auto oder eventuell an den Zierleisten des Kühlschranks. Nur wenige Menschen aber wissen, dass Chrom auch sehr wichtig für unseren Körper ist – ohne Chrom keine Zuckeraufnahme.
Chrom bedeutet übersetzt Farbe. Seinen Namen verdankt dieses Spurenelement den schön gefärbten Chromsalzen. Jeder, der mit Farben zu tun hat, kennt beispielsweise das Chromgelb oder -grün. Chrom wurde Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt, jedoch erst 1959 als essenzielles Spurenelement für den Menschen erkannt. Im Körper ist Chrom vor allem in Leber, Milz, Knochen, Fett und Muskeln vorhanden, wobei im Alter die Konzentration abnimmt.
Chrom hat im Stoffwechsel teils unbekannte Funktionen, da viele Prozesse in Verbindung mit diesem Spurenelement noch nicht aufgeklärt sind. Chrom spielt beim Stoffwechsel von Kohlenhydraten, speziell bei der Aufnahme von Zucker (Glucose-Toleranz), eine wichtige Rolle. Davon abhängig nimmt Chrom auf den Stoffwechsel von Fetten Einfluss. Es trägt in ausreichenden Mengen dazu bei, das gesamte Cholesterin und das „schlechte“ LDL-Cholesterin zu senken sowie das „gute“ HDL-Cholesterin zu erhöhen. Weiter steigert Chrom die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskulatur und verbessert die Synthese von Proteinen. Vermutlich ist Chrom außerdem an der Zellteilung beteiligt, zumindest ist es in den Zellkernen in beachtlichen Mengen enthalten.
Volles Korn versorgt Sie mit viel Chrom
Chrom ist in Lebensmitteln sowohl in organischer als auch in anorganischer Form enthalten. Gute Quellen für die Versorgung mit Chrom sind Bierhefe und Fleischprodukte, besonders Leber, Nieren und Muskelfleisch, weiter Käse und Vollkornprodukte, aber auch Austern, Gewürze, darunter besonders der Pfeffer, Nüsse und brauner Zucker (Melasse). Der Verarbeitungsgrad einiger Lebensmittel spielt bei der Versorgung von Chrom eine besondere Rolle. Weißer (raffinierter) Zucker und ausgemahlene Weißmehle enthalten im Vergleich zur Melasse und zum vollen Weizenkorn 90 Prozent weniger Chrom. Recht arm an Chrom sind außerdem Obst und viele Gemüse.
Versorgen Sie sich ausreichend mit Chrom
Der tägliche Bedarf an Chrom ist bis heute nur annähernd bestimmt, er wird auf 30 bis zu 300 Mikrogramm (µg) geschätzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. geht bei Jugendlichen und Erwachsenen von einem täglichen Bedarf von 30 bis 100 µg Chrom aus. Bekannte orthomolekuflare Mediziner wie Melvyn R. Werbach aus den USA empfehlen mit 200 bis 300 µg Chrom täglich deutlich höhere Mengen. Meistens nehmen wir aber viel weniger Chrom zu uns. Die Versorgung mit Chrom kann man allgemein als gering betrachten. Im Durchschnitt nehmen wir in Deutschland täglich etwa 62 µg Chrom auf, wobei die Werte individuell unterschiedlich von 30 bis zu 140 µg reichen können. Berücksichtigt werden muss, dass der persönliche Bedarf an Chrom von der Zufuhr an Kohlenhydraten abhängt. Je mehr davon aufgenommen werden, um so höher ist der Bedarf an Chrom. Eine Reihe von Faktoren tragen dazu bei, dass wenig oder zu wenig Chrom aufgenommen wird. Es ist teilweise in Lebensmitteln enthalten, die wenig verzehrt werden. Wo es vorhanden ist, werden nur geringe Mengen – 0, 5 bis 3 % – vom Körper verarbeitet. Dabei spielt die Chromform eine wichtige Rolle. Organisches Chrom, Chrom im Glucose-Toleranz-Faktor (GTF-Faktor) oder als Chelat werden weitaus besser aufgenommen als anorganisches Chrom, das nur zu 0, 5 bis 0, 7 % resorbiert wird. Neben einem starken Konsum an raffiniertem Zucker können Phytate und Zink den Mangel an Chrom fördern. So wundert es nicht, dass die täglichen Zufuhren aus der Ernährung nach neueren Angaben geringer zu sein scheinen als bisher angenommen und wohl nur im Bereich von 15 bis 50 µg Chrom liegen. Ernste Mängel an Chrom sind daher häufiger als angenommen. Die vermutete Rolle von Chrom bei der Entstehung von Diabetes und Arteriosklerose legen es jedoch nahe, dass auch leichte Mängel an Chrom im Körper unerwünschte Folgen haben können.
Ein Mehrbedarf an Chrom tritt in folgenden Fällen auf: bei fett- und zuckerreicher Ernährung,
- bei viel Stress (psychisch, physisch und durch Krankheiten),
- bei schwangeren Frauen,
- bei älteren Menschen
ähnliche Beiträge
- Mangelernährung: Vereinsamung ist ein wichtiger Risikofaktor
- Mangelernährung führt rasch zu Funktionseinschränkungen
- Alzheimer: Achten Sie auch auf Ihre eigenen Warnsignale
- Mangelernährung als Kind kann im Alter zu Demenzerkrankungen führen
- Achten Sie auf Ihre Ernährung, wenn der Mond im Wasserzeichen steht