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Das kann Ihnen den Appetit verderben

In Stresssituationen oder bei einem grippalen Infekt ist es vollkommen normal, wenn das Hungergefühl kurzfristig ausbleibt. Lang anhaltende seelische Belastungen führen jedoch nicht selten zu dauerhaftem Appetitmangel.

Auch schlecht angepasste Zahnkronen oder Prothesen können Ihnen die Lust am Essen nehmen, denn wenn das Kauen mühsam wird, vergeht auf Dauer der Appetit. Daraus kann sich Appetitmangel im Alter entwickeln:

  • nachlassender Geruchssinn
  • verminderter Geschmackssinn
  • verschlechtertes Sehvermögen
  • mangelhafte Verdauungsleistung
  • Kummer und Einsamkeit

Wenn die Sinnesreize fehlen, vergeht auch die Freude am Essen und wer ständig alleine essen muss, verliert die Motivation, für sich zu kochen. Manchmal können aber auch ernsthafte Erkrankungen das gesunde Hungergefühl ausschalten. Diese Erkrankungen sollten Sie vom Arzt ausschließen lassen:

  • psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen)
  • Magen-Darm-Erkrankungen (Magenschleimhaut-Entzündung, Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre, Magen- oder Darmkrebs)
  • chronisch entzündliche Darm-Erkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Lebererkrankungen (z. B. Leberentzündung)

Manchmal ist Appetitlosigkeit auch eine Nebenwirkung von Medikamenten. Antibiotika, blutdrucksenkende ACE-Hemmer und Antidepressiva können ebenso zu Appetitlosigkeit führen, wie Immunsuppressiva. Hier hilft häufig schon der Wechsel des Medikaments, den Appetit wiederzufinden.

Achtung: Suchen Sie unbedingt Ihren Arzt auf, wenn Sie über mehrere Wochen keinen Appetit haben und gleichzeitig eine starke Gewichtsabnahme, Ekelgefühle oder erhöhte Temperatur feststellen. Hinter diesen Anzeichen könnte sich eine Krebserkrankung oder Leberentzündung verbergen.

Doch auch wenn die Ursache keine Krankheit ist, kann dauerhafte Appetitlosigkeit durchaus krank machen. Denn wenn Sie langfristig unter Appetitlosigkeit leiden, wird Ihr Körper nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgt und es drohen körperliche Schwäche und erhöhte Infektanfälligkeit.

Nach einer Schätzung des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS)leidet zurzeit jeder 12. über 60-Jährige in Deutschland an einer  chronischen Mangelernährung durch Appetitlosigkeit. Hier kann Ihnen die Naturheilkunde helfen, Ihren Appetit wieder zu finden.

Mit Bitterstoffen und Aromen kommt der Appetit zurück

Heilkräuter sowie Obst und Gemüse, die einen hohen Anteil an Bitterstoffen wie Terpene, Glykoside oder Alkaloide enthalten, regen die Verdauungssäfte an und sorgen dadurch für ein gesundes Hungergefühl. Gleichzeitig reizen sie die Geschmacksrezeptoren auf der Zunge und lösen dadurch ein Verlangen nach Essen aus.

Bringen Sie daher häufiger Gemüse wie Chicoree, Artischocken oder Radicchio-Salat auf Ihren Speiseplan, die reich an Bitterstoffen sind. Auch Grapefruits sind geeignet, den Hunger zu wecken. Trinken Sie öfter mal zum Frühstück ein Glas frisch gepressten Saft. Auch diese Kräuter enthalten appetitanregende Bitterstoffe:

  • Gelbwurz
  • Angelikakraut
  • Chinarinde
  • Enzianwurzel
  • Löwenzahn
  • Tausendgüldenkraut
  • Wermutkraut

Machen Sie sich eine Mischung aus folgenden Kräutern: ½ EL Wermutblätter, 2 EL Tausendgüldenkraut, 2 EL Angelikawurzel, ½ EL Enzianwurzel. Übergießen Sie 1 EL dieser Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser und lassen Sie sie 10 Min. ziehen. Trinken Sie den abgeseihten Tee ½ Std. vor Ihrer Mahlzeit.

Mit natürlichen Aromen können Sie Ihren Appetit über die Nase stimulieren, denn einige Speisen wirken schon alleine dadurch appetitanregend, dass Sie ihren Duft einatmen. Besonders die ätherischen Öle frischer Kräuter wie Koriander, Schnittlauch oder Zwiebeln fördern die Lust, zu essen.

Das ätherische Öl der Bergamotte können Sie nicht nur einatmen, es wirkt auch innerlich angewendet. Am besten nehmen Sie dazu 1-2 Tropfen des Öls mit einem Teelöffel Honig ein. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie ausschließlich naturreines ätherisches Öl (Apotheke) und kein Duftöl verwenden.

Wenn Druckstellen im Kiefer oder lockere Zähne die Ursache Ihres Appetitproblems sind, sollten Sie unbedingt Ihren Zahnarzt aufsuchen. Denn wenn Sie wieder kraftvoll zubeißen können, kommt meistens auch der Appetit zurück.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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