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Mangelernährung - über ihre Folgen und wie man sie umgehen kann

Mangelernährung ist ein Versorgungs-Defizit. Den Betroffenen fehlt es dabei an Energie, Eiweiß oder anderen Nährstoffen. Eine Mangelernährung kann ernsthafte, negative körperliche und kognitive Folgen für die Betroffenen haben.

Eine Mangelernährung kann entstehen, wenn die Nahrungs-Zufuhr geringer ist als der Körper zum Leben braucht. Eine Mangelernährung kann aber auch auftreten, wenn der Körper aufgrund endogener Ursachen nicht fähig ist, Nährstoffe aufzunehmen oder weiterzuverarbeiten.

Wer ist Betroffen?

Mangelernährung ist in Deutschland kein prominentes oder öffentlich stark diskutiertes Thema wie zum Beispiel das Volksleiden Übergewicht. Trotzdem kommt es häufiger vor, als man vielleicht annimmt. Dies kann daran liegen, dass Mangelernährung für gewöhnlich nicht erkennbar ist, beziehungsweise Betroffene nicht an der öffentlichen Gesellschaft partizipieren.

Besonders häufig sind Menschen betroffen, die nicht oder nicht mehr aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen können. Dies betrifft ältere Menschen, die aufgrund von Immobilität an ihr Zuhause gefesselt sind oder Pflegebedürftige in Heimen und Krankenhäusern.

Die Gründe dafür sind vielseitig. Eine Mangelernährung kann beispielsweise mit der schwächer werdenden Sinneswahrnehmung im Alter einhergehen. Aber auch gestörte Sättigungsregelungen wie geringes Durst- oder Hungergefühl können mangelnde Nahrungsaufnahme begünstigen.

Auch Faktoren wie das Wohnen alleine oder aber die Umstellung auf eine neue Umgebung, wie ein neues Pflegeheim, können Faktoren für die Mangelernährung sein. Auch wirtschaftliche Aspekte wie Armut oder psychische Erkrankungen wie Depressionen, Trauer oder chronische Einsamkeit können eine Mangelernährung begünstigen.

Symptome und Folgen von Mangelernährung

Mangelernährung kann sehr viele, teilweise unspezifische Symptome haben. Anzeichen von körperlichen Funktionseinschränkungen wie Müdigkeit, Antrieblosigkeit, mangelnde Konzentrationsfähigkeit sowie Appetitlosigkeit können bereits bei einer leichten Mangelernährung auftreten.

Auch der Körper selbst schlägt bei Mangelerscheinung Alarm. So kann beispielsweise Haarausfall oder brüchige, kaputte Nägel ein Indiz für Mangelernährung sein. Die Folgen der Mangelernährung sind abhängig von der Dauer und dem Ausmaß der Mangelernährung.

Die Beeinträchtigungen können sich in Unzulänglichkeiten der wichtigen Organfunktionen oder Herzrhythmusstörungen niederschlagen. Der Körper wird schwach, motorisch unkoordiniert und desorientiert. Betroffene sind anfälliger für Stürze, Krankheiten und Infektionen.

Die 6 Stadien des Vitaminmangels

  • Stadium 1: Die Vitaminspeicher leeren sich langsam. In besonderen Situationen ist Ihre Versorgung nicht mehr optimal – z. B. kann bei Infektionen rasch ein Mangel an Vitamin C oder E auftreten; zu geringe Vorräte an Vitamin B1 und B6 machen Sie anfällig für psychischen Stress.
  • Stadium 2: Mangel in den Körperzellen. Die Blutwerte sind jedoch weiterhin normal. Langfristig kann z. B. das Immunsystem nicht mehr optimal arbeiten, oder Ihre geistige Fitness lässt etwas nach.
  • Stadium 3: zu geringe Vitamin-Blutwerte. Eventuell fühlen Sie sich permanent müde oder leiden verstärkt unter Erkältungen.
  • Stadium 4: erste organische Veränderungen. Die Blutgefäße werden geschädigt (Arteriosklerose), die Augenlinse trübt sich (Grauer Star) oder in den Körperzellen häufen sich Mutationen an (erhöhtes Krebsrisiko).
  • Stadium 5: typische Mangelsymptome. Erst jetzt treten die – vor allem aus früheren Jahrhunderten bekannten – typischen Symptome auf, z. B. Skorbut bei Vitamin-C-Mangel, Rachitis bei Vitamin-B-Mangel.
  • Stadium 6: irreversible Schäden. Die Mangelsymptome lasen sich nicht mehr rückgängig machen.

Häufige Nährstoffmängel

RisikogruppeFehlende Vitalstoffe
SeniorenVitamin B12, B6 und Folsäure, Vitamin D, Vitamin E, Zink, Selen, Vitamin B1, Jod
RaucherVitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Selen
Patienten mit Störungen im Magen-Darm-Bereich (schlechte Nährstoffaufnahme)Vitamin B12, B6, Folsäure, fettlösliche Vitamine A , D, E, K, Zink
Einnahme von Medikamenten (z. B. Antibiotika, Schmerzmittel, „Pille“)sehr unterschiedliche Mangelerscheinungen

Ihre Fingernägel verraten, wie gut Sie sich ernähren

Die Fingernägel sind ein Spiegelbild Ihres Gesundheitszustandes. Die Medizin kann eine Reihe von Krankheiten an ihnen erkennen. Auch Sie selbst können Ihre Nägel gezielt unter die Lupe nehmen. Zudem danken sie Ihnen eine ausgewogene Ernährung mit einem gesunden Aussehen.

Ihre Fingernägel, die sehr eng mit der Haut und dem Blut verbunden sind, erlauben Aufschlüsse über Ihren Gesundheits- und Ernährungszustand. Wie die Haut, werden auch die Nägel über das Blut ernährt und reagieren ebenso wie diese auf das Fehlen von lebenswichtigen Substanzen in der Nahrung.

Führen Sie Ihrem Körper nicht genügend Aufbaustoffe zu, kommt es auch bei den Nägeln – vor allem bei den Fingernägeln – zu Mangelerscheinungen. So können Fingernägel brüchig werden, wenn Mangelernährung durch häufige, ungesunde Diäten, Magersucht oder Bulimie vorliegt.

Auch zu wenig Flüssigkeit kann die Fingernägel trocken und brüchig werden lassen. Außerdem lassen sich an den Fingernägeln eine ganze Reihe anderer Krankheiten ablesen.

Fingernägel zeigen Krankheiten© Dan Race – Fotolia

Diese Krankheiten können sich an Ihren Nägeln bemerkbar machen

  • Weiche Nägel lassen den Schluss auf anfällige Atemwege zu.
  • Sehr harte Nägel treten hin und wieder bei Gefäßkrankheiten wie Arteriosklerose auf.
  • Längsrillen, die mit dem Alter auffälliger werden, können auf eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse, eine Dünndarmreizung oder eine Gelenkentzündung hinweisen.
  • Gespaltene Nagelspitzen können ein Zeichen für Diabetes sein.
  • Querfurchen lassen den Schluss auf eine abgeklungene Entzündung zu.
  • Rissige Fingernägel deuten auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hin.
  • Kleine Dellen im Nagel treten bei einer Überfunktion der Schilddrüse auf.
  • Monströs verformte Riesennägel sind meist ein Zeichen für eine schlechte Durchblutung.
  • Uhrglasnägel – gewölbte Riesennägel – kündigen manchmal eine Lungenerkrankung an.
  • Bei Erkrankungen der Entgiftungsstationen des Körpers – der Leber oder der Nieren – schimmern die Nägel blässlich oder weißlich.
  • Bei einem Mangel an roten Blutkörperchen können die Nägel blassrosa aussehen.
  • Bei Herz- und Lungenleiden sind sie oft bläulich verfärbt.
  • Nierenkrankheiten verfärben die Nägel manchmal bräunlich.
  • Blau-schwarze Flecken sind kleine Blutergüsse, die mit der Zeit auswachsen.
  • Weiße Flecken, die mit der Zeit auswachsen, sind harmlos und entstehen meist durch kleinste Verletzungen der Nagelhaut bei der Maniküre.
  • Gelbe Flecken, in Kombination mit rissigen Spitzen und einer verdickten Nagelplatte deutet auf einen Pilzbefall hin.

Rillen, Furchen und Verfärbungen

Nicht jede Veränderung des Nagels ist ein Hinweis auf eine Krankheit oder eine Verletzung. Farbe und Kontur der Fingernägel ändern sich mit dem Älterwerden: gelbliche oder gräuliche Verfärbungen sind ebenso häufig zu finden wie fehlender Glanz.

Häufig verkleinert sich auch der Halbmond oder verschwindet ganz. Ebenso gelten abgeflachte und eingedellte Nagelplatten als Alterserscheinung. Häufig tritt schon ab dem 35. Lebensjahr eine Längsriffelung auf oder die Nägel werden rau, rissig oder gespalten.

Pflege für brüchige Nägel

Problemnägel unterstützen Sie von innen mit Bierhefetabletten, Kieselerde, Gelatine, Biotin und Kalzium aus Milch und Milchprodukten. Sie festigen und stabilisieren die Nägel. Sind die Nägel erst einmal brüchig, brauchen sie auch von außen genügend Pflege. Handcremes können hier nicht genug leisten. Tauchen Sie Ihre Nägel stattdessen für etwa 10 Minuten in Olivenöl.

Therapie und Lösungsansätze

Eine erfolgsversprechende Therapie gegen Mangelernährung muss die Ursachen der Krankheiten mit einschließen. Wenn Sie an Mangelerscheinungen leiden, sollten Sie darum einen Arzt aufsuchen, um Optionen abzuklären.

Da viele der Betroffenen pflegebedürftig sind, ist ein möglicher Lösungsansatz auch die spezielle Schulung von medizinischen und pflegerisch tätigen Personal. Eine gezielte Aufklärung über das Risiko, die Symptome von Mangelernährung sowie das richtige Verhältnis von Nährstoffzufuhr und –bedarf wäre wertvoll.

Vermeiden Sie Vitalstoffverlust – Mit diesen 12 Methoden nehmen Sie Nahrungsvitamine am besten auf

„Durch Obst und Gemüse sind wir alle ausreichend mit Vitaminen ­versorgt“ – sicher haben Sie diesen Satz schon oft gehört. Angeblich ­sollen die empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag genügen, damit Sie alle Vitalstoffe aufnehmen, die Sie benötigen.

Doch so einfach ist es nicht, denn der Vitamingehalt in den Lebensmitteln verringert sich schon durch die Behandlung der Lebensmittel. Wie Sie dennoch das Beste aus Obst und Gemüse herausholen und einen Vitaminverlust so weit wie möglich vermeiden, lesen Sie in diesem Beitrag.

Vitalstoffverlust© drubig-photo – Fotolia

Fünfmal 100 Gramm Obst und Gemüse am Tag sollen reichen, Ihre Vitaminversorgung ist damit gedeckt. So weit die Theorie. Die Praxis aber sieht anders aus – denn wir Menschen sorgen damit, wie wir mit Obst und Gemüse umgehen, dafür, dass sich deren Vitamingehalt deutlich reduziert.

„Weit gereiste“ Lebensmittel beinhalten wenige Vitamine

Grund für einen ständig abnehmenden Vitamingehalt in Obst und Gemüse ist, dass uns heute eine große Auswahl hiervon zur Verfügung steht. Was auf den ersten Blick paradox klingt, erklärt sich bei näherem Hinsehen. Erdbeeren aus Ägypten, Äpfel aus Spanien oder Trauben aus Griechenland werden über Tausende Kilometer transportiert, bevor sie in den Obst- und Gemüsetheken landen.

Schon diese Transportwege lassen den Vitamingehalt schrumpfen: Pro Tag, der nach der Ernte vergeht, verliert zum Beispiel Obst bis zu 50 Prozent seines Vitamingehalts. An den Transport schließt sich die Lagerung in den Geschäften an, meist unter heller Beleuchtung. Auch dieses Licht trägt dazu bei, dass Vitamine entweichen.

Warum Kochen zur Vitamin-Minderung beiträgt

Haben Sie Ihr Obst oder Gemüse dann zu Hause, sorgen Sie in vielen Fällen unbeabsichtigt dafür, dass sich die noch enthaltenen Vitamine weiter verringern. Denn kochen Sie Ihr Ge­müse, zerstört zum einen die Hitze weitere Vitamine.

Hinzu kommt, dass viele wichtige Inhaltsstoffe ins Kochwasser abgegeben werden: Bei Vitamin C gehen so fast 20 Prozent, bei Vitamin B1 25 Prozent verloren. Auch ein zu langsames Erhitzen trägt zum Verlust der Vitamine bei. Denn die enthaltenen Vitamine werden durch bestimmte, den Pflanzenzellen eigene Enzyme abgebaut.

Diese werden aktiv, wenn die Umgebungstemperatur mindestens 40 Grad beträgt. Erst ab einer Temperatur von 70 Grad werden die Enzyme zerstört und sind dann nicht mehr in der Lage, ihrer vitaminvernichtenden Arbeit nachzugehen.

Mit diesen 12 Regeln können Sie einen Vitaminverlust eindämmen

Um den Vitaminverlust gering zu halten, sollten Sie daher folgende ­Regeln beachten:

1. Kaufen Sie saisonales Obst und Gemüse.

Sie werden es feststellen: Obst und Gemüse, die Saison haben und reif geerntet wurden, schmecken besser als die kunstvoll im Treibhaus aufgezogenen „Luxusfrüchte“.

2. Kaufen Sie direkt beim Erzeuger.

So vermeiden Sie, dass Ihr Obst und Gemüse um die halbe Welt transportiert werden und auf diesen langen Wegen Vitamine verloren gehen.

3. Essen Sie so viel Obst und Gemüse wie möglich roh.

Ich empfehle Ihnen, bei der Hälfte Ihrer täglichen Obst- und Gemüseration auf Kochen, Dämpfen oder andere Zubereitungsarten zu verzichten. Viele Gemüsesorten schmecken auch als Rohkost sehr gut. Haben Sie zum Beispiel einmal rohen Spargel probiert? Er hat einen sehr eigenen, leckeren Geschmack.

4. Waschen Sie Obst und Gemüse im Ganzen.

So vermeiden Sie Vitaminverlust durch das Wasser, das die Pflanzenteile umspült.

5. Waschen Sie die Lebensmittel so schnell wie möglich.

Bürsten Sie jedes Stück unter fließendem Wasser mit einer speziellen Bürste ab. Lassen Sie Obst und Gemüse auf keinen Fall minutenlang im mit Wasser gefüllten Waschbecken liegen.

6. Verzichten Sie darauf, die Lebens­mittel in zu kleine Stücke zu zerschneiden.

Je kleiner das Stück, umso mehr Zellen der Pflanzen werden verletzt. Hier tritt der Saft und mit ihm die Vitamine aus; dann werden sie vom Sauerstoff zersetzt.

7. Geben Sie auf zerschnittenes Obst und Gemüse etwas Zitronensaft.

Hierdurch verhindern Sie, dass Vitamine an der Oberfläche vom Sauerstoff zersetzt werden.

8. Wollen Sie Obst und Gemüse zubereiten und zum Beispiel zur Arbeit mitnehmen, verpacken Sie sie luftdicht.

Noch besser ist es, sie erst vor dem Verzehr zuzubereiten.

9. Gemüse sollten Sie nur dämpfen.

Dadurch kommt es mit nur wenig Wasser in Kontakt. Eine noch bessere Zubereitungsmethode ist, die Speisen zu dünsten. Alternativ können Sie Gemüse auch blanchieren. Dabei hat es nur für maximal eine Minute Kontakt mit kochendem Wasser – zudem bleibt es schön knackig.

10. Wenn Sie Gemüse kochen: Erhitzen Sie erst das Wasser.

Geben Sie das Gemüse hinzu, wenn das Wasser bereits kocht. So verhindern Sie, dass die vitaminabbauenden Enzyme aktiv werden können.

11. Verwenden Sie Kochwasser ­weiter – hieraus können Sie eine Soße zubereiten.

So kippen Sie die enthaltenen Vitamine nicht in den Abfluss.

12. Bewahren Sie Obst und Gemüse richtig auf.

Vitaminschonend ist eine Lagerung im Kühlschrank. Bananen, aber auch Gurken sind empfindlich gegenüber Kälte. Legen Sie sie besser in einen dunklen Kellerraum oder eine Speisekammer. Die Temperatur hier sollte 5 bis 10 Grad nicht überschreiten.

Diese Pflanzenstoffe sind nicht so empfindlich wie ­Vitamine

Obst und Gemüse enthalten neben Vitaminen auch weitere Stoffe, die Ihr Körper dringend braucht. Das sind unter anderem

  • Ballaststoffe,
  • Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe),
  • Carotinoide,
  • Bitterstoffe,
  • Phytoöstrogene,
  • Mineralstoffe und
  • Schwefelverbindungen.

Sie alle wirken sich auf Ihre Gesundheit aus, indem sie zum Beispiel Ihre Verdauung regeln, freie Radikale bekämpfen oder vor Krebs schützen. Diese Stoffe sind sehr stabil, Umwelteinflüsse oder lange Lagerung können ihnen kaum etwas anhaben.

Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Aufgabe dieser Stoffe unter anderem ist, die Pflanzen, in denen sie enthalten sind, vor Feinden zu schützen. Dementsprechend finden sie sich direkt unter der Schale. Aus diesem Grund sollten Sie Obst und Gemüse am besten nicht schälen.

Greifen Sie zusätzlich zu Obst und Gemüse möglichst häufig zu Vollkorn – es ist im Gegensatz zu Weißmehlprodukten nicht geschält. Dadurch ist es ebenfalls reich an Vitaminen, die direkt unter der Schale sitzen und bei der Weißmehlherstellung verloren gehen.

Mangelernährung Beate Rossbach Das kann Ihnen den Appetit verderben

Lang anhaltende seelische Belastungen oder andere Beschwerden führen nicht selten zu dauerhaftem Appetitmangel.

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