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Makrobiotische Ernährung: Das sollten Sie wissen

Die klassisch makrobiotische Ernährung sieht nur Getreide, Miso-Suppe und Gemüse vor. Sie wird von ihren Anhängern als universell heilende Nahrung angesehen, die v. a. Krebs vorbeugen und ihn sogar heilen soll. Alle Ernährungswissenschaftler sind sich jedoch darin einig, dass diese strenge Form als dauerhafte Ernährungsform nicht zu empfehlen ist. Später passte der Japaner Michio Kushi die makrobiotische Lehre den westlichen Ernährungsgewohnheiten an. Doch auch in dieser gelockerten Form sehen Ernährungsexperten wie die DGE und der aid-Informationsdienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz in Bonn gesundheitliche Risiken.Hier kann es zu Mangelerscheinungen kommen:

  • Kalzium, durch fehlende Milch und Milchprodukte
  • Vitamin B12 und Folsäure durch den Fleischverzicht
  • Vitamin C wegen geringem Obstverzehr
  • Eisen durch fehlenden Fleischverzehr

Bei einem zu geringen Fettanteil kann es außerdem zu einem Mangel an essenziellen Fettsäuren kommen. Bei makrobiotisch betonter Ernährung sollten Sie daher in jedem Fall regelmäßig Sesam- oder Erdnussöl zum Dünsten und Braten verwenden. Bei aller Kritik sieht jedoch auch die Fachwelt Vorteile in der Makrobiotik.

Positive Aspekte der makrobiotischen Ernährung sind:

  • hoher Anteil an Vollkorngetreide
  • reich an verdauungsfördernden Ballaststoffen
  • geringer Anteil tierischer Fette
  • Vermeidung von Zucker
  • ausschließlich natürliche Lebensmittel
  • Mäßigkeit bei der Nahrungsaufnahme

Aufgrund dieser Vorzüge ist die makrobiotische Ernährung bestens geeignet,  „Wohlstandskrankheiten“ wie erhöhten Blutfettwerten, starkem Übergewicht und Diabetes sowie Verdauungsproblemen entgegenzuwirken. Gleichzeitig wirkt sie entsäuernd und reinigend auf den gesamten Organismus. Falls Sie die gesundheitlichen Wirkungen einmal selbst spüren wollen, können Sie die Rezepte ausprobieren.

Rezepte aus der Makrobiotik

Das Herzstück der Makrobiotik: entgiftende Miso-Suppe

Zutaten:

1 Möhre

1 Zwiebel

1 kleine Steckrübe

8 – 10 cm Wakame-Alge

5 – 6 Tassen Wasser

4 TL Gerstenmiso

So wird’s gemacht: Weichen Sie die Wakame in wenig Wasser ein, schneiden Sie nach dem Waschen das Gemüse in kleine Würfel und bringen Sie es mit einer Tasse Wasser zum Kochen. Fügen Sie die kleingeschnittenen Algenstückchen hinzu. Geben Sie das restliche Wasser in die Suppe und lassen Sie alles 10 Minuten lang kochen. Lösen Sie die Misopaste in etwas Suppenwasser und rühren Sie es unter die fertige Suppe. Kochen Sie die Suppe nun nicht mehr auf, um die im Miso enthaltenen Milchsäurebakterien nicht zu zerstören.

Entschlacken Sie sich mit einem Möhren-Rettich-Smoothie: Raspeln Sie jeweils ¼ Tasse Möhren und weißen Rettich. Fügen Sie dieser Mischung eine Salzpflaume (Umeboshi) und einige Tropfen Shoyu-Sauce hinzu. Kochen Sie alles zusammen mit ½ Tasse Wasser drei Minuten lang auf und pürieren Sie es anschließend im Mixer. Trinken Sie täglich zwei Wochen lang ein Glas davon.

Bancha-Tee hilft Ihnen, zu entsäuern: Übergießen Sie eine halbe Umeboshi und 1 TL Shoyu mit einer Tasse heißem Bancha-Tee. Fügen Sie eine Messerspitze geriebenen Ingwer hinzu und trinken Sie im Rahmen einer Entsäuerungskur täglich eine Tasse davon.

Mit einem Kuzu-Getränk vertreiben Sie Erkältung: Erhitzen Sie einen gehäuften TL Kuzu so lange in einer Tasse Wasser, bis die Flüssigkeit klar und dick wird. Geben Sie eine Umeboshi und 1 TL Shoyu hinzu und nehmen Sie das Getränk zu Beginn einer Erkältung warm zu sich.

Die makrobiotischen Lebensmittel, die Sie für die Rezepte benötigen, erhalten Sie im Bioladen.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • Ursula Brockmueller schrieb am 10.10.2014, 09:21 Uhr

    also Calcium-Mangel bei Michprodukte-Verzicht stimmt überhaupt nicht.. das ist ein alter "Schmarn".. das Calcium in den Milchprodukten wird größtenteils zum Abbau der Phosphate in der Milch gebraucht. In den Getreiden ist genug Calcium vorhanden und auch einen Vitamin B 12 Mangel müssen wir nicht befürchten wenn wir fleischlos leben

    • Regine Schophoff antwortete am 10.10.2014, 19:47 Uhr

      Ich esse sehr, sehr selten Fleisch, oft nicht einmal im Monat und habe trotzdem einen Eisenüberschuss...???

    • ortmann antwortete am 11.10.2014, 12:25 Uhr

      Danke Ursula

  • Dr R Meierhöfer schrieb am 10.10.2014, 11:03 Uhr

    Die Ernährungshinweise von Frau Rossbach sind sehr hilfreich im Rahmen von Ernährungsberatungen, da , mit einfachen Worten die jeweilige Thematik klar aufgezeigt wird. Ich verwende in meinen speziell auf zahnmedizinische Belange zugeschnittenen Ernährungsberatungskursen häufig diese Informationen und weise auf die Internetseite hin.

  • Bernd Michael schrieb am 10.10.2014, 21:20 Uhr

    Hallo Frau Rossbach, sie verweisen zum wiederholten Male auf ungesättigte Fette (hier Sesam- und Erdnussöl) zum Dünsten und Braten. Aber genau ungesättigte Fette sind dafür absolut ungeeignet, da sich durch das Erhitzen Transfettsäuren bilden. Warum verweigern sie sich gegenüber dem dafür viel besseren Kokosfett?                     Die DGE ist für mich ein ungeeigneter Ratgeber für gesunde Ernährung. Wer heute noch Minimaldosen an Mikronährstoffen als ausreichend und gesunderhaltend verkauft, ist für mich nicht kompetent. Beispiel Vitamin D: Hier hat man sich nach langem Zieren von 400 IE auf 800 IE durchgerungen. Internationale Studien und Untersuchungen belegen aber, dass nicht einmal 2.000 IE für einen Normalgewichtigen zur optimalen Versorgung ausreichen. Und genau so zeigt sich dass bei den bemängelten Mikronährstoffen. Kalzium: Hier gibt es genügend pflanzliche Quellen. Thema Milch wurde ja schon angesprochen. Milch im Erwachsenenalter ist unnatürlich und kontraproduktiv. Bestes Beispiel ist die hohe Anzahl der Menschen mit Osteoporose in den Milchländern des Westens und Amerika. Vitamin B12: Fleisch ist eine notgedrungene Ersatzquelle für den Menschen. Die originäre Quelle für Frugivoren (Früchtefresser) wie den Menschen sind Oberflächenbakterien auf Obst und Gemüse, die aber tunlichst durch Chemiekeule in der Landwirtschaft und Schruppen in der Küche vollständig beseitigt werden. Hier sind Supplemente allemal besser als Fleisch. Auch für Eisen gibt es ausreichend pflanzliche Quellen. Ich bin kein Verfechter für 100 % vegan wie die makrobiotische Ernährung, weil sie nicht der Natur und menschlichen Evolution entspricht. Der ausgewählte tierische Nahrungsanteil (z.B. Fisch/Omega 3 u.ä.) sollte 10 % nicht übersteigen. Zu diesen 10 % zähle ich nicht Milch und Milchprodukte wie die DGE. Bei ihr sind ja auch mehr als 10 % vorgesehen, da sie die Menschen als Allesfresser (Omnivoren) einstuft. Mit besten Grüßen B. Michael

    • Doris Bingenheimer antwortete am 16.10.2014, 15:01 Uhr

      Vielen Dank an Bernd Michael! Gut, dass es solche Menschen gibt, die noch aufmerksam lesen und die Dinge ins rechte Licht rücken können. Ich hoffe nur, dass die Kommentare von den Lesern auch geöffnet werden, um mehr von der Wirklichkeit/Wahrheit zu erfahren! Habe mir schon überlegt, ob ich diese Seite abschalten sollte, da mir zuviel von DGE (überflüssig wie ein Kropf-größtenteils!) und Big-Pharma (lässt grüssen) zu lesen ist. Aber scheinbar brauche ich noch ein paar kleine 'Aufregerlis' (schmunzel) bis dahin.

  • Reinhold G schrieb am 11.10.2014, 10:30 Uhr

    Milch und Milchprodukte rauben dem Körper das vorhandene Kalzium um das Kalzium in der Milch und den Milchprodukten zu verwerten. Also Bei Milch und Milchprodukten wird ein Kalziummangel erzeugt. Ansonsten ist die verarbeitete Milch auch nicht zu empfehlen. Cholesterinspiegel 311. Nach absolutem Stopp von Milch und Käse ( konzentrierter Milch) nach vier Monaten Cholesterinspiegel auf 246 gesunken. Wird wohl weiter gesunken sein nehme ich mal an. Ich habe keine weitere Prüfung vorgenommen. Ohne sonstige Einschränkungen oder Umstellungen der Essgewohnheiten. Ich bin seit ca. 13 jahren Vegetarier. Die einzige Ergänzung die ich nehme ist Vitamin B12 Methylcobalamin. Mir geht es blendend.